Wird die TSV in Wetzlar bestehen können?

Morten Olsen plagt sich seit geraumer Zeit mit Muskelproblemen. Er hofft für einen Erfolg bei der HSG Wetzlar mithelfen zu können. (Foto: Holger Staab)
 
In dieser Saison konnte Torwart Martin Ziemer noch nicht oft überzeugen. Vielleicht gelingt bei der HSG Wetzlar der Durchbruch. (Foto: Holger Staab)

Belastung der vergangenen Wochen sorgt für eine schwere Zeit

BURGDORF (st). In den vergangenen Wochen war die Belastung der Spieler der TSV Hannover-Burgdorf extrem hoch. Die Recken sind im Europapokal, DHB-Pokal und in der DKB Handball-Bundesliga gefordert und so kamen im November sieben Spiele zusammen. Am vergangenen Sonntag dann der Kracher gegen den THW Kiel vor 9.500 Zuschauern in der TUI-Arena. Die Spieler können sich kaum noch erholen und die Kraftreserven sind fast verbraucht. Noch können sie allerdings keine Pause einlegen, denn auch im Dezember stehen sechs Pflichtspiele auf dem harten Programm.
Die Partie gegen den THW Kiel zeigte bei den Akteuren um Fabian Böhm bereits einen hohen Kräfteverschleiß. Die Mannschaft hatte dem Altmeister 50 Minuten lang Paroli geboten, konnte dann aber nur wenig entgegensetzen und kassierte eine 32:25-Niederlage. Die Mannschaft muss durch die verletzten Mitspieler (Mait Patrail, Pavel Atman und Torge Johannsen) einfach zu viel leisten und eine derart starke Truppe, wie die Kieler, ist dann über 60 Minuten die bessere Mannschaft. Das ist augenblicklich nicht die Qualität der Recken, obwohl die TSV in der vergangenen Saison dreimal gegen das Topteam gewinnen konnte.
Gegner wie die HSG Wetzlar müssen bezwungen werden und gegen diesen Widersacher geht es am Sonntag, 9. Dezember, ab 16 Uhr. Die Recken reisen zur HSG und wollen in der 4400 Zuschauer fassenden RITTAL-Arena ein Lebenszeichen setzen. Der Gastgeber ist in der laufenden Spielzeit noch nicht von vielen Erfolgen verwöhnt worden. Trainer Kai Wandschneider musste vor dem Saisonstart den Aderlass von sieben Stammspielern über sich ergehen lassen. Zwar kamen sieben neue Akteure dazu, aber die Leistungsfähigkeit scheint nicht mehr so gegeben zu sein. In den letzten fünf Jahren konnten Plätze zwischen 6. und 11. erreicht werden. Ob das in der jetzigen Situation wieder möglich ist, bleibt abzuwarten.
Aber die Wetzlarer sind keinesfalls schwach und besonders in eigener Halle immer gefährlich. Mit dem ehemaligen Spielmacher Filip Mirkulovski, Joao Ferraz, Alexander Herrmann und Olle Forsel Schefvert ist ein starker Rückraum das Prunkstück der HSG. Auch Nils Torbrügge am Kreis oder die Außenspieler Maximilian Holst und Kristian Weissgerber dürfen nicht unbewacht gelassen werden.
Die TSV Hannover-Burgdorf hat nach einer Woche ohne zusätzliches Spiel ein wenig Luft holen können, mehr aber auch nicht. Die volle Konzentration gilt jetzt dem nächsten Gegner, der HSG Wetzlar. Die Recken wollen einen doppelten Punktgewinn aus Mittelhessen mitnehmen. Aber gerade in der Deckung waren die Burgdorfer anfällig und Trainer Carlos Ortega hat viel im Training gearbeitet, um diese Schwächen abzustellen. Allein die Kompaktheit und die richtigen Entscheidungen werden hier noch nicht getroffen. Ein Erfolg wird nur über eine stabile Defensive fallen, das ist den Spielern um Ilija Brozovic und Co genauso klar, wie dem Coach.
Im Dezember werden noch einige wichtige Entscheidungen fallen, unter anderem wird das wichtige Pokalspiel gegen HC Erlangen (18. Dezember) um den Einzug in das Final4 in Hamburg stattfinden. Die Mannschaft muss sich deshalb voll reinknien und alles versuchen, was möglich ist. Aber das werden Evgeni Pevnov und seine Mitspieler machen, denn sie wollen Erfolge und ihre Fans und sich selbst mit Siegen zufriedenstellen.