Teams lassen die Trainer strahlen

Ruben Peters kann sich nicht nur über einen gewonnenen Punkt freuen, sondern im Anschluss auch über die Ehrung als wertvollster Spieler seines Teams. (Foto: Börge Albers)
 
Aligses Dana Lichtendonk (8) lässt mit ihrem wuchtigen Schmetterball der Kölnerin Hannah Mörke keine Abwehrchance. Zuspielerin Lea Frackmann beobachtet die Aktion. (Foto: Nina Zimmermann / Volleyballfreak)
 
Kein Durchkommen für den Kölner Angriff: Die Aligserinnen Gesa von Harlessem (1) und Annika Hein (12) wehren mit vereinten Kräften ab. (Foto: Nina Zimmermann / Volleyballfreak)

Volleyball: Nächstes Heimspiel am Samstag, 16. November

LEHRTE (r/gg). Zweimal drang am vergangenen Samstagabend lauter Siegesjubel aus der Lehrter Sporthalle in der Schlesischen Straße - und dies obwohl dort um 20 Uhr nur die Aligser Herren in der der Dritten Liga West ihre Partie gegen die Solingen Volleys austrugen und mit 3:0 Sätzen siegten.
Bereits eine Stunde früher hatte jedoch das Spiel der Aligser Damen bei der zweiten Vertretung des FCJ Köln begonnen, das etliche Zuschauer im Live-Ticker auf ihren Mobiltelefonen verfolgten. Als in Köln - passend genau in der 10-Minuten-Pause des Herrenspiels - die Aligserinnen ihren dritten Matchball zum 3:1-Auswärtssieg verwandeln konnten und dies vom Lehrter Hallensprecher verkündet wurde, war der Jubel bei den Aligser Fans natürlich groß. Dabei waren die "Red Girls" - aufgrund von Verletzungen und Auslandsaufenthalten gehandicapt - nur mit acht Spielerinnen - inklusive Libera - in die Domstadt gefahren, so dass nur eine echte Wechselspielerin zur Verfügung stand. Eine Ergänzung des Kaders mit Spielerinnen aus dem Verbandsligateam war dieses Mal nicht möglich, da diese selbst im Einsatz waren. So war denn als einzige etatmäßige Außenspielerin nur Leonie Lamp dabei, weshalb erneut die sonst als Zuspielerin wirkende Mannschaftsführerin Lena Onnen auf dieser Position aushelfen musste. "Da darf jetzt personell nicht mehr viel passieren, sonst wird es böse für uns", kommentierte denn auch Coach Matthias Raschke die Situation vor dem Spiel. Doch war seine Mannschaft bereit, diese Herausforderung zu meistern. Die ersten beiden Sätze waren geprägt von druckvollen Aufschlägen, einer sicheren Annahme und viel Feuer im Aligser Angriff. Die SFA-Damen ließen die Kölnerinnen überhaupt nicht ins Spiel kommen, sodass die Sätze mit 25:12 und 25:17 an die Sportfreunde gingen. In Satz drei war dann aus Aligser Sicht plötzlich der Wurm drin. Gleich zu Beginn konnten sich die Kölnerinnen mit einer starken Aufschlagserie bis auf 13:3 absetzen, bevor Aligses Frauen den Abstand etwas verkürzen konnten. Aber die weiteren Aufschläge und die Annahme der Gastgeber wurden nun stabiler und der Satz ging letztendlich deutlich mit 25:19 an das Team des FCJ. Der vierte Satz war dann ein wahrer Kampf. Bis zum Schluss konnte sich kein Team wirklich absetzen. Doch die Aligserinnen bewiesen in der entscheidenden Phase erneut ihre außerordentliche mentale Stärke und bewahrten den kühleren Kopf und schöpften aus Erfahrungen und Emotionen in der 2. Bundesliga, so dass der Satz mit 28:26 und somit das Spiel mit 3:1 nach Aligse ging! Aufgrund dieses Sieges ist das Team auf den vierten Tabellenplatz vorgerückt, die Auszeichnung als wertvollste Spielerin konnte erneut Zuspielerin Lea Frackmann in Empfang nehmen.
