Coach Wittenberg hofft auf einen Umschwung

HHB-Spielmacher Florian Freitag hoch über der Deckung des Gegners. In dieser Position kann er seinen Wurf ohne Gegenwehr ansetzen. (Foto: Holger Staab)

HHB in der 3. Liga Nord mit zwei Heimspielen in drei Tagen

BURGWEDEL (st). Zwei Heimspiele innerhalb von vier Tagen könnten dem Handball Hannover Burgwedel einen echten Umschwung für die letzten Aufgaben des Jahres bescheren. Zunächst soll heute mit einem mutigen Auftreten gegen die Mecklenburger Stiere Schwerin gezeigt werden, was im Kader des HHB steckt. Dann können Florian Freitag und seine Mitspieler auch am Samstag gegen HC Empor Rostock mit viel Selbstvertrauen in die Partie gehen. Beide Gegner sind Spitzenteams und zu verlieren hat HHB deshalb nichts.
Damit am heutigen Mittwoch nach der 29:35-Pleite beim SV Anhalt Bernburg im Nachholspiel ein Sieg gegen die favorisierten Schweriner gelingt, ist in der 3. Liga Nord aber nicht nur eine Verbesserung der Leistung nötig, sondern nur eine fehlerfreie Vorstellung kann zu einem doppelten Punktgewinn führen. HHB hofft deshalb ab 20 Uhr in der Sporthalle am Schulzentrum „Auf der Ramhorst“ auf eine lautstarke Unterstützung ihrer Fans.
Vier Spiele hat HHB bis zum Ende des Jahres noch Zeit, um sich zumindest in eine Mittelfeldposition zu bringen und den Jahreswechsel sportlich versöhnlich begehen zu können. Vor der Saison sprachen die Verantwortlichen vom Erreichen des oberen Tabellendrittels. Dafür ist nach dem enttäuschenden 13.Platz aus der vergangenen Spielzeit und dem jetzt ebenfalls 13. Platz eine schnelle Leistungssteigerung dringend nötig. Die Verpflichtungen von starken Neuzugängen, wie den ehemaligen Bundesligaspieler Nenad Bilbija von GWD Minden oder Marius Kastening von TSG AH Bielefeld waren Zeichen, die als Angriff auf die Spitzengruppe gedeutet werden konnten. Leider kam der verkorkste Start, die Trainerentlassung von Jürgen Bätjer und einige Verletzungen von Akteuren, nicht förderlich dazwischen. Auch heute wird mit Stefanos Michailidis ein wichtiger Stammspieler nicht dabei sein können.
Mit Coach Claas Wittenberg ist sicherlich der richtige Übungsleiter verpflichtet, aber noch spielt HHB zu schwankend und steht auf einem abstiegsgefährdeten Tabellenplatz. Die Serie von drei Heimspielen hintereinander gegen Schwerin, Empor Rostock und den Oranienburger HC werden jetzt zeigen, wo die Entwicklung hingeht. Zum Abschluss des Jahres gibt es dann noch ein Derby bei HSV Hannover.
Zunächst steht die schwere Aufgabe gegen die Stiere Schwerin auf dem Spielplan. Die Gäste sind als Mitfavorit in die Saison gestartet, mussten aber in den ersten zwei Begegnungen gleich bittere Niederlagen einstecken. Auch eine zwischenzeitliche Aufholjagd brachte bisher nur den 5.Platz ein. Die von Mannhard Bech trainierten Schweriner haben sich mit Olaf Crölle von SV Crivitz und Morten Joakim Pedersen vom dänischen Club Viborg HK, Robert Barten vom VfL Gummersbach, Lutz Weßeling von der SG Schalksmühle Halver, sowie Tim Steinmüller und Jonas Krutzky aus der eigenen Jugend nach sechs Abgängen gut verstärkt. Nach dem 3.Platz in der Serie 2017/2018 nannten viele Trainer in der 3.Liga die Schweriner als Aufstiegsfavorit für die 2.Liga.
Auf die Burgwedeler kommt also eine Aufgabe gegen eine etablierte Mannschaft zu, die besonders aus dem Rückraum ihre Stärken hat. Mit schnellem Spiel könnten die Schweriner sich aber überrumpeln lassen. Das hat der TSV Altenholz gezeigt, als sie die Mecklenburger beim 44:26-Sieg am 2.Spieltag förmlich überrannten.
Vier Tage später, am Sonnabend, 8. Dezember, gastiert zur gewohnten Anwurfzeit ab 19 Uhr das Topteam des HC Empor Rostock in Burgwedel. Eine echte Herausforderung für die Wittenberg-Schützlinge, die sich gegen Schwerin eingespielt haben sollten, um dann gegen Tabellenführer Rostock zu überraschen. Die Gäste um Coach Till Wiechers haben nach dem knapp verhinderten Abstieg aus der vergangenen Saison einen richtigen Lauf und bieten auch Favorit Eintracht Hildesheim die Stirn. Beide Mannschaften bilden das Spitzenduo der 