Kleinburgwedel im Soll und Aligse in Nöten

Fußball 1. Kreisklasse: Die Winterpause neigt sich dem Ende entgegen

ALTKREIS (ma). Mit dem 12:2-Kantersieg für den TSV Kleinburgwedel gegen den SV Yurdumspor Lehrte verabschiedeten sich die Teams der 1. Kreisklasse am 1. Dezember in die Winterpause. Genau drei Monate später, am Sonntag, 1. März und Sonntag, 8. März, stehen vorab noch insgesamt sieben Nachholspiele, sofern es die Witterungsbedingungen zulassen, auf dem Programm, bevor es am Sonntag, 15. März, mit dem 16. Spieltag weitergeht. Die lange Pause nutzten fast alle Teams, um sich bei Hallenturnieren fit zu halten und möglichst die Mannschaftskasse ein wenig aufzufüllen.
Die Lage nach bisher 15 Spielen in der Saison 2019/20 sieht wie folgt aus: Als Tabellenführer (33 Punkte) geht der TSV Kleinburgwedel in das neue Jahr. Nicht ganz überraschend sollte man meinen, denn die TSVer wurden ohnehin von vielen Insidern zu einem der Topfavoriten auf den Aufstieg ernannt. 15 Spiele, davon zehn Siege, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen sprechen eine deutliche Sprache. Zudem kommt das Torverhältnis von 68:30. Mit Evren Serbes, der bisher 20 Tore erzielen konnte und die Torjägertabelle in der 1. Kreisklasse deutlich anführt, sowie mit Mohammad-Mostafa Nawazy (13), Gürkhan Ates und Elvis Mputu (jeweils zehn Treffer), befinden sich gleich vier Spieler unter den besten neun Torschützen im Ranking. Wo es Probleme für den TSV geben könnte, ist, dass sie in sieben der noch bevorstehenden elf Spiele auswärts antreten müssen. Auf fremden Platz konnte der TSV nur elf von 18 möglichen Punkten einfahren. Sollte diese Schwäche behoben werden, dann dürfte eine sofortige Rückkehr in die Kreisliga machbar sein.
Punktgleich mit Kleinburgwedel und nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz (45:17) auf Platz 2 liegt doch etwas überraschend die Kreisligareserve vom SV Uetze 08. Auch die 08er haben bereits 15 Spiele absolviert, in denen sie zweimal als Verlierer den Platz verlassen mussten. Demgegenüber stehen zehn Siege und drei Unentschieden zu Buche. Das einzige Ziel, dass das auswärtsstärkste Team in den restlichen Spielen verfolgen kann, ist die Meisterschaft. Ein Aufstieg ist nicht möglich, da die 1. Mannschaft in der Kreisliga kaum noch Chancen hat, es in den Bezirk zu schaffen.
Auf den dritten Rang befindet sich der FC Neuwarmbüchen mit 28 Punkten aus 15 Spielen. Das die FCer nicht besser in der Tabelle dastehen, liegt einzig an der Heimschwäche. Das zweitstärkste Auswärtsteam (sieben Spiele/15 Punkte) musste dagegen auf eigenem Platz schon drei Niederlagen und ein Remis aus den bisherigen acht Heimspielen einstecken. Bei fünf Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze ist es zwar nicht unmöglich noch einmal mit einzugreifen, aber das dürfte nach Lage der Dinge sehr schwer werden.
Zu den Überraschungen schlechthin zählt die Bezirksligareserve vom SV 06 Lehrte. In der letzten Saison belegten die 06er als Aufsteiger schon einen beachtlichen achten Platz. In dieser Spielzeit läuft es bisher noch besser als erhofft, sodass die Platzierung aus der letzten Saison bei Weitem getoppt werden wird. Derzeit befindet sich Lehrtes U23 auf einem hervorragenden vierten Tabellenplatz punktgleich mit dem FC Neuwarmbüchen. Zu beachten ist jedoch, dass die Lehrter erst 13 Spiele absolviert haben und somit rein rechnerisch, sofern beide Nachholspiele erfolgreich über die Bühne gehen, sogar die Tabellenspitze übernehmen könnten. Auswärts konnten 15 Punkte eingefahren werden (5/0/1). In den Heimspielen (4/1/2) ist dagegen noch Luft nach oben. Kommt der SV 06 gut aus der Winterpause, dann ist alles möglich.
Der absolute Topfavorit 1. FC Burgdorf belegt nach 13 Spielen mit 26 Punkten Platz fünf in der Tabelle. Zu wenig für die Ansprüche der Auestädter. Daheim eine Macht mit sechs Siegen und einem Remis. Niederlagen - Fehlanzeige. Aber der Heimvorteil nutzt wenig, wenn in der Fremde nichts Zählbares rüberkommt. Für den so hoch gehandelten 1. FC ist die Auswärtsbilanz erschreckend. Zwei Siege und ein Unentschieden stehen drei Niederlagen gegenüber. Noch können die Burgdorfer, sofern die beiden Nachholspiele gewonnen werden, bis auf einen Zähler an die beiden führenden Teams aufschließen. Bleibt es jedoch bei der Auswärtsschwäche, dann wird man auch in dieser Spielzeit wieder das selbst gesteckte Ziel, den Aufstieg, verpassen.
Kaum noch Chancen ganz oben mitzuwirken hat der tabellensechste TSV Krähenwinkel/Kaltenweide III auf Rang sechs. Mit 26 Zählern haben die TSVer zwar genauso viel Punkte eingefahren wie die Burgdorfer, jedoch haben sie schon 15 Spiele absolviert. Nach Platz neun in der vergangenen Saison, sollte in dieser am Ende dennoch eine bessere Platzierung möglich sein.
