Trainingsbetrieb soll ruhen

Trainer Philipp Gasde (SV Ramlingen/Ehlershausen). (Foto: Archiv Klaus Depenau)
 
Trainer Darijan Vlaski vom SV Ramlingen/Ehlershausen II. (Foto: Klaus Depenau)
 
Trainer SuS Sehnde: Süleyman Karakaya. (Foto: Klaus Depenau)

Trainer der Altkreisvereine sind skeptisch

Burgdorfer Land (kd). Noch am Donnerstagabend vergangener Woche waren, bis auf wenige Ausnahmen, die Altkreisvereine auf Landesliga- und Bezirksligaebene noch zuversichtlich, nach der langen Winterpause am Wochenende mit dem 20. Spieltag die Rückrunde in ihren Ligen fortzusetzen. Doch blieb dem Niedersächsischen Fußballverband aufgrund der dynamischen und kurzfristigen Entwicklung bei der Verbreitung des Corona-Virus keine andere Wahl, als zum Handeln.
So wurde von höchster Stelle des NFV aufgrund einer kurzfristig einberufenen Präsidiumssitzung ab sofort der Fußballbetrieb in Niedersachsen bis einschließlich Montag, 23. März, komplett eingestellt. Die Generalabsage betriffft alle NFV-Spiel- und Altersklassen im Herren-, Frauen- und Jugendbereich auf dem Feld, sowie Veranstaltungsveranstaltungen in der Halle. "Die sehr dynamische und kurzfristige Lageentwicklung bei der Verbreitung des Corona-Virus hat zu einer Neubewertung in Bezug auf die derzeitige Durchführung des Fußballspielbetriebes im Verantwortungsbereich des NFV geführt."
Um den bisher veröffentlichten behördlichen Anordnungen und der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden", erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath. "Wir haben eine Gesamtverantwortung für die Fußballfamilie. Bei der Dynamik, wie sich das Virus verbreitet, lässt sich der Spielbetrieb aktuell nicht aufrechterhalten." Mit der Aussetzung des Spielbetriebes wolle der Verband helfen, die Verbreitung des Virus bestmöglich einzudämmen.
"Es geht um Risikominimierung und den Schutz der Menschen in Niedersachsen. Neben den Partien des regulären Spielbetriebs sind auch Freundschaftsspiele von der Generalabsage betroffen. Zudem empfiehlt der NFV, den Trainingsbetrieb einzustellen. Dass nach dem 23. März wieder regulär die Saison fortgeführt werden könne, ist unklar. „Eine Verlängerung ist absehbar“, befürchtet Günter Distelrath. Durch das Spielverbot sind also alle Amateurmannschaften zur Zwangspause verdonnert worden.
Das Leben auf den Sportplätzen der Region kommt durch das Corona-Virus zum Stillstand. Zwar zeigen die Verantwortlichen und Trainer volles Verständnis für die Maßnahmen des NFV, doch teilen viele Trainer aber nicht die Auffassung der Verbandsoberen, auch den Trainingsbetrieb einzustellen, wie eine telefonisch Umfrage zeigt, die der MARKTSPIEGEL mit den drei Vereinen SV Ramlingen/Ehlershausen TSV Burgdorf und dem Heeßeler SV in der Landesliga, sowie den sechs Altkreis-Vereinen der Fußball-Bezirksliga 2 durchgeführt hat, wo durchaus gegenteiligen Auffassungen vorherrschen, wie die Zwangspause durchgeführt werden soll.
"Wir haben uns nach der Absage des letzten Spieltages festgelegt, den Trainingsbetrieb bis zum Montag dieser Woche einzustellen. Meinen Spielern habe ich allerdings Hausaufgaben erteilt, wie sie sich durch Läufe im Freien fithalten sollen. Auf keinen Fall gehören Aktivitäten im Fitnesscenter dazu. Wie es in Zukunft mit dem Spielbetrieb weitergeht, muss man sehen. Auf jeden Fall genießt die Gesundheit eines jeden Spielers die oberste Priorität. Schließlich haben wir auch eine Verantwortung gegenüber unseren Spielern", ist sich Philipp Gasde, Trainer des Landesliga-Spitzenreiters SV Ramlingen/Ehlershausen bewusst.
Spieler müssen sich fit halten
