Statt Zweiter gegen Dritter, jetzt Zweiter gegen Siebter

Dynamisch über die Mitte: Steffen Barklage (Nr. 5) nimmt Maß, beobachtet von Zuspieler Marten Ahlborn (2) und Roman Kammer (15). (Foto: SF Aligse)
 
Höchste Konzentration vor dem Aufschlag: Spielertrainer Marten Ahlborn. (Foto: SF Aligse)

Aligses Volleyballer hadern mit Punktabzug, Regularien bringen hohe Strafzahlung

Zufrieden mit dem Spiel gegen den letztjährigen Volleyball Drittligameister SVG Lüneburg II und dennoch eine Menge Frust geschoben, so lässt sich die Stimmungslage der ersten Herrenvertretung der Sportfreunde Aligse (SFA), nach dem Spiel am vergangenen Samstag zusammenfassen. Zwar unterlagen die Aligser "Gallier" der Lüneburger Erstligareserve mit 2:3 Sätzen (25:23, 27:25, 16:25, 14:25, 13:15), doch zeigte sich Spielertrainer Marten Ahlborn nicht unzufrieden. "Wir konnten personell nicht aus dem Vollen schöpfen, insgesamt standen nur zehn Spieler zur Verfügung, von daher sind wir insgesamt zufrieden mit dem einen Punkt, den es für die zwei gewonnenen Sätze gibt". So fehlte unter anderen Mittelblocker Patrick Schön, der am Vortag zum ersten mal Vater geworden war und bei seiner Frau Inga und Söhnchen Ben Keno blieb. In den ersten beiden Sätzen hatten die Sportfreunde gegen die Gastgeber gut gegenhalten können, als diese in den Folgesätzen dann jedoch mit ihren fünf ehemaligen Erstligaspielern noch einmal "eine Schippe drauflegten" waren die Abwehrbemühungen allerdings meist vergeblich. Den entscheidenden fünften Satz gestaltete das Aligser Team dank eines guten Auftakts mit druckvollen Aufschlägen lange Zeit offen, letztendlich fehlte zum Ende dann doch das notwendige Glück, um den "LüneHünen" mehr als einen Punkt zu entreißen.
So belegen die Sportfreunde nach drei Spielen nun eigentlich mit sechs Punkten den dritten Tabellenplatz, doch ereilte das Team am Wochenende eine Sanktionsmitteilung des Verbandes: Da die Sportfreunde statt der geforderten zwei, nur einen Schiedsrichter mit Lizenz für die Dritte Liga melden konnten, müssen sie nicht nur eine Strafzahlung von 1.000 Euro leisten, sondern bekommen zusätzlich sofort drei Punkte abgezogen, da auch schon im Vorjahr diese Vorgabe nicht erfüllt werden konnten. "Auch wenn es diese Regel wohl schon seit Einführung der Dritten Liga gibt, da hätten wir uns schon noch eine Vorwarnung gewünscht, dann hätten wir noch einmal alle Hebel in Bewegung setzten können" ärgert sich Marten Ahlborn, der jedoch zugleich darauf hinweist, dass es äußerst schwierig sei, Kandidaten zu finden. "Wer als Schiedsrichter die erforderliche B-Lizenz hat, will dann meist in den Bundesligen eingesetzt werden, was durch eine Meldung für die Dritte Liga aber ausgeschlossen ist - und schnitzen können wir uns keinen." Das dies nicht nur ein Problem der Aligser Volleyballer ist, zeigt der Umstand, dass auch Ligakonkurrent Tebu Volleys aus gleichem Grund mit einer solchen Strafe belegt wurde.
Nun geht man nach Punktabzug also nur als Tabellensiebter in die Begegnung gegen die Solingen Volleys, die als Tabellenzweiter anreisen. Die Solinger haben gute Erinnerungen an Aligse, denn hier konnten sie vor zweieinhalb Jahren am letzten Spieltag der Zweitligasaison die Meisterschaft und den Aufstieg in die erste Bundesliga feiern. Mit der damaligen Mannschaft, die in der höchsten Spielklasse auch trotz Verpflichtung zahlreicher ausländischer Spieler und vorübergehender Umbenennung in Bergische Volleys keinen Fuß fassen konnte und in dieser Saison einen Neuanfang in der dritten Liga versucht, hat das aktuelle Team personell jedoch nichts mehr gemein. Neben äußerst erfahrenen Spielern wie beispielsweise dem Niederländer Huib den Boer im Zuspiel, der mehr als zehn Jahre Bundesligaerfahrung aufweist und auch mit 36 Jahren nicht nur aufgrund seiner Körperlänge von 1,92 Meter einer der Größten ist, stehen aber auch wieder Solinger "Eigengewächse" wie der erst 17-jährige Mittelblocker Nick Simon im Mannschaftskader. Die neu zusammengestellte Mischung scheint bisher zu stimmen, aus den ersten beiden Spielen holten sich die Solinger jeweils die volle Punktzahl von drei Punkten.
Das Aligser Trainerquartett erwartet für die Begegnung am kommenden Samstag, 6. Oktober, eine ausgeglichene Begegnung. Die Tageskasse in der Sporthalle Lehrte-Mitte (Schlesische Straße) öffnet um 19 Uhr, der Anpfiff erfolgt um 20 Uhr.