Heimspieltag für zwei Teams

Stabiler Block mit Bastiaan Göppert (8) und Steffen Bauerochse (13). Maximilian Ströbl (3) sichert ab. (Foto: Moritz Viemann)

Dritte Liga Volleyball in der Sporthalle Schlesische Straße

Lehrte (r/gg). Am Samstag können sich Volleyball-Fans wieder auf gleich zwei Begegnungen der Dritten Liga West in der Lehrter Sporthalle in der Schlesischen Straße freuen. Zum Auftakt um 16 Uhr kommt es dabei für die Herren der SF Aligse als favorisierte Spitzenreiter zum Aufeinandertreffen mit dem Tabellenschlusslicht VC 73 Freudenberg, während Aligses Frauen um 20 Uhr nur als Außenseiter in die Abendpartie gegen den aktuellen Tabellenzweiten MTV 48 Hildesheim gehen werden. Der Einlass für die Zuschauer beginnt jeweils eine Stunde vor Spielbeginn. Es gilt die Zwei-G-Regel, wobei in der Sporthalle (außer am Sitzplatz) zusätzlich auch weiterhin das Tragen einer Maske vorgeschrieben ist.
Am vergangenen Wochenende gewannen beide Gallier-Teams ihre Begegnungen mit 3:2 Sätzen, die Reaktionen der Trainer - Erik Maul (Herren) und Harald Thiele (Frauen) – hierauf fielen jedoch sehr unterschiedlich aus.
Erik Maul sah seine Riege dabei nach den fünf Sätzen (26:28, 25:21, 20:25, 25:14, 15:8) nicht im Soll, denn gegen das Hürther Team, das in der Abstiegszone rangiert, war ein klarer 3:0-Erfolg das Ziel gewesen „und dieses haben wir nicht erreicht“, so der Trainer. Aligses Herren agierten in den ersten drei Sätzen unter ihrem gewohnten Level und gerieten gegen die hoch motivierte Hürther Gäste mit 1:2 Sätzen in den Rückstand. „Wir haben viel zu viele Fehler im Angriff produziert, zudem haben wir uns im Block immer wieder anschlagen lassen, so dass der Ball zum Punkt für den Gegner ins Aus sprang – alles Dinge, die ich in dieser Häufigkeit von meinem Team noch nicht gesehen habe“, monierte Erik Maul, der erst im vierten Satz, der deutlich gewonnen wurde, mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden sein konnte. Diesen Flow nahmen die Gallier dann auch mit in den Tiebreak, den sie von Beginn an dominierten und nun keinen Zweifel mehr daran ließen, dass sie als Sieger vom Feld gehen wollen, was denn mit dem Endstand von 15:8 auch eindrucksvoll gelang. Die Auszeichnungen als MVP – der wertvollsten Spieler – erhielten Maximilian Ströbl (Aligse) und Marcus Degener (Hürth). „Natürlich ist es schön, dass wir den Rückstand drehen konnten, aber in eine solche Situation sollten wir in Normalform gegen Hürth ja gar nicht erst kommen. Letztlich bedeutet der 3:2 Sieg einen unnötigen Punktverlust für uns“, bilanzierte der Trainer.
Im heutigen Spiel gegen VC 73 Freudenberg erwartet er von seinem Team von Anpfiff an eine konzentriertere Leistung, denn ein Punktverlust gegen den Tabellenletzten aus dem Siegerland (Nordrhein-Westfalen) entspräche nun überhaupt nicht seinen Vorstellungen. Nachdem Daniel Bremmer bereits am vergangenen Samstag wieder einsatzbereit war, fallen aktuell nur noch Ruben Peters und Moritz Viemann verletzt aus, wobei letzterer sich bereits wieder im individuellen Aufbautraining befindet. Den bisher einzigen Vergleich mit dem Vorjahresaufsteiger gewannen Aligses Gallier im September 2020 in Freudenberg klar mit 3:0-Sätzen, das Rückspiel fand aufgrund des Saisonabbruchs nicht statt. Am letzten Wochenende sagten die Gäste ihr Heimspiel gegen Hörde vorsichtshalber ab, da ein Spieler positiv auf Corona getestet worden war und dieser am Tag zuvor noch an einer Mannschaftszusammenkunft teilgenommen hatte. Ob dies auch Auswirkung auf die für heute angesetzte Begegnung haben wird, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.
Wesentlich zufriedener quittierte Trainer Harald Thiele den Auswärtssieg (15:25, 23:25, 25:19, 25:19, 13:15) seiner Damen am Sonntag, denn mit allzu großen Erwartungen hatte man sich nicht auf den Weg zum VC Cloppenburg gemacht, mit einem Punkt hatte man vielleicht geliebäugelt. Aber da Gallier ja bekanntlich nur fürchten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt, ging sein Team mutig und konzentriert ans Werk und dominierte im ersten Satz vor allem mit starken Aufschlägen und cleveren Angriffen, denen die Gastgeberinnen in dieser Phase nur wenig entgegenzusetzen wussten. Satz zwei begann ähnlich, jedoch stieg gegen Ende die Fehlerquote. Aufschläge gingen ins Aus, der Spielaufbau funktionierte nicht mehr optimal, bis sich die SFA-Frauen zum Satzende noch einmal fingen und auch den zweiten Satz gewannen und damit schon einmal den erhofften Punkt sicherten. In den Sätzen drei und vier verloren die Aligserinnen dann gegen nun auch stärker aufkommende Cloppenburgerinnen jedoch komplett den Faden – oder wie Inga Thiele, die nach ihrer Bronchitis noch Trainingsrückstand hat, es ausdrückte: „Da haben wir mal kurz vergessen, wie dieses Volleyballspielen eigentlich geht.“ Alle Elemente wackelten und vor allem die Aufschläge kamen nicht mehr so effektiv wie zuvor. Die TVC-Damen stellten folglich den Satzausgleich her, so dass wieder einmal der Tiebreak entscheiden musste. Die Cloppenburgerinnen erspielten sich hier schnell einen Vier-Punkte-Vorsprung, beim Stand von 8:4 wurden die Seiten gewechselt. Aligse zog nun noch einmal an, schlug druckvoll auf, wehrte solide ab, setzte platzierte Angriffsschläge und konnte so schließlich zum 12:12 ausgleichen. Den nächsten Punkt machten zwar erneut die Gastgeberinnen, doch die Gallierinnen egalisierten diesen sofort und entschieden nun nervenstark den Satz mit 13:15 für sich. MVP wurde Hanna Viemann, die sowohl im Zuspiel, als auch auf der Diagonalposition ihr Können bewies, auch Libera Alena Mehwald und Leonie Rothbarth wurden von Harald Thiele, der über den nicht erwarteten doppelten Punktgewinn hocherfreut war, als Spielantreiberinnen lobend angeführt.
Aufgrund des Sieges haben die Gallierinnen Cloppenburg nun in der Tabelle überholt, verbleiben jedoch weiterhin in der unteren Tabellenhälfte. Dem heutigen Spiel sieht Aligses Coach dennoch entspannt entgegen: „Gegen Hildesheim sind wir total in der Außenseiterrolle, niemand erwartet von uns einen Sieg, niemand macht uns Druck. Wenn es dem Team gelingt, die Trainingsinhalte gut umzusetzen und den Tabellenzweiten vielleicht auch mal mit einem guten Spielzug zu überraschen, dann wäre das natürlich schon schön.“ Fehlen werden dem Team jedoch weiterhin Julika Hoffmann, die noch an ihrer Schulterverletzung laboriert und die erkrankte Libera Lena Puppke - so der Bericht von Christian Rauhut.