17 Millionen für den Sprinti-Ausbau

Die Großraum-Verkehr-Hannover GmbH (GVH) wirbt für die Nutzung des sprinti. (Foto: GVH)

Positive Bilanz für "Bus mit Bestellfunktion"

Region (r/gg). Seit Juni vorigen Jahres können Fahrgäste den "Bus mit Bestellfunktion", das On-Demand-System sprinti, in Sehnde, Springe und Wedemark nutzen. Nach siebenmonatiger Laufzeit des Projekts ziehen die Regionsverwaltung und die GVH (Großraum-Verkehr Hannover GmbH) positive Bilanz. Nach anfänglich insgesamt rund 10.000 Fahrgästen im Juni in den drei Kommunen stieg die Anzahl kontinuierlich auf gut 21.000 im Dezember. 
„Mit dem Modellversuch sprinti beweisen wir, dass wir mit passgenauen Angeboten
auch die Anwohner in den zentrumsferneren Bereichen für den öffentlichen Nahverkehr gewinnen können. Die Anbindung des ländlichen Raums ist für mich zentrale Aufgabe einer modernen Mobilitätspolitik“, betont Regionspräsident Steffen Krach.
„Wir sind überwältigt von der großartigen Resonanz der Bürger auf das neue sprinti-Angebot. Offensichtlich erfüllt der On-Demand-Service die Erwartungen der Fahrgäste nach einer bedarfsorientierten und schnellen Beförderung. Neben dem klassischen öffentlichen Nahverkehr, bestehend aus Bus und Bahn, fügt sich sprinti sinnvoll in unsere Pläne zur Verkehrswende ein“, sagt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region und Geschäftsführer der GVH GmbH.
Zum Service: Mit dem sprinti wird der Buslinienverkehr in den genannten Kommunen durch Kleinbusse ergänzt, die von Fahrgästen per App oder telefonisch gebucht werden können. Dieser Service soll schneller, flexibler und komfortabler nutzbar sein, als bisherige Ruf- oder Anrufsammeltaxi-Verkehre. Betreiber von sprinti ist das Unternehmen Via aus Berlin.
Über die in den App Stores verfügbare sprinti-App können Fahrgäste die Zeit, den Einstiegsort und das Ziel eingeben. Für den Ein- und Ausstieg werden bei sprinti virtuelle Haltestellen innerhalb der App angezeigt, so dass Fahrgäste, egal wo sie sich in ihrer Gemeinde befinden, immer kurze Wege zum abholenden Fahrzeug haben. Die Wartezeit beträgt in der Regel 20 Minuten und der Fußweg bis zu 150 Meter. Für die Nutzung des sprinti ist lediglich eine gültige Fahrkarte der GVH (Großraum-Verkehr Hannover GmbH) in der entsprechenden Zone erforderlich.
In Sehnde fährt sprinti an sieben Tagen der Woche ab 5 Uhr und bedient bis 1.30 Uhr,
außer in den Wochenendnächten, denn dann ist sprinti sogar bis 4 Uhr buchbar. 
„Die Idee, Angebotslücken bei Bus und Bahn mit dem sprinti zu schließen, scheint
aufzugehen. Die steigenden Fahrgastzahlen sind Beleg dafür, dass wir auf dem
richtigen Weg sind, sprinti als neue Mobilitätsvariante zu etablieren. Unsere
Fahrgäste können damit ein ideales Bindeglied für ihre Wegekette nutzen“, findet
Elke van Zadel, Vorstandsvorsitzende der ÜSTRA und Geschäftsführerin der regiobus.
Hohe Resonanz in den drei Kommunen
In Sehnde, der kleinsten der drei Kommunen, stieg die Fahrgastzahl von anfänglich
monatlich 1.619, auf 3.452. Hier wurde im November der bis dato lediglich nur zu
einem geringen Teil durch sprinti bediente Lehrter Ortsteil Ahlten in Gänze in das
Bediengebiet integriert. Dies hatte eine Steigerung der Fahrgastzahl von 20 Prozent zur
Folge.
Es gibt einen starken Zuwachs bei den Registrierungen innerhalb der
sprinti-App. Im Dezember letzten Jahres buchten über 3.000 aktive Fahrgäste, von
denen rund ein Viertel Neukunden waren. Rund 96 Prozent der Buchungen erfolgen über die sprinti-App. Lediglich vier Prozent buchten bislang über die telefonische Servicenummer 030 22 02 70 78.
Ausblick
Die Regionsverwaltung treibt den Ausbau des Pilotprojekts auch in weiteren
Kommunen voran. Der erste und wichtigste Schritt ist mit der Förderung von sprinti
im Rahmen des „Modellprojektes zur Stärkung des ÖPNV“ durch das BMVI
(Bundesministerium für Digitales und Verkehr) bereits erfolgt. Mit der Fördersumme
von rund 17 Millionen Euro ist die Ausweitung auf die neun weiteren Kommunen
innerhalb der GVH Tarifzone C geplant. Ab Januar 2023 sollen dann sukzessive neue
Teilbereiche in das bestehende Bediengebiet von sprinti integriert werden.
Das Projekt sprinti wird durch das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu)
wissenschaftlich begleitet. Daraus resultiert eine sechswöchige Online-Umfrage, die
noch bis zum 4. März auf der Internetseite sprinti.gvh.de abrufbar ist. Die
Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung des Projektes sprinti ein.
Alle Informationen über sprinti gibt es nach wie vor auf der Internetseite sprinti.gvh.de.
Fahrgäste erhalten hier Antworten auf häufig gestellte Fragen und nützliche
Erklärvideos.