"Die erfolgten Maßnahmen des NFV sind richtig", sagt Frank Weber, Trainer der TSV Burgdorf, der allerdimgs das Training fortsetzen will. "Wo das geschehen wird, muss man sehen. Ich habe bereits indivifuelle Trainingspläne für unsere Spieler erstellt. Es ist natürlich frustrierend, wenn man ständig trainiert und dann doch nicht spielen kann", weiß Burgdorfs Trainer um die Gemütslage seiner Spieler und vor der schwierigen Entscheidung seines 2. Vorsitzenden Walter Eckhoff, der sich den Empfehlungen des NFV nicht widersetzen will.
"Das wird auch der Heeßeler SV nicht tun", wie ihr sportlicher Leiter Ralf-Robert Rohden glaubt. Zumal Heeßels Trainer Martin Mohs auch als Teamleiter des Trainerstabes ein leitender Angestellter des NFV ist. "Ich denke aber, dass sich unsere Spieler individuell auf die Fortsetzung der Rückserie vorbereiten werden. Da gibt es für jeden Aktiven genügend Gelegenheiten, für sich als Spieler etwas zu tun, um sich fitzuhalten", weiß "Robby" Rohden aus seiner langjährigen Erfahrung als Trainer.
"Ich habe meinen Spielern jetzt jetzt vier Tage frei gegeben. Wie es weitergeht, weiß ich auch noch nicht. Auf jeden Fall werde ich mich mit unserem Cheftrainer Phlipp Gasde und unserem sportlichen Leiter Kurt Becker abstimmen, wie wir weiter verfahren wollen", sagte Darijan Vlaski, Trainer der Reserve des SV Ramlingen/Ehlershausen II, dessen Akteure sich mit Intervall- und Steigerungsläufen fithalten wollen.
"Die Stadtverwaltung Sehnde hat mit sofortiger Wirkung alle städtischen Einrichtungen gesperrt und alle städtischen Veranstaltungen bis Ende April abgesagt", ließ Trainer Süleyman Karakaya wissen. "Da erübrigt sich die Frage, wo wir trainieren werden", fügt Sehndes Coach hinzu. "In den "Sozialen Netzwerken" wird bereits über eine vorzeitiges Ende der Saison spekuliert. So weit will ich aber nicht gehen. Doch weiß derzeit keiner, wie das Virus eingedämmt werden kann. Ich kann daher nur Läufe in freier Natur empfehlen", sagt Süleyman Karakaya.
"In dieser Woche fällt das Training bei uns aus", kündigte Trainer Willi Gramann vom FC Lehrte an, der darauf hofft, dass möglichst bald das Virus eingedämmt werden kann. "Völlig richtig ist die Entscheidung des NFV, den Spielbetrieb bis auf weiteres einzustellen. Die Gesundheit der Spieler hat absoluten Vorrang. Wie es danach weiter geht, müssen wir sehen", sagt Willi Gramann, dem vom FC-Vorstand mit Michael Fitzner als noch aktiven Spieler und Kotrainer in der kommenden Saison ein Nachfolger für Patrick Heldt zur Seite gestellt wird, den der FC-Cheftrainer als seinen absoluten Wunschkandidaten bezeichnete.
"Die Stadt Sehnde hat die Sportstätten und Schulen ab sofort bis zum 18.April 2020 geschlossen. Die Sportangebote des MTV Ilten entfallen daher für diesen Zeitraum. Selbst unser Vereinsheim „Stammplatz“ bleibt bis auf weiteres geschlossen,", bedauert Florian Schierholz. "Daher bleibt unseren drei Herrenmannschaften keine andere Wahl, als uns mit Waldläufen fit zu halten, um dann möglichst bald wieder einen geregelten Trainingsbetrieb aufnehmen zu können, wünscht sich Iltens Trainer.
"Dass vom NFV ein Spielverbot für alle Ligen verhängt wurde, muss ich akzeptieren", sagt Trainer Markus Olschar vom SV 06 Lehrte. "Doch werden wir in Ruhe die weitere Entwicklung abwarten und nicht in Panik verfallen", kündigte der 06-Coach an, der nach einer kurzen Pause dann wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen will. "Schließlich muss es weitergehen." Dagegen übt sich Peter Wedemeyer vom SV Adler Hämelerwald in Geduld. "Vorrang hat die Eindämmung des Virus. Da sollte der Fußball in den unteren Klassen in den Hintergrund rücken", wünscht sich Hämelerwalds Trainer, dass am Ende alles gut gehen wird.