Auf Rang sieben befindet sich der Aufsteiger Srpski Fudbalski Klub Hannover mit 20 Punkten. Jedoch haben die Hannoveraner mit erst zwölf Spielen von allen Mannschaften die bisher wenigsten bestritten. Vor allem in der Fremde konnte das Team überzeugen (4/0/2). Auf dem Platz bei der DJK Langenhagen, der Heimspielstätte des Fudbalski Klubs, läuft es dagegen noch nicht so rund (2/2/2). Dennoch wird der Aufsteiger die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz beenden.
Achter in der Tabelle ist der FSC Bolzum/Wehmingen. Mit 15 Punkten aus 13 Spielen, kann der FSC zufrieden sein, muss es aber nicht. Acht Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz sind zwar ein beruhigendes Polster, auf dem sich die Mannschaft jedoch nicht ausruhen sollte. In der letzten Saison belegte das Team Platz neun in der Staffel vier. Eine ähnliche Platzierung ist auch am Ende dieser Spielzeit zu erwarten.
Der TSV Katensen kann als Aufsteiger mit dem derzeitigen neunten Tabellenplatz zufrieden sein. 14 Punkte in bisher 14 Spielen sind auch für den TSV nicht das Maß aller Dinge, dennoch musste sich die Mannschaft erst einmal in der neuen Spielklasse zurechtfinden. Vier Siege und zwei Remis stehen acht Niederlagen gegenüber. Alles in allem dürfte der TSV in der ersten Spielzeit in der 1. Kreisklasse nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen.
In der letzten Saison knapp am Aufstieg in die Kreisliga gescheitert, findet sich der SV Fuhrberg in dieser Saison in den Niederungen der Tabelle wieder. Mit einem enttäuschenden zehnten Tabellenplatz ging das Team in die Winterpause. Ganze 13 Punkte aus 15 Spielen (4/1/10) konnten die Fuhrberger bisher einfahren. Erschreckend kommt hinzu, dass in den sieben Heimspielen nur ein Punkt auf heimischen Geläuf geholt werden konnte. Die vier Siege kamen alle auf fremdem Plätzen zustande. Nunmehr alles an dem ehemaligen Torjäger Patrick Neuhaus (RSE II) festzumachen, wäre zu einfach. Sollte es der SVF nicht schaffen, die Heimschwäche abzulegen, dann könnte es, trotz des noch beruhigenden sechs Punkte Vorsprungs, am Ende der Saison zu einem bösen Erwachen kommen.
Aus der Kreisliga abgestiegen und nun erneut wieder im Keller (Platz elf). Das hatte man sich beim SV Yurdumspor Lehrte bei Weitem anders vorgestellt. Ganze zwölf Zähler aus 13 Spielen sprechen Bände. Hinzu kommt das 2:12-Debakel im letzten Spiel vor der Winterpause in Kleinburgwedel, dass für das Torverhältnis ein Übriges tat. Das Tordifferenz von 29:51 könnte am Ende zum Verhängnis werden. Bekommt der SV Yurdumspor nicht schnellstens die Kurve, dann könnte es noch eng werden mit dem Klassenerhalt.
Auf einen grauenhaften Saisonstart blickt der TSV Germania Arpke zurück. Die ersten acht Saisonspiele wurden allesamt in den Sand gesetzt. Für TSV-Coach Marcus Kallmeyer eine Situation, die er bis dato als Trainer noch nicht erlebt hat. Erst am neunten Spieltag trat die Wende mit einem 1:0-Sieg beim SV 06 Lehrte II ein. So konnten die TSVer in den restlichen Begegnungen bis zur Winterpause noch zwei weitere Siege und ein Remis einfahren. Mit nunmehr zehn Punkten liegt die Mannschaft mit derzeit 14 absolvierten Spielen auf Platz zwölf in der Tabelle. Sollten die TSVer die eklatante Heimschwäche abstellen können, dann dürfte eine wesentlich bessere Platzierung möglich sein. Mit dem Abstieg werden die Arpker, trotz der derzeit schlechten Ausgangslage, nichts zu tun bekommen.
Den ersten Abstiegsplatz belegt der TSV Friesen Hänigsen auf Rang 13 mit sieben Punkten. Es sollte eine ruhige Saison für die „Friesen“ werden, in der man nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollte. Nach 13 Spielen sieht die Situation jedoch schlimmer aus, als man sich das nur vorzustellen vermochte. Noch stehen 13 Spiele bevor. Sollten die TSVer jedoch nicht so langsam punkten, dann endet das mit dem Abstieg in die 2. Kreisklasse.
Noch wesentlich schlimmer sieht es für die Sportfreunde Aligse aus. Das Schlusslicht konnte aus den ersten 14 Spielen ganze vier Punkte sammeln und dürfte nach Lage der Dinge nur durch eine überragende Rückrunde den Abstieg vermeiden können. Auf eigenem Platz konnten die Sportfreunde überhaupt noch nicht punkten. Auswärts stehen zumindest ein Sieg und ein Remis zu Buche. Auch das Torverhältnis von 15:60 lässt nichts Gutes erahnen. Sollte den Sportfreunden am Ende dennoch der Klassenerhalt gelingen, dann dürfte der sogenannte „Fußballgott“ ohne Frage ein Aligser sein.