HHB rettete sich in der Rückrunde

Spielertrainer Kay Behnke und der sportliche Leiter Friedrich Kastening machten in der vergangenen Saison selten glückliche Mienen. (Foto: Holger Staab)
 
Spielmacher Florian Freitag verlässt den HHB zum Saisonende und damit fehlt HHB ein wichtiger Baustein im Teamgefüge. (Foto: Holger Staab)

Im Endspurt konnten die nötigen Punkte eingespielt werden

BURGWEDEL (st). Die Saison 2018/2019 wird bei Handball Hannover Burgwedel lange in Erinnerung bleiben. Leider durchaus negativ, denn HHB startete in die 3. Liga Nord mit einer katastrophalen Hinrunde und nur acht Pluspunkten, drehte dann mächtig auf und musste bis zum Ende der Spielzeit zittern, bis der Klassenerhalt doch noch geschafft wurde. Insgesamt ein versöhnlicher Abschluss, aber für die neue Saison werden sich der sportliche Leiter Friedrich Kastening und Handballchef Dr. Karsten Hoppenstedt etwas einfallen lassen müssen, um nicht wieder gegen den Abstieg zu spielen.
Die Mannschaft von Handball Hannover Burgwedel startete mit Trainer Jürgen Bätjer und dem Ziel das obere Tabellendrittel zu erreichen in die Saison. Außerdem wurde die Qualifikation zum DHB-Pokal ausgerufen. Die individuellen Stärken der Spieler Nenad Bilbija, Florian Freitag, Marius Kastening oder Artjom Antonevitch sorgten im Team und in der Führungsetage für berechtigte Zuversicht. Nur ein Punkt aus den ersten vier Partien sorgten schnell für Ernüchterung.
HHB fing sich, konnte gegen MTV Braunschweig (29:23) und bei DHK Flensborg (26:25) jeweils zwei wichtige Punkte erobern und schien auf dem Weg in Richtung Mittelfeld. Die Mannschaft zeigte jetzt Gesicht und schien auch mannschaftlich geschlossen zu sein. Aus 5:7-Punkten wurden aber bis zum Jahresende nur bittere 8:26-Punkte. Da war Trainer Bätjer schon längst gegen Claas Wittenberg ausgetauscht, aber der Erfolg stellte sich nicht ein.
Erst als auch Wittenberg sein Amt freigab und mit Kay Behnke, Nenad Bilbija und Florian Freitag ein Spielertrainertrio das Team übernahm, kamen die Erfolge und damit Punkte gegen den Abstieg zurück. Der Klassenerhalt war hochgradig gefährdet, denn nur noch DHK Flensborg stand mit sechs Punkten noch hinter HHB.
Es folgten zu Anfang 2019 vier Siege und besonders der 28:24-Sieg gegen Tabellenführer und Topfavorit Eintracht Hildesheim beeindruckte. Die Mannschaft um Thomas Bergmann meldete sich zurück und war auf dem besten Weg ins gesicherte Mittelfeld. Noch war aber keine Entscheidung gefallen, denn auch die anderen bedrohten Teams punkteten fleißig und zeigten, wie ausgeglichen sich die 3. Liga Nord gerade in der unteren Tabellenhälfte präsentierte.
Nach dem 28:26-Erfolg beim SC Magdeburg II konnten Behnke und Co aufatmen, aber das 23:23-Remis gegen den direkten Konkurrenten HSG Ostsee brachte auch wieder Ernüchterung. Erst der 26:24-Derbysieg bei der TSV Burgdorf II und am vorletzten Spieltag der 31:28-Erfolg gegen SV Anhalt Bernburg sicherten den endgültigen Klassenerhalt für HHB. Mit 23:37-Punkten und einem Torverhältnis von 824:888-Toren wurde nach 30 Spieltagen der unbefriedigende 13. Tabellenplatz erreicht. Nach den hoch gesteckten Zielen sicherlich eine Offenbarung, aber letztlich zählt der Verbleib in der Liga.
Der MARKTSPIEGEL sprach kurz nach dem Ende der Saison mit dem sportlichen Leiter Friedrich Kastening über die vergangene Serie und über die weiteren Schritte in Richtung nächste Spielzeit.
MARKTSPIEGEL: „Mit einem kleinen Abstand zur vergangenen Saison, wie fällt dein kurzes Fazit zur vergangenen Saison 2018/2019 aus?“
Friedrich Kastening: „Die Serie war durchwachsen, viel Schatten, aber auch Licht. Unter den Umständen des Trainerwechsels und der Verletztensituation haben wir das Beste draus gemacht.“ MARKTSPIEGEL: „Habt Ihr eure Ziele erreicht?“
Kastening: „Die Hinrunde war sicher nicht zufriedenstellend, dafür Rückrunde aber gut. Der Trainerwechsel war die richtige Entscheidung. Unter Behnke, Kastening und Bilbija konnten 15:11 Punkte geholt und der Klassenerhalt geschafft werden. Das Trainertrio hat ein echtes Team geformt.“
MARKTSPIEGEL: „Was nimmst du aus der vergangenen Serie für die Vorbereitung auf die neue Spielzeit mit?“ Kastening: „Wir können uns nur selbst schlagen. Wenn wir als Team funktionieren, ist Vieles möglich. Das gilt auf, aber auch neben dem Spielfeld. Ziel muss es sein, wieder einen verschworenen Haufen zu bekommen, der zusammen durch dick und dünn geht.“
MARKTSPIEGEL: „Welche Abgänge stehen bereits fest und welche Neuzugänge haben zugesagt?“ Kastening: „Stefanos Michailidis, Florian Freitag, Thomas Bergmann, Luca Born, Christian Hoff und Marius Kastening werden den Verein verlassen.“
MARKTSPIEGEL: „Sind noch weitere Neuzugänge geplant und für welche Positionen?“
Friedrich Kastening: „ja, für fast alle Positionen, planen 6-7 neue Spieler zu verpflichten, sind guter Dinge, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen“
MARKTSPIEGEL: „Wie sieht das Programm für deine Mannschaft in den kommenden Wochen aus, wann wird die Saisonvorbereitung gestartet?“
Friedrich Kastening: „erst einmal Pause. Ab Mitte Juli wird 6 Wochen am Stück sehr intensiv trainiert werden, mindestens 5x pro Woche, teilweise auch noch am Wochenende. Spielen einige Testspiele und ein Turnier in Oranienburg“
MARKTSPIEGEL: „Haben deine Spieler für die Handballpause ein individuelles Trainingsprogramm erhalten?“
Friedrich Kastening: „Jeder Spieler soll sich erst einmal 3-4 Wochen erholen, Urlaub machen und sich mit anderen Dingen beschäftigen. Ab Mitte Juni bekommt jeder Spieler ein paar Dinge mit auf den Weg, um mit einer vernünftigen Basis dann ab MItte Juli in die echte Vorbereitung starten zu können.“