Die Stadt Sehnde war 2010 finanziell sehr erfolgreich

Stadtkämmerer (v.l.) Peter Wissmann, der 1. Stadtrat Rolf Steinhoff und Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke freuen sich über den Ergebnishaushalt, der für 2010 nur noch ein Siebtel des einst kalkulierten Defizites ausweist.
  • Stadtkämmerer (v.l.) Peter Wissmann, der 1. Stadtrat Rolf Steinhoff und Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke freuen sich über den Ergebnishaushalt, der für 2010 nur noch ein Siebtel des einst kalkulierten Defizites ausweist.
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SEHNDE. Durch umsichtiges Finanzmanagement hat die Stadt Sehnde, wie jetzt im Ergebnishaushalt für 2010 deutlich wurde, keine weiteren Schulden angehäuft. In der Haushaltssatzung 2010 war noch ein Minus von 3,5 Millionen Euro veranschlagt worden. Bei den Vorarbeiten für die Eröffnungsbilanz im Zuge des neuen Haushatssystems Doppik stellte sich nun heraus, dass 2010 vermutlich lediglich mit einem Defizit von etwa einer halben Million Euro abgeschlossen werden kann – und sich bei gleichzeitigem Verzicht auf die Aufnahme neuer Darlehen der städtische Schuldenstand um 300.000 Euro verringert hat.
Darüber konnten sich bei der Vorstellung der allerdings noch nicht komplett fertig gestellten Eröffnungsbilanz jetzt Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, sein Vertreter in der Verwaltung, Rolf Steinhoff, und der Sehnder Kämmerer Peter Wissmann freuen.
Stadtkämmerer Wissmann sieht die Gründe für die deutlich kleiner als geplant ausgefallenen Fehlbeträge vor allem darin, dass zu Beginn des Jahres 2010 die tatsächliche Abschreibungshöhe, unter anderem für Mehrerträge aus der Gewerbesteuer, Einkommenssteueranteile und Konzessionsabgaben für Gas und Strom, zu hoch angesetzt worden sei.
„Die Prognosen sind einfach zu negativ gewesen und die Steuerschätzungen und Orientierungsdaten in der Finanzkrise haben nur wenig Hinweise darauf gegeben, dass sich gegen Ende 2009, wie geschehen, doch noch alles in die positive Richtung bewegen wird.“
Entgegen der ursprünglichen Erwartungen habe es dann, so Wissmann, einen Zuwachs bei der Gewerbesteuer von mehr als 40 Prozent gegeben. Das allein seien zwei Millionen Euro Mehreinnahmen gewesen. Ebenfalls positiv hätten sich die Konzessionsabgaben für Gas entwickelt. Ein paar Unsicherheiten gäbe es zur Zeit jedoch noch, denn die Pensions- und Beihilferückstellungen sowie auch die Rückzahlung bei den Konzessionsabgaben für Strom seien noch nicht vollständig ermittelt.
Darüber hinaus hätte es, so Wissmann, im ersten doppischen Haushaltsjahr auch schon mal die eine oder andere Falschbuchung gegeben. Zwar wären die größten Fehler bereits berichtigt und somit auch nicht in die Eröffnungsbilanz eingeflossen, aber „Tausende von Sachkonten“, welche die doppelte Haushaltsführung erfordere, müssten immer noch Punkt für Punkt abgearbeitet werden, um auch kleinere buchhalterische Fehler zu vermeiden. Insgesamt könne die endgültige Eröffnungsbilanz aber maximal bis zu einem sechsstelligen Betrag von den jetzt vorgelegten positiven Zahlen abweichen.
„Bei allem ist es immer wichtig, die Finanzen zusammen zu halten und ,Generationengerechtigkeit' walten zu lassen,“ kommentiert Peter Steinhoff als zuständiger Fachbereichsleiter, die Haushaltsmaxime der Stadt Sehnde. Er möchte die komplette Eröffnungsbilanz noch so rechtzeitig vorlegen, dass der jetzt amtierende Stadtrat sie noch in seiner zur Kommunalwahl endenden Wahlperiode beschließen kann.
Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke freut an der positiven Finanzentwicklung vor allem, dass man komplett auf neue Darlehen habe verzichten können – und es zudem auch keine Umschuldungen gegeben habe.
Maßnahmen wie der Bau der Turnhalle und der Mensa der Kooperativen Gesamtschule seien immer teuer. „Wir haben jedoch, wie auch beim Bau der Kommunalen Entlastungsstraße, den geplanten Investitionsrahmen eingehalten und selbst wenn die Gestaltungswünsche bei Sarnierungen und neuen Bauvorhaben auch noch so verständlich sind – es ist wichtig, dabei immer den Kosten-Nutzenfaktor mit ein zu beziehen. Die Vergleichsrechnung muss stimmen. So haben wir beispielsweise genau geprüft, ob wir die 700.000 Euro teuren Container der KGS Sehnde kaufen oder mieten. Schließlich haben wir uns entschieden, die 'mobilen Klassenräume' über einen Zeitraum von fünf Jahren zu mieten,“ steht Carl Jürgen Lehrke zu diesen finanziellen Entscheidungen.
Früher habe man Fehler gemacht, räumte der Bürgermeister ein. So seien beispielsweise die Kosten für den Bau der Kläranlage und Sanierungsmaßnahmen an einer Grundschule höher ausgefallen als ursprünglich geplant. Dies unter anderem, weil auf bestimmte Planungsbereiche nicht rechtzeitig Einfluss genommen worden sei. Diese Fehler wolle man durch die neue Verwaltungsstruktur künftig ausschließen – und so auch die städtschen Finanzen stärken. Dass die Stadt Sehnde auf einem guten Weg sei, zeige nun auch die positive Finanzentwicklung.

Autor:

Sabrina Dickhaeuser aus Burgdorf

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