Recken gehen mit Volldampf nach Europa

Hinspiel gegen Benfica Lissabon soll beruhigenden Vorsprung bringen

BURGDORF (st). Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte startet die TSV Hannover-Burgdorf auf internationaler Ebene im Europapokal. Vor fünf Jahren schafften die Recken gegen die Kadetten Schaffhausen sogar den Einzug in die Gruppenphase des EHF-Cup und das wollen sie jetzt wieder schaffen. Dazu benötigen sie gegen Benfica Lissabon zwei starke Leistungen in Hin- und Rückspiel, denn der Gegner hat Qualität und starke Spieler im Kader. Die Recken hoffen deshalb besonders im Hinspiel in eigener Halle auf eine lautstarke Unterstützung der hannoverschen Fans.
Die TSV Hannover-Burgdorf hat in der dritten Qualifikationsrunde des EHF-Cups den portugiesischen Vertreter Benfica Lissabon zugelost bekommen. Das Hinspiel findet am heutigen Sonnabend, 17. November, ab 19 Uhr zuerst in Hannover statt, im Rückspiel reisen die Niedersachsen in die portugiesische Hauptstadt. In Hannover wird in der Swiss-Life Hall gespielt, weil die größere TUI-Arena vom deutschen Komiker Mario Barth belegt ist. „Es hätte einfacher kommen können. Benfica hat starke Spieler in seinem Kader. Wir brauchen zwei sehr gute Leistungen, wenn wir uns für die Gruppenphase qualifizieren wollen“, ist die klare Aussage von Hannovers Trainer Carlos Ortega zum heutigen Gegner.
Die Gäste waren in Portugal bereits siebenfacher Meister und sechsmal Pokalsieger und schafften in der Serie 2017/2018 einen respektablen 3. Platz. Während die Recken erst jetzt in den Europapokal einsteigen, hat Lissabon in der 2. Runde den isländischen Vertreter Hafnarfjördur als Gegner gehabt. In zwei Partien gewannen die Portugiesen mit 37:32- und 34:31-Toren. Beide Begegnungen fanden in Lissabon statt, weil Hafnarfjördur auf das Heimrecht verzichtete. Der Kapitän der Recken, Kai Häfner, hat gehörigen Respekt vor Benfica: „Wir haben ohne Frage einen schweren Gegner bekommen. Zudem spielen wir zuerst Zuhause, was auch kein Vorteil ist. Wir brauchen im ersten Spiel ein gutes Ergebnis, um mit einem Vorsprung nach Lissabon zu reisen.“
Der Respekt gilt besonders den drei ehemaligen Bundesligaprofis, die in Lissabon spielen. Der mazedonische Nationaltorwart Borko Ristovski spielte beim VfL Gummersbach, bei den Rhein-Neckar Löwen und zuletzt auch in Barcelona und wird einigen TSV-Spielern gut in Erinnerung sein. Der Serbe Stefan Terzic spielte in der deutschen Liga für HSV Hamburg und der Franzose Kevynn Nyokas bei FrischAuf! Göppingen. Beide Akteure sind im Angriff sehr torgefährlich und werden von der Recken-Defensive eng bewacht werden.
Mit Carlos Resende haben die Gäste der TSV einen ehemaligen Crack in Portugal als Trainer. Der 47-jährige spielte 250mal für Portugal und erzielte dabei 1444 Treffer. Er hat die Recken um Morten Olsen im Videostudium analysiert und erhofft sich schon in Hannover ein gutes Ergebnis, um im Rückspiel in einer Woche die Gruppenphase erreichen zu können.
Das wollen Fabian Böhm und seine Mitspieler unbedingt verhindern. Das Erreichen des EHF-Cups ist ein großer Erfolg, aber jetzt wollen die TSVer mehr. Das Aushängeschild ist zum Start in der Saison die Abwehr gewesen. In den letzten Partien gab es hier aber Schwachpunkte, die Ortega bis zum Europapokalspiel heute verbessert haben will.
Gelingt es, die Benfica-Spieler vor Probleme zu stellen und sie zu Fehlern zu zwingen, dann können Christian Ugalde und Timo Kastening über die Außenpositionen zu einfachen Treffern durch Gegenstöße kommen. Wenn dann noch die Chancenverwertung gut ist, sollte ein Erfolg gelingen. Die Recken dürfen aber auch bei einem komfortablen Vorsprung nicht nachlassen, denn das Rückspiel in Portugal im Pavilhao da Luz in Lissabon wird kein Selbstläufer und das Ziel Gruppenphase ist erst erreicht, wenn beide Partien erfolgreich gestaltet werden konnten. Das sieht auch der sportliche Leiter der TSV, Sven-Sören Christophersen so: „Wir müssen im Hinspiel ein starkes Ergebnis vorlegen, um mit einer guten Ausgangslage nach Lissabon zu fahren. Dafür brauchen wir ohne Frage unsere Fans, die hoffentlich auch bei diesem Höhepunkt wie der achte Mann hinter uns stehen werden“.