Recken wollen in Bietigheim Charakter zeigen

Trainer Carlos Ortega weiß, wo es langgeht. Der Coach der TSV Hannover-Burgdorf hofft auf einen Erfolg seines Teams bei der SG BBM Bietigheim. (Foto: Holger Staab)
 
Nejc Cehte, Linkshänder der Recken, lässt sich trotz Gegenspieler nicht vom Torwurf abbringen. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf gastiert beim Abstiegskandidaten

BURGDORF (st). Es hilft alles nichts. Der TSV Hannover-Burgdorf scheint in der Endphase der Saison zwar die Puste auszugehen, aber mindesten zwei Siege sollen noch geschafft werden. Da haben die Recken in den nächsten beiden Begegnungen bei den Abstiegskandidaten SG BBM Bietigheim und gegen VfL Gummersbach wohl die meisten Chancen und die sollen konsequent genutzt werden.
Nach Europapokalaus und einem bitteren Ende im Halbfinale des DHB-Pokals will die TSV Hannover-Burgdorf jetzt die Serie mit Anstand zu Ende bringen. Schon das wird keine leichte Aufgabe, denn der Kader ist aufgrund von Verletzungen und Blessuren ausgedünnt. Neben den Langzeitverletzten Lars Lehnhoff und Mait Patrail fehlt augenblicklich auch noch Pavel Atman (Leistenprobleme). Morten Olsen (Handgelenkverletzung) und Nationalspieler Fabian Böhm (Bauchmuskelbeschwerden) sind angeschlagen, können aber wohl spielen. Die Recken spielen mit dem letzten Aufgebot.
Keine guten Voraussetzungen für die Partie am morgigen Donnerstag, 9. Mai, um 19 Uhr bei der SG BBM Bietigheim. Gerade im Rückraum hat die Mannschaft große Herausforderungen und neben den angeschlagenen Spielern nur noch zwei etatmäßige Akteure mit Kai Häfner und Nejc Cehte auf der rechten Halbposition. Die jungen Talente aus der Reserve werden aushelfen müssen. Hannes Feise steht zur Verfügung, aber ob Veit Mävers dabei sein kann wird sich erst kurzfristig herausstellen. Mävers spielt mit seinen Teamkameraden aus der A-Jugend gerade um die deutsche Meisterschaft. Die Situation vor der Partie gegen den Abstiegskandidaten ist also nicht vorteilhaft.
Dabei hat die TSV noch etwas gut zu machen. Im Hinspiel gegen Bietigheim gab es eine überraschende 26:27-Niederlage gegen die SG. Das war Mitte November 2019 der Anfang einer Niederlagenserie mit sieben Pleiten in Folge bis zum Ende des Jahres. Erst ein Sieg gegen Stuttgart im Februar durchbrach die Negativserie. Die Burgdorfer sollten deshalb Bietigheim nicht unterschätzen, aber die Personalsituation lässt dies wohl auch nicht zu.
Der Gastgeber wittert noch die Chance auf das Erreichen des Relegationsplatzes, den bisher der VfL Gummersbach mit zwei Pluspunkten mehr einnimmt. Aber nur ein Sieg gegen die TSV in der EgeTrans Arena in Bietigheim-Bissingen hilft der SG weiter.
Hannover-Burgdorf muss sich also auf eine hochmotivierte Mannschaft einstellen und selbst versuchen, alles in die Waagschale zu werfen, um nicht noch eine bittere Niederlage zu kassieren. Nach der 25:30 Niederlage gegen den SC Magdeburg am vergangenen Sonntag hatten die Spieler kaum Zeit, sich auf Bietigheim einzustellen, aber das sind sie bereits gewohnt. In jedem Fall werden sie auf den erfahrenen Spielmacher Michael Kraus achten müssen, der mit seinen überraschenden Würfen aus dem Rückraum für Gefahr sorgt und erst im Laufe der Saison von TVB 1898 Stuttgart zur SG BBM Bietigheim wechselte.
Darüber hinaus stehen mit Maximilian Trost, Dominik Claus, Patrick Rentschler und Jonas Klink einige Spieler in den Reihen des Gastgebers, die jederzeit für Gefahr sorgen. Das größte Plus ist bei Bietigheim aber die mannschaftliche Geschlossenheit. Merken die SG-Spieler, dass ein Gegner schwächelt, dann sind sie zur Stelle und werden der TSV eine Pleite beibringen, wenn die keine aggressive Gegenwehr zeigt.
Interessant wird auch die Leistung von Torwart Domenico Ebner zu bewerten sein. Ebner wird in der neuen Saison 2019/2020 für die TSV im Tor stehen und will seinen neuen Trainer Carlos Ortega von seinen Qualitäten überzeugen. Das hat er bereits in vielen Spielen in dieser Serie gezeigt.
Die Recken werden also nur eine Chance auf einen Sieg haben, wenn sie ihre Chancen konsequent nutzen und in Angriff und Abwehr, unabhängig von der Situation mit einem kleinen Kader, gleichermaßen überzeugen können.