Entscheidung im Kampf um einen Final-Four-Platz

Kreisläufer Evgeni Pevnov im Bodenkampf. Er will mit seinem Team die Hürde im EHF-Cup in Berlin überspringen und in das Final-Four nach Kiel einziehen. (Foto: Holger Staab)

Recken müssen in Berlin einen Acht-Tore Rückstand aufholen

BURGDORF (st). Am Sonntag, 28. April, um 15 Uhr steht für die TSV Hannover-Burgdorf ein weiterer Höhepunkt der Saison 2018/2019 auf dem Programm. In der Max-Schmeling Halle in Berlin wird das Europapokalspiel bei den Füchse Berlin ausgetragen und Trainer Carlos Ortega und seine Spieler hoffen nicht nur auf ein Wunder, sondern auf das Weiterkommen im Pokal, um dann zum Finalwochenende nach Kiel reisen zu können. Die TSV will nach der 26:34-Pleite aus dem Hinspiel in Hannover begeistern und die Wende noch schaffen.
Wer hätte vor einigen Wochen noch daran geglaubt, dass die Recken in das Viertelfinale um den EHF-Cup einziehen. In der Gruppenphase standen sie kurz vor dem Aus und nur durch zwei Energieleistungen bei HC Eurofarm Rabotnik (29:17) aus Mazedonien und gegen den kroatischen Verein RK Nexe Nasice (32:22), sowie der Hilfe vom ebenfalls für die nächste Runde qualifizierten ungarischen Club Grundfos Tatabanya KC, schafften sie den Einzug unter die letzten acht Teams in Europa.
Jetzt wollen die Recken trotz der Pleite in der TUI-Arena am vergangenen Sonntag mehr. Statt einem internationalen Gegner wurde ihnen aber die Füchse Berlin zugelost. Die TSV-Verantwortlichen, wie auch die Spieler hätten lieber den FC Porto gehabt. Aber die Mannschaft nimmt es, wie es kommt und so werden Evgeni Pevnov und seine Kameraden alles geben, um sich den Lohn für ihr Training und die Schufterei abzuholen. Dazu ist ein Sieg mit neun Toren Differenz nötig, nicht mehr und nicht weniger. Ein Einzug in das Final Four im EHF-Cup wäre der größte Erfolg der Vereinsgeschichte und könnte die zuletzt engagierten Leistungen bestätigen und der Ausgleich für eine schwierige Saison mit Höhen und Tiefen sein. Das Final Four wird am 17. und 18. Mai in Kiel ausgetragen.
Vor zwei Tagen mussten die Recken noch gegen TBV Lemgo-Lippe antreten und jetzt gleich nach drei Tagen Pause wieder ein ganz wichtiges Spiel. Im Blick sind dann auch noch die nächsten Ligaspiele gegen SC Magdeburg (4. Mai) und bei der SG BBM Bietigheim (9. Mai). Diese Partien scheinen aber noch weit entfernt, in jedem Fall für die Spieler um Coach Ortega, denn alle Blicke richten sich auf das Auswärtsspiel bei den Füchsen, die in eigener Halle immer wieder zu guten Ergebnissen kommen können und der TSV den Viertelfinaleinzug wegschnappen wollen.
Das können Torwart Urban Lesjak und seine Vorderleute aber verhindern und in Berlin begeistern. Vorsicht ist geboten, denn die Füchse haben ein stark besetztes Team. Spielmacher Jacob Holm ist zu Beginn der Serie aus Dänemark nach Berlin gekommen und bot zuletzt eine hohe Qualität. Er wirbelt die Abwehrreihen der Gegner durcheinander, ist torgefährlich und immer wieder für überraschende Würfe gut. Aber auch Nationalspieler Fabian Wiede oder Paul Drux können aus dem Rückraum zu Torerfolgen kommen, wenn die Defensive aus Hannover nicht achtsam ist.
In Hannover hat man gesehen, dass Torwart Silvio Heinevetter, der die Füchse im nächsten Jahr in Richtung MT Melsungen verlassen wird, ein spielentscheidender Faktor sein kann. Seine unkonventionellen Bewegungen und Paraden helfen den Berlinern enorm. Zudem haben sie mit Rechtsaußen Hans Lindberg und Linksaußen Bjarki Elisson zwei pfeilschnelle Außenspieler, die treffsicher sind.
Es wird viel Arbeit für die Recken-Abwehr sein, die gefährlichen Berliner zu neutralisieren. Wichtiger ist aber noch der Angriff. Wenn Morten Olsen wie im Hinspiel mit elf Toren gut aufgelegt ist, aggressiv in die Zweikämpfe geht und seine gefürchteten Würfe das Ziel nicht verfehlen und auch Kai Häfner und Fabian Böhm Lücken in der Füchse Abwehr finden, dann kann alles passieren und die TSVer können sich den Traum vom Final Four in Kiel doch noch erfüllen.

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Cristian Ugalde ist nach der Oberschenkelverletzung aus dem Spiel gegen die HSG Wetzlar wieder im Einsatz und könnte in Berlin eingesetzt werden. Foto: Holger Staab