Recken ohne Druck gegen den Spitzenreiter

Linksaußen und Nachwuchsspieler Vincent Büchner hat sich mit guten Leistungen in den Bundesligakader gespielt. (Foto: Holger Staab)
 
Ist Spielmacher Morten Olsen gegen Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt in Spiellaune, dann kann eine Überraschung gelingen.  (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf will die Meisterschaft spannend machen

BURGDORF (st). Nach einem hochanstrengenden Februar und dem Europapokalheimspiel gegen Grundfos Tatabanya am 3. März konnte sich die TSV Hannover-Burgdorf in der vergangenen Woche ein wenig ausruhen, die Wunden lecken und sich auf die kommenden schweren Aufgaben in der DKB Handball-Bundesliga und im EHF-Cup vorbereiten. Allerdings werden die nächsten Wochen wiederum kein Zuckerschlecken und die Spieltermine lassen wenig Zeit zum Verschnaufen. Das nächste Heimspiel am morgigen Donnerstag, 14. März, um 19 Uhr gegen den souveränen Tabellenführer der Bundesliga, SG Flensburg-Handewitt, können die Recken allerdings ganz ohne Druck angehen.
Danach geht es wieder Schlag auf Schlag, denn schon am 21. März reist die TSV zu HC Erlangen, am 24. März geht die Reise zu HC Eurofarm Rabotnik Bitola nach Mazedonien und am 27. März wird das letzte Gruppenspiel in eigener Halle gegen RK Nexe Nasice angepfiffen. Den Abschluss im März bildet die Begegnung am 31. März gegen HSG Wetzlar. Das sind wieder fünf Partien innerhalb von 18 Tagen. Ein Mammutprogramm, dass die Mannschaft trotz der vielen verletzten Akteure hoffentlich gut wegstecken kann.
Die Ruhephase Anfang März, nach dem doch enttäuschenden 27:27-Remis gegen Tatabanya verbrachten die Schützlinge von Trainer Carlos Ortega mit Regeneration und Aufbautraining für die noch anstehenden Aufgaben. Die Recken wollen noch einiges erreichen, denn am 6. und 7. April steht noch das Final4 in Hamburg auf dem Programm und im DHB-Pokal haben sie als Vizepokalsieger noch etwas zu verteidigen.
Der erste Blick geht jetzt für die TSV aber in Richtung Bundesligapartie gegen Flensburg und der Meisterschaftsfavorit soll in der TUI-Arena zu spüren bekommen, dass sich Burgdorf nicht ohne Gegenwehr zwei Punkte entführen lässt. Bisher sind die Flensburger in der Liga der absolute Spitzenreiter und haben bereits sechs Punkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten THW Kiel und acht Punkte Differenz zu den Rhein-Neckar Löwen. Konnte das Team von Maik Machulla in der vergangenen Spielzeit etwas glücklich die Deutsche Meisterschaft gewinnen, scheint es in dieser Saison einen Durchmarsch zu geben. Bisher hat die SG noch keinen Verlustpunkt und ist das Maß aller Dinge.
Im Hinspiel in Flensburg hatten sie gegen die TSV Burgdorf-Hannover ein wenig Glück und gewannen nur knapp mit 29:28-Toren. Die TSV hatte sich trotz Verletzungssorgen tapfer gewehrt und hätte zumindest ein Unentschieden verdient gehabt. Die Chance auf einen doppelten Punktgewinn ist morgen durchaus gegeben, zumal Christian Ugalde und seine Mitspieler in eigener Halle auf den Meister treffen. Mit dem begeisterungsfähigen hannoverschen Publikum im Rücken ist vieles möglich.
Allerdings müssen die Recken einen guten Tag erwischen. Nach elf Tagen Pause für die meisten Akteure, die Nationalspieler Kai Häfner, Timo Kastening und Fabian Böhm waren für Deutschland gegen die Schweiz aktiv, könnte wieder Kraft für die weiteren Aufgaben im März zurückgekehrt sein. Damit lässt sich auch eine Topmannschaft wie die SG Flensburg-Handewitt in Gefahr bringen. Grundlage dürfte wieder eine gute Abwehrleistung sein. Der Mittelblock mit Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic wird der Schlüssel zum Erfolg sein. Können die beiden, den gefährlichen Flensburger Rückraum unschädlich machen und werden die schnellen überfallartigen Gegenstöße unterbunden, wäre die Grundlage geschaffen.
Dann sind die Offensivqualitäten von Häfner und Morten Olsen gefragt, die nicht zu vorschnell abschließen dürfen, sondern geduldig die Torchancen erarbeiten sollen.
Zusammen mit den Fans und einer Topleistung soll die SG bezwungen werden, damit die eigenen Ambitionen auf einen einstelligen Tabellenplatz wieder in Reichweite kommen und die Meisterschaft wieder spannend gemacht werden.