Drittligateam der TSV Burgdorf konnte teilweise begeistern

Trotz Bedrängnis kommt Jugendspieler Joel Wunsch für die TSV Burgdorf III zum Wurf. (Foto: Holger Staab)
 
Tobias Ratsch vom Oberligisten TSV Burgdorf ist der beste Torschütze seiner Mannschaft in der Saison 2018/2019. (Foto: Holger Staab)

Oberligist beendete die Saison auf dem 6. Tabellenplatz

BURGDORF (st). Es ist in jeder Saison wieder eine Freude, der Begeisterungsfähigkeit und Qualität der TSV Burgdorf III in der Oberliga Niedersachsen zuzuschauen. Dabei hat Burgdorf mit der dritten Mannschaft in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal, denn in keinem Bundesland hat ein Handballverein eine dritte Herrenmannschaft in der vierten Liga und damit einen Unterbau unter dem Bundesligateam, der seinesgleichen sucht. Wenn dann auch noch mit dem 6. Tabellenplatz ein gesicherter Mittelfeldrang am Ende der Saison erzielt wird, bleiben kaum Wünsche offen.
Mit dem engagierten Spielertrainer Andrius Stelmokas wird allerdings eine Integrationsfigur seinen Platz räumen, aber ein neuer Coach wird die Zukunft gestalten und weiter auf junge Talente setzen, die sich mit guten Leistungen für die Drittligamannschaft empfehlen können oder einfach nur mit Spaß am Handball in der Oberliga haben.
Nach dem Aufstieg aus der Verbandsliga in die Oberliga 2016 erreichte die TSV III in der ersten Saison den 10. Platz und schon in der Serie 2017/2018 überraschten die Stelmokas-Schützlinge viele Handballexperten mit dem ausgezeichneten 4. Platz in der Endabrechnung. Das Saisonziel für die Saison 2018/2019 lautete wieder in der Tabelle einen Mittelplatz zu schaffen. Einige Youngster aus der A-Jugend vervollständigten das Team um den besten Torschützen Tobias Ratsch (23 Jahre). Zusammen mit dem 28-jährigen Niko Blanke, Malte Schröter (26 Jahre), Amadou Jobe (26) bildete Ratsch das Gerüst der Mannschaft. Dazu wurden nur junge Spieler berufen und während der Serie wurden immer wieder A-Jugendliche zur Unterstützung des Teams und zur Vervollständigung in den Kader eingebunden. Für die Jugendspieler eine willkommene Ergänzung um sich im Herrenbereich zu messen, die andere Härte als in der Jugend zu spüren und sich in neuer Umgebung zurechtzufinden.
Gleich am ersten Spieltag kassierten Stelmokas und Co beim VfL Hameln eine 27:29-Niederlage. Ihre Qualität zeigte die TSV III aber schon eine Woche später und gewannen gegen den Favoriten und späteren Vizemeister MTV Vorsfelde mit 27:25-Toren. Mit 4:6-Punkten gelang ein durchwachsener Start und zunächst nur eine Platzierung im unteren Tabellendrittel. Bis zum Ende der Hinrunde arbeiteten sich Ratsch und seine Kollegen aber mit 15:11-Punkten auf den 6. Platz vor. Besonders der beeindruckende 30:23-Erfolg im Derby gegen den Lehrter SV am letzten Spieltag vor dem Jahreswechsel zeigte die Stärken der Dritten in eigener Halle.
In der Rückrunde blieb die TSV III solide. Schwächere Leistungen wie gegen die SG Börde Handball (24:25) wechselte sich mit starken Vorstellungen, wie beim 31:30-Sieg bei HF Helmstedt-Büddenstedt ab. Beeindruckend war am vorletzten Spieltag der 27:26-Sieg gegen den Topfavoriten und Meister TuS Vinnhorst. Hier zeigten die Spieler um Coach Stelmokas nochmal ihre Leistungsbereitschaft und sicherten den 6. Rang endgültig ab. Am letzten Spieltag gab es dann noch ein leistungsgerechtes 24:24-Remis beim Lehrter SV und mit 29:23-Punkten und 695:692-Toren konnte das Ziel Mittelfeldplatz erreicht werden.
Insgesamt kann Burgdorf III eine gute Saison bescheinigt werden. Die Mannschaft hat wieder bewiesen, dass sie eine Bereicherung der Oberliga ist und dort zurecht eine gute Rolle spielt. Für die TSV Burgdorf ist die Mannschaft ungemein wichtig, um jungen Spielern als Viertligist einen Unterbau zur Weiterentwicklung zu geben. So braucht kein Talent in einen anderen Verein wechseln, wenn in einer höherklassigen Mannschaft nicht zum Zuge kommt, sondern wird in der Oberliga aufgefangen und kann sich für höhere Aufgaben qualifizieren.
Mit dem Weggang von Stelmokas wird sicherlich eine Lücke entstehen, aber die TSV III muss sich in jeder Saison neu finden und das wird auch in der Spielzeit 2019/2020 so sein.