TSV Hannover-Burgdorf gastiert bei GWD Minden

Recken-Trainer Carlos Ortega ist vor dem Auswärtsspiel bei GWD Minden skeptisch, ob ein Erfolg gelingen kann. (Foto: Holger Staab)
 
Rückraumspieler Fabian Böhm findet keine Lücke und sucht einen Mitspieler, um den Ball weiter zu spielen. (Foto: Holger Staab)

Auf dem Programm steht die vierte Woche hintereinander mit zwei Pflichtspielen

BURGDORF (st). Was kann die verletzungsgebeutelte Mannschaft der TSV Hannover-Burgdorf noch leisten? Das fragen sich nicht nur die Fans der Recken, sondern auch viele Experten und besonders der nächste Gegner der TSV, das Team von TSV GWD Minden. Am morgigen Donnerstag, 28. Februar, gastieren Kai Häfner und Co in der Kampa-Halle in Minden und hoffen nach dem starken Auftritt beim 26:25-Erfolg gegen die Füchse Berlin jetzt auf den vierten Sieg im vierten Punktspiel des Jahres. Sie treffen dabei aber auf eine gewachsene Mannschaft, die sich in dieser Serie bisher in Spiellaune präsentierte und oft überraschen konnte.
Im Hinspiel gegen Minden war Hannover-Burgdorf gut aufgelegt. Trainer Carlos Ortega hatte die richtige Taktik gewählt und Mait Patrail und seine Mitspieler setzten das auch gut um. Am Ende konnte ein 30:25-Erfolg gefeiert werden. Morgen könnte das ganz anders aussehen, zumal die TSV immer noch auf einige verletzte Spieler verzichten muss. Patrail wird nach seinem Kreuzbandriss noch einige Zeit fehlen, ist im Aufbautraining, aber vor Ende April ist mit einer Rückkehr ins Mannschaftstraining nicht zu rechnen. Hinzu kommen die fehlenden Akteure Pavel Atman, Lars Lehnhoff und Torge Johannsen. Die Burgdorfer sind in dieser Spielzeit wahrlich nicht vom Glück verfolgt.
Die Belastungen der vergangenen drei Wochen werden Ortega zudem nicht in die Karten spielen. Die Spieler sind am Limit, haben seit dem 7. Februar bis heute bereits sechs Spiele in 20 Tagen absolviert und neben dem Punktspiel in der DKB Handball-Bundesliga wird am Sonntag, 3. März, ab 13 Uhr auch noch das Rückspiel im EHF-Cup gegen Grundfos Tatabanya KC ausgetragen. Erst dann haben die Recken eine kleine Pause bevor am 14. März das nächste Pflichtspiel in der TUI-Arena gegen die SG Flensburg-Handewitt folgen wird.
Aber die Doppelbelastung Europa und Bundesliga bringt der TSV jede Menge Respekt, denn die bisherigen Auftritte nach dem Jahreswechsel hatten Licht und Schatten. In Minden wollen Kai Häfner und seine Kollegen deshalb nicht zurückstecken. Sie treten die kurze Reise nicht als Favorit an und das könnte ein Vorteil sein. GWD spielt eine gute Saison und hat sich mit starken Auftritten in das gesicherte Mittelfeld vorgearbeitet. Der ehemalige TSV-Coach Frank Carstens hat eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen, ehrgeizigen Akteuren zusammen und stellt die Mannschaft situationsgenau auf den Gegner ein. So konnten schon wichtige Punkte, wie beim 32:27-Erfolg gegen MT Melsungen oder den beiden Siegen gegen HC Erlangen (29:22 und 29:25) erreicht werden. Aber das Team ist schwankend in den Leistungen und so hoffen die Recken am Donnerstag auf eine nicht so gut aufgelegte Heimmannschaft zu treffen.
Die Defensive von Hannover-Burgdorf muss besonders wachsam sein, denn die GWD kommt immer wieder über Christoffer Rambo von der rechten Rückraumseite und den Ex-Hildesheimer Savvas Savvas aus dem linken Rückraum zu leichten Treffern. Die beiden werden vortrefflich vom erfahrenen Spielmacher Dalibor Doder in Szene gesetzt und brauchen nur noch zu vollstrecken. Gelingt es den Recken, die Rückraumachse zu durchbrechen und am Wurf zu hindern und können sie gleichzeitig die Kreise vom schwedischen Kreisläufer Anton Mansson eingrenzen, dann haben sie die Grundlage für eine Siegchance erarbeitet.
Dann sind im Angriff noch die Vollstreckerqualitäten von Fabian Böhm, Kai Häfner, Morten Olsen und Ilija Brozovic gefordert, um den Sieg zu schaffen. Zwei Punkte auf der Habenseite würden nicht nur den Weg weiter in Richtung eines einstelligen Tabellenplatzes ebnen, sondern für das wichtige Heimspiel gegen Tatabanya Selbstvertrauen in die eigene Leistung bringen.