Lehrter SV strebt die Vizemeisterschaft an

Christopher Czens und seine Mitspieler vom Lehrter SV hoffen auf eine kurzfristige Fortsetzung der Saison. (Foto: Holger Staab)

Nach Fortsetzung der Saison geht es für TSV III um Klassenerhalt

ALTKREIS (st). Eigentlich würden am nächsten Wochenende in der Handball-Oberliga die beiden Heimspiele des Lehrter SV gegen TV Jahn Duderstadt und der TSV Burgdorf II gegen HSG Schaumburg-Nord stattfinden. Das Corona-Virus hat die Handballer in Ketten gelegt. Bis auf weitere Informationen kommen, ist die Saison ausgesetzt, bisher mit dem Ziel, die Serie nach Ostern fortzusetzen. Die spielleitende Stelle, der Handballverband Niedersachsen, hat aber noch keine Entscheidung getroffen. Es könnte auch zu einem Abbruch der Spielzeit kommen.
LSV-Trainer Lutz Ewert kann sich kaum vorstellen, dass die Saison zu Ende gespielt wird: „Aus Zeitgründen wird es sehr schwierig, die abgesagten Begegnungen nachzuholen.“ Burgdorfs Coach Sven Gennburg will sich nicht festlegen: „Über den Fortgang der Saison lässt sich nur spekulieren, ebenso über die Regelungen, die notwendig würden, falls die Saison abgebrochen wird. Der Zeitplan ist eng gestrickt.“
Die augenblickliche Situation ist für beide Teams unbefriedigend, denn auch ein geordneter Trainingsbetrieb ist nicht möglich und zunächst aufgrund der Sperrungen der Spielstätten ausgesetzt. Beide Trainer sind aber überzeugt, dass die Maßnahmen richtig sind. „Es ist selbstverständlich, dass die Gesundheit eines jeden Einzelnen im Vordergrund steht“, so Ewert. Gennburg ergänzt: „Jeder möchte so schnell wie möglich seinem Hobby, dem Sport und dem Leben nachgehen, aber das Virus zeigt, dass manchmal nicht alles in unserer Hand liegt.“
In eine mögliche Fortsetzung des Spielbetriebes gehen die beiden Oberligisten mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen. Der Lehrter SV steht als Tabellendritter mit 30:10-Punkten derzeit exzellent dar. Hinter Spitzenreiter MTV Braunschweig, der ohne Verlustpunkt die Tabelle anführt und nur noch theoretisch als Aufsteiger in die 3. Liga abgefangen werden kann, bilden die Lehrter das Verfolgerduo zusammen mit den Sportfreunden Söhre, die neun Minuspunkte aufweisen. Die Lehrter können also noch Vizemeister werden, müssten dazu in den verbliebenen Partien aber wohl mindestens fünf Siege einspielen.
Das ist aber durchaus realisierbar. In den sechs Spielen können Christopher Czens und seine Mitspieler, vorausgesetzt die Spiele werden nachgeholt, viermal in eigener Halle antreten. Dabei haben sie mit SF Söhre und MTV Vorsfelde zwei Spitzenmannschaft zu Hause zu Gast und könnten sich auf eine volle Halle freuen. Auswärts müssen sie noch in Braunschweig antreten und hier wird nur schwer ein Punktgewinn möglich sein. Darüber hinaus stehen noch die Partien gegen VfL Hameln, gegen TV Jahn Duderstadt und bei TV 1887 Stadtoldendorf auf dem Spielplan der Oberliga. Gute Chancen für einen tollen Saisonabschluss und sogar auf den 2. Tabellenplatz, vorausgesetzt die Serie wird fortgesetzt und nicht ersatzlos gestrichen.
Die Situation für die TSV Burgdorf III stellt sich im Tabellenkeller anders dar. Bei voraussichtlich zwei Absteigern haben die Spieler um Trainer Gennburg alle Chancen auf einen guten Saisonausgang. Bisher stehen mit 13:27-Punkte auf dem Konto der Dritten und der 10. Platz ist erreicht. Beeindruckend war zuletzt das 25:25-Remis mit einer Rumpfmannschaft gegen den Tabellenzweiten SF Söhre. Deshalb ist es umso bedauerlich, dass die Saison zunächst ausgesetzt wurde. Tobias Ratsch und seine Spieler hätten in einen echten Lauf, wie zum Ende der Hinrunde, fortsetzen können.
So muss die aus jungen und einigen erfahrenen Spielern bestehende Mannschaft, aber versuchen, sich fitzuhalten und bei einer möglichen Fortsetzung der Saison voll da zu sein. Das Restprogramm sieht machbar aus. In den vier Heimspielen gegen HF Helmstedt-Büddenstedt, HSG Schaumburg-Nord, HSG Plesse-Hardenberg und MTV Großenheidorn könnten die für den Klassenerhalt notwendigen Punkte eingespielt werden. Auch bei TV Stadtoldendorf und beim VfL Hameln ist die TSV III nicht chancenlos. Im unteren Drittel der Tabelle ist es aber ganz eng und die Teams von Platz 8 bis zum 13. Platz, der einem Abstiegsplatz gleicht, trennen nur drei Punkte. Wird die Saison fortgesetzt, haben die Burgdorfer es aber selbst in der Hand und könnten sich mit wichtigen Punktgewinnen gegen die direkten Konkurrenten schnell aus der Gefahrenzone befreien.