Wird HHB den Abstieg noch vermeiden können?

Der Blick geht durch die Arme des Gegenspielers in Richtung Tor. Maurice Dräger von Handball Hannover Burgwedel muss sich aus großer Höhe nur noch den Weg des Torwurfes aussuchen. (Foto: Holger Staab)
 
Auch im Gewühl behält Martin Hanne von der TSV Burgdorf II den Überblick und setzt zum Torwurf an. (Foto: Holger Staab)

Restprogramm in der 3.Liga macht die TSV Burgdorf II zuversichtlich

ALTKREIS (st). Die Situation im öffentlichen Leben im Zuge der Corona-Pandemie und damit auch die Saison im Handballsport erfordert besondere Maßnahmen und stellt die Vereine im Altkreis Burgdorf vor großen Herausforderungen. Zum einen wissen die Clubs noch nicht, ob die Saison 2019/2020 fortgesetzt werden kann und zum anderen stellen sich bei einer Absage oder einer Fortsetzung die Fragen nach der Wertung der Serie oder der neuen Terminplanung im Verlauf des Aprils, im Mai und möglicherweise sogar im Juni. Spekulationen hierzu haben zum jetzigen Zeitpunkt kein Platz, denn noch ist alles offen. In der 3. Liga Nord-Ost stehen mit Handball Hannover Burgwedel und TSV Burgdorf II zwei Teams, die um den Abstieg spielen. Die Situation der beiden Mannschaften ist aber unterschiedlich.
Handball Hannover Burgwedel konnte in der Hinrunde alles andere als überzeugen. Die Mannschaft präsentierte sich in vielen Begegnungen verunsichert, hatte bei einigen Spielen nicht das notwendige Glück für einen Erfolg, war aber insgesamt nicht in der Lage, sich in eine bessere Position zu bringen. Das Resultat war am Ende des Jahres 2019 und nach 16 Spieltagen nur ein enttäuschender letzter Platz mit nur sechs Pluspunkten. Der Abstiegskandidat Nummer eins hatte zu diesem Zeitpunkt sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und schien in Richtung Oberliga zu taumeln.
Die Mannschaft um das Trainerduo Marius Kastening und Kay Behnke nahm die Situation aber an und will sich im neuen Jahr gegen den drohenden Abstieg stemmen. Das taten Artjom Antonevitch und seine Mitspieler dann auch eindrucksvoll. Bis zur unglücklichen 27:28-Niederlage gegen den SV Anhalt Bernburg und dem anschließenden Stopp in der Handballsaison holte HHB 10:8-Punkte und schob sich bis auf den 14. Platz mit 16:34-Punkten vor. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt Stand heute nur zwei Punkte, wobei der 13. Platz von der TSV Burgdorf II besetzt ist, die noch ein Nachholspiel austragen muss.
Die Chance auf den Klassenerhalt lebt, aber HHB hat in den restlichen Spielen schwere Aufgaben, die Punktgewinne werden nicht leicht einzuspielen sein. In den restlichen fünf Partien werden mindestens sechs, wenn nicht eher acht Punkte notwendig sein. Die Gegner sind auswärts Dessau-Roßlauer HV, HC Empor Rostock und Füchse Berlin Reinickendorf II. In eigener Halle erwarten die Burgwedeler den 1.VfL Potsdam und den Oranienburger HC. Es ist nach zuletzt ansprechenden Leistungen alles möglich, aber auch der Abstieg droht.
Nicht viel besser ergeht es dem direkten Konkurrenten der HHB, der Reserve der TSV Burgdorf mit derzeit 18:30-Punkten. Die Nachwuchsrecken stehen in der Gefahrenzone. Aber neben einem Nachholspiel gegen die Füchse Berlin II haben die Burgdorfer ein etwas leichteres Restprogramm zu absolvieren. Beim TSV Altenholz ist durchaus ein Punktgewinn realisierbar. Gegen Eintracht Hildesheim und bei den Mecklenburger Stieren Schwerin wird es schwer, einen Sieg zu erzielen. Aber bei HG Hamburg Barmbeck und gegen HSG Ostsee N/G sollten zwei Siege gelingen. Den TSVern um ihren engagierten Coach Heidmar Felixson könnten am Ende 24 Pluspunkte zum Klassenerhalt reichen.
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg und wie und ob die Serie fortgesetzt wird, steht noch lange nicht fest. Im Verlauf der Spielzeit mussten die Felixson-Schützlinge immer wieder mit wechselnden Kaderbesetzungen auflaufen. Die jungen Talente wie Martin Hanne, Veit Mävers, Joshua Thiele, Hannes Feise oder Vincent Büchner bekamen immer mehr Spielanteile in der Bundesligamannschaft und fehlten somit im Drittligateam. Auch Verletzungen einige Akteure wie die von Malte Donker wirbelten den Plan vom TSV-Trainer durcheinander. Umso erstaunlicher war die Leistungsstärke in einigen wichtigen Spielen. Der Punktgewinn beim 29:29-Unentschieden gegen HC Empor Rostock und die wichtigen Siege in Hildesheim (31:27) oder gegen Schwerin (40:31) brachten die jungen Spieler immer wieder in eine gute Position in der Tabelle. Auch in diesem Jahr konnte die TSV gegen TuS Vinnhorst (36:31) und beim Dessau-Rosslauer HV 06 (28:28) überraschen.
Aber die Vorstellungen aus den vergangenen Monaten werden, wenn die Saison weitergespielt wird, kaum noch zählen. Die nächsten Begegnungen sind dann entscheidend und die wollen Bastian Weiß und seine Mitspieler gewinnen, um schnellstmöglich den Klassenerhalt perfekt zu machen. Die Mannschaft und ihr Coach sind optimistisch und alle hoffen, dass sie in dieser Saison nochmal auflaufen dürfen und die Serie geordnet zu Ende spielen können, damit über Auf- und Abstieg nicht am grünen Tisch entschieden werden muss.