Möglichst einen hohen Vorsprung erarbeiten

Timo Kastening von den Recken jubelt über einen Treffer und hofft gegen die Füchse Berlin einen großen Vorsprung zu erarbeiten. (Foto: Holger Staab)
 
Die TSV Hannover-Burgdorf will eine kompakte Abwehr stellen und Würfe aus der Fernwurfzone nicht durchlassen. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf im Viertelfinale gegen die Füchse Berlin

BURGDORF (st). So sollte es nicht kommen, aber die Auslosung zum Viertelfinale im EHF-Cup hat zwei deutsche Mannschaften zusammengebracht. Die TSV Hannover-Burgdorf hätte sich gern ein internationales Duell gegen den FC Porto gewünscht, aber eine Verlosung ist halt kein Wunschkonzert. Jetzt treffen am Ostersonntag, 21. April, um 15 Uhr und exakt eine Woche später am 28. April um 15 Uhr die beiden Teams aus der DKB Handball-Bundesliga, die Füchse Berlin und die Recken aufeinander und wollen das Halbfinale erreichen.
Die erste Begegnung findet morgen in der TUI-Arena statt und die TSV hofft auf eine große Zuschauerunterstützung, denn nur zusammen mit den Fans lässt sich der Tabellensechste aus der Hauptstadt bezwingen. Die Spieler aus Hannover haben in den letzten Wochen mit der Dreifachbelastung DHB-Pokal, Punktrunde und Europapokal einiges an Kräften lassen müssen und zudem mit den vielen fehlenden Spielern wegen Verletzungen zu kämpfen gehabt. Mit Mait Patrail wird den Recken immer noch ein Langzeitverletzter Spieler fehlen und hinter Cristian Ugalde und Ilija Brozovic stehen Fragezeichen. Ein Einsatz der beiden mit Muskelverletzungen pausierenden Akteuren könnte noch zu früh kommen. Besonders das Fehlen Brozovic würde aber eine große Lücke reißen, denn er wird in der Defensive dringend gebraucht. Das wurde im DHB-Pokal-Halbfinale gegen SC Magdeburg deutlich. Aber auch die anderen Spieler sind jetzt auf den Europapokal fixiert. Durch die überraschende Chance im Viertelfinale anzutreten, ist das Saisonziel erreicht, aber im Final Four des EHF-Cups, das in diesem Jahr in Kiel ausgetragen wird, teilnehmen zu können, wäre eine tolle Erfahrung, und dann besteht auch die Chance auf einen internationalen Titel.
Den Europapokaltitel haben die Füchse schon, denn die Berliner sind Titelverteidiger und haben bisher in der Liga gute Leistungen abliefern können. Auch sie waren in drei Wettbewerben am Start und die Spieler sind ähnlichen Belastungen ausgesetzt, wie die TSV-Profis. Aber die Mannschaft hat einen großen Kader und einige Topspieler in ihren Reihen. Mit Fabian Wiede, Silvio Heinevetter, Simon Ernst und Paul Drux spielen aktuelle Nationalspieler bei den Füchsen. Zudem können Marko Kopljar, Wael Jallouz, Bjarki Elisson, Johan Koch und Hans Lindberg den Burgdorfern das Leben schwer machen. Die beiden Ex-TSVer Erik Schmidt und Malte Semisch wollen ebenfalls zeigen, welche Qualität sie haben.
Es wird für die Recken schwer in Hin- und Rückspiel zu triumphieren, denn die erste Partie ist in eigener Halle und beide Mannschaften kennen sich gut. In den Punktspielen gab es zwei hauchdünne Ergebnisse. In Berlin musste sich die TSV mit 28:29-Toren geschlagen geben. In der TUI-Arena gelang aber beim 26:25-Erfolg die Revanche. Über das Weiterkommen könnten Kleinigkeiten entscheiden und so ist es für Kai Häfner und seine Mitspieler wichtig, im Hinspiel einen Vorsprung zu erarbeiten, von dem sie im Rückspiel zehren können.
Die ehemaligen Füchse-Spieler Fabian Böhm, Evgeni Pevnov, sowie der sportliche Leiter der Recken, Sven-Sören Christophersen und Co-Trainer Iker Romero wollen ihrem alten Verein in jedem Fall Paroli bieten und ins Halbfinale einziehen. „Wir werden alles in die Waagschale werfen, um uns für das Final Four in Kiel zu qualifizieren“, meinte Sven-Sören Christophersen zum Spiel am Sonntag, „das ist eine sportlich sehr anspruchsvolle Aufgabe, denn wir treffen auf den Titelverteidiger.“
Trainer Carlos Ortega hofft auf die Wunderheilung der verletzten Akteure und die Fitness seiner Spieler. Am vergangenen Donnerstag ging es im Punktspiel noch gegen die Rhein-Neckar Löwen und jetzt die schwere Aufgabe im Europapokal. Da können die Zuschauer schon ein entscheidender Faktor werden, sollte die Mannschaft müde sein. Emotionen von den Rängen werden auch die letzten Kraftreserven herausholen und das Ziel nach Kiel zu kommen ist wohl Motivation genug. In jedem Fall wird das Spiel zu Ostern ein Handball-Leckerbissen, den sich die Handballfans nicht entgehen lassen sollten.