Recken wollen gegen Aufsteiger Balingen punkten

Mit einem kraftvollen Schrei versucht Nejc Cehte von den Recken dem Ball bei einem Dreher noch den richtigen Drall zu geben. (Foto: Holger Staab)

Ehemaliger Coach Jens Bürkle will Hannover-Burgdorf fordern

BURGDORF (st). Jetzt geht es Schlag auf Schlag bei der TSV Hannover-Burgdorf. Die Liqui Moly Handball-Bundesliga nimmt Fahrt auf und das bedeutet für die Recken ein vollgestopfter Spielplan. Nach der überzeugenden Partie mit dem 27:24-Sieg am vergangenen Samstag bei FrischAuf! Göppingen geht es bereits am heutigen Mittwoch mit dem 3.Spieltag gegen HBW Balingen-Weilstetten weiter. Am Sonntag, 8. September, reisen die Spieler um Trainer Carlos Ortega dann zum TBV Lemgo-Lippe. Ein hartes Programm, aber die TSVer freuen sich auf die Partien, denn nach der langen Vorbereitungszeit wollen sie endlich zeigen, was in ihnen steckt.
Die Mannschaft muss sich nach dem Abgang so wichtiger Spieler wie Kai Häfner oder Lars Lehnhoff erst finden. Das ist verständlich, aber gerade zum jetzigen Zeitpunkt spielen die Burgdorfer gegen Gegner, die von der Papierform her zu bezwingen sind. Die Begegnungen gegen GWD Minden (36:30) und Göppingen (27:24) haben das bereits gezeigt. Evgeni Pevnov und seine Mitspieler konnten sich gut präsentieren und die ersten vier Punkte einspielen. Nach den beiden Spielen in dieser Woche folgt am 15. September ab 13.30 Uhr das Heimspiel gegen den hoch eingeschätzten Bergischen HC und dann geht es am 19. September zum Auswärtsspiel zum TBV 1898 Stuttgart. Anschließend warten die Spitzenmannschaften SG Flensburg-Handewitt, MT Melsungen, SC Magdeburg und die Rhein-Neckar Löwen auf die Recken. Vier hammerharte Gegner und bis zu den Partien gegen die Topteams der vergangenen Jahre will Ortega bereits wichtige Punktgewinne eingespielt haben.
Das Heimspiel gegen den Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten heute um 19 Uhr in der Swiss Life Hall ist deshalb von großer Bedeutung. Morten Olsen und Co wollen zwei Pluspunkte und hoffen dazu auf die Unterstützung der hannoverschen Fans. Die Swiss Life Hall soll wieder eine echte Recken-Festung werden und alle Teams der Eliteliga sollen mit Respekt und vielleicht ein wenig Angst vor dem Verlieren nach Hannover anreisen.
Balingen-Weilstetten ist mit 61:15-Punkten als Meister der 2. Bundesliga recht souverän in die 1. Liga aufgestiegen. Mit HBW kommt der ehemalige TSV-Trainer Jens Bürkle nach Hannover und der will heute die Punkte nicht als Geschenk mitbringen. Balingen will zeigen, dass sie nicht zu Unrecht aufgestiegen sind und sich für die Saison gut vorbereitet haben. Mit Vladan Lipovina und Lars Möller von den Rhein-Neckar Löwen, Mike Jensen vom dänischen Verein Nordsjaelland Handbold haben sie sich gezielt verstärkt. Zudem ist jetzt fest im Team Juna de la Pena, der schon während der Aufstiegssaison vom SC Magdeburg zu den Galliern von der Alb, wie HBW auch genannt wird, wechselte. Nach einigen Jahren in der ersten Bundesliga stiegen die Balinger 2017 ab und sind jetzt zurück. HBW-Manager Wolfgang Strobel: „Viele in ganz Handball-Deutschland haben gesagt, dass wir nun wieder da sind, wo wir hingehören.“ Das Potenzial für die höchste deutsche Spielklasse haben die Schwaben. Der Kader ist breit aufgestellt und mit Lipovina im rechten Rückraum und Torwart Jensen sind starke Neuzugänge mit dabei, die Klasse zu halten und vielleicht ein wenig mehr. In eigener Halle sind die Balinger eine Macht, das haben 27 Siege in Serie in der 2. Liga seit Februar 2018 gezeigt, aber ob die Bürkle-Schützlinge auch in Hannover bestehen können, wird sich zeigen.
Die TSV ist für Balingen gewappnet. Die verjüngte Mannschaft will sich von Spiel zu Spiel steigern und besonders in der Anfangsphase der Serie gegen bezwingbare Gegner überzeugen. Mit der Erfahrung der Akteure um Kapitän Fabian Böhm und der Spritzigkeit der jungen Talente um Martin Hanne ist vieles möglich, aber Schwankungen in den Leistungen werden durchaus möglich sein. Die Recken wollen heute ihren Fans ein begeisterndes Spiel zeigen und sich von der ersten Minute für den zweiten Heimsieg der Saison ins Zeug legen. Gelingt ihnen im Angriff ein überwiegend fehlerfreier Aufbau und können sie in der Abwehr wieder ein Bollwerk aufbauen, dann sollte ein Erfolg realisierbar sein. Das Selbstvertrauen könnten sie dann für die nächste Partie beim TBV Lemgo in der Lipperlandhalle und darüber hinaus für die Aufgaben im September und Oktober mitnehmen.