Leichter war, zumindest nach der Papierform, die Aufgabe der Herren daheim gegen das Tabellenschlußlicht Solingen, zumal sich die personelle Situation gegenüber der Vorwoche deutlich entspannt hatte. Zwar mussten Marc Rothbarth und Roman Kammer noch passen, doch hatten Ruben Peters und Bastiaan Göppert ihre Erkältungen überwunden. Und da auch Zuspieler Marten Ahlborn nach seiner Verletzung (Daumenbruch) wieder einsatzbereit war, standen den Trainer Christian Franz und Maik Böske ausreichend Wechselmöglichkeiten zur Verfügung. Sein Team zeigte vom ersten Ballwechsel an, dass es den Gegner nicht unterschätzen würde. Das junge Solinger Team zeigte durchaus gute Ansätze und auch einige sehenswerte Angriffsvarianten, doch aufgrund der meist druckvollen Aligser Aufschläge und Angriffszüge konnten die Klingenstädter nur selten ihr eigenes Spiel aufziehen. Insbesondere Ruben Peters, der nach dem Spiel auch verdient vom Solinger Trainer als wichtigster Aligser Spieler ausgewählt wurde, aber auch Bastiaan Göppert und Moritz Viemann punkteten immer wieder über die Außen- und Diagonalposition. Mit 25:16, 25:18 und noch einmal 25:18 waren die Sätze dann auch eine klare Beute der Aligser Gallier, für die damit nach nur 67 Spielminuten ein glatter 3:0 Heimsieg unter Dach und Fach gebracht war. "Wir spielen halt am liebsten zu Hause vor unserem Heimpublikum - und ich glaube, das hat man heute auch gesehen", fasste ein zufriedener Christian Franz, der aufgrund des nie gefährdeten Sieges denn auch nur eine Auszeit während der gesamten Partie genommen hatte, den Spielverlauf zusammen. Durch diesen Sieg verbesserte sich sein Team in der Tabelle auf den sechsten Platz.
Am Samstag, 16. November, dürfen die Gallier gleich noch einmal zu Hause antreten, ein gutes Vorzeichen also, um weitere Punkte auf die Spitzengruppe aufzuholen. Gegner in der Sporthalle Schlesischen Straße werden dann die Ratinger "Füchse" von ART Düsseldorf sein, die derzeit in der Tabelle mit sechs Punkten auf dem 10. Platz - damit auf einem Abstiegsplatz - stehen. In acht Spielen konnten die Düsseldorfer bisher nur zweimal als Sieger den Platz verlassen, wobei sie zuletzt zwei Niederlagen hintereinander hinnehmen mussten. Der Trend spricht also eher gegen die "Füchse", da diese mit einem Punktgewinn bei Aligses Galliern jedoch die Abstiegsplätze hinter sich lassen könnten, müssen sich diese auf äußerste Gegenwehr der Gäste einstellen. Der Anpfiff erfolgt um 20 Uhr, die Abendkasse öffnet wie immer eine Stunde eher.
Da die Aligser Frauen erst am Sonntag, 17. November, um 16 Uhr beim TV Cloppenburg antreten müssen, werden auch sie die Herren am Samstag mit anfeuern können. Die Cloppenburger spielen mittlerweile ihre siebte Saison in der Dritten Liga und belegen derzeit den siebten Tabellenplatz. Die Gastgeberinnen haben bereits acht Spiele - somit eins mehr als Aligses Frauen - absolviert und gingen dabei dreimal als Sieger vom Platz. In den letzten vier Spielen folgten - ebenso wie bei den SFA-Frauen - zwei Siege auf zwei Niederlagen. Beide Mannschaften befinden sich also im Aufwind, so dass ein spannender Spielverlauf erwartet werden kann. Da sich das Aligser Lazarett bis zu diesem Wochenende nicht lichten wird und auch die Aligser Verbandsligadamen erst am Sonntag spielen, bleibt die personelle Situation jedoch weiterhin prekär, so der Bericht von Christian Rauhut.