Corona-Virus stoppt auch die Handballer

Recken-Coach Carlos Ortega hofft, dass die Saison 2019/2020 noch regulär zu Ende gespielt werden kann. (Foto: Holger Staab)

Spielbetrieb in Deutschland wird bis zum 19. April ausgesetzt

ALTKREIS (st). Die weltweit verstärkte Ausbreitung des Corona-Virus in den zurückliegenden Tagen und Wochen macht auch vor der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga und den anderen Ligen in Niedersachsen, sowie der 3. Liga Nordost nicht halt. Einem Präsidiumsbeschluss des Deutschen Handballbundes (DHB) folgend, auf den sich die Clubs und Ligavertreter verständigt haben, wird der Spielbetrieb vorerst bis nach Ostern ausgesetzt.
Das trifft die Handballer hart, denn in den Ligen wäre es langsam in den Endspurt gegangen. Die TSV Hannover-Burgdorf hat in der Bundesliga noch sieben Spieltage vor sich. In der 3. Liga Nordost, wo die TSV Burgdorf II und Handball Hannover Burgwedel gegen den Abstieg spielen, stehen noch fünf (HHB) und sechs (TSV II) Spiele auf dem Spielplan. Der Lehrter SV und die TSV Burgdorf III müssten bis zum Saisonende, das eigentlich am 2. Mai sein sollte, noch sechs Spiele bestreiten.
Die Ligen und Verbände setzen die behördlichen Anordnungen im Umgang mit dem Corona-Virus um, und reagieren damit auf die extreme Dynamik, die einer einheitlichen Regelung bedarf. Darunter fallen auch die Heimspiele der TSV Hannover-Burgdorf gegen die HSG Wetzlar (29. März) und die MT Melsungen (12. April). Ebenfalls von der Maßnahme betroffen ist bei den Recken das REWE Final Four (4./5. April), für dass sich die TSV zum dritten Mal in Folge qualifiziert hat. Geplant ist, die betroffenen Liga-Spiele ebenso wie das Finalwochenende in Hamburg zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, so dass erworbene Eintrittskarten ihre Gültigkeit behalten.
Die Planung möglicher Ausweichtermine, sowohl in den höheren Ligen deutschlandweit, wie auch in der Oberliga in Niedersachsen und der 3. Liga läuft im engen Austausch mit den maßgeblichen Partnern und Instanzen. Voraussichtlich werden die Serien verlängert und es könnte bis in den Juni gespielt werden. Dabei muss aber die Entwicklung der Pandemie abgewartet werden. Ob die Durchführung des Spielbetriebs mit den Nachholterminen und notwendigen Präventionsmaßnahmen umgesetzt und kommuniziert werden können, kann erst dann erfolgen, wenn eine Einschätzung der Lage durch die zuständigen Behörden erfolgen kann und es eine verlässliche Grundlage dazu gibt.
„Das ist eine noch nie dagewesene Sondersituation, die uns allesamt vor extreme Herausforderungen und Kraftanstrengungen stellt. Besonders wichtig ist es jetzt, dass die gesamte Recken-Familie gewohnt eng zusammensteht und sich solidarisch zeigt. Wir hoffen, dass wir durch die beschlossenen Maßnahmen die Saison vernünftig zu Ende spielen können. Das kann nach heutigem Ermessen aber niemand seriös vorhersagen, so dass wir alle zu großer Besonnenheit aufgerufen sind“, erklärte der Geschäftsführer der Recken, Eike Korsen, in einer Pressemeldung in der vergangenen Woche.
Auch das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) informierte die Mitgliedsvereine durch Präsident Stefan Hüdepohl und Geschäftsführer Gerald Glöde. „Es gilt für uns alle, die Verbreitung des Coronavirus so schnell wie möglich zu verlangsamen”, sagte Hüdepohl. Das Präsidium des HVN setzte den Spielbetrieb neben den Oberligen damit auf allen Ebenen des Verbandes und der Gliederungen aus. Laut Mitteilung soll der Spielbetrieb zunächst bis einschließlich 19. April ruhen. „Wir werden rechtzeitig über weitergehende Maßnahmen informieren", erklärte der Präsident.
Die Profis der Recken hatten am vergangenen Wochenende zunächst einmal frei. Da mindestens sechs Wochen Pause bis Mitte April bevorstehen, wird der Übungsbetrieb in der kommenden Zeit eng mit der medizinischen Abteilung abgestimmt. Sicher werden die Spieler um Morten Olsen individuelle Trainingspläne erhalten, um bei einer möglichen Fortsetzung der Saison wieder mit Volldampf in die Spiele gehen zu können.
So wird es auch in den unteren Ligen sein, wo die Altkreisvertreter in der Serie noch einige Erfolge anstreben. Zunächst gilt im Handballsport, wie in den anderen Sportarten aber, dass die Gesundheit jedes einzelnen Menschen über alle sportlichen Ziele und Erfolge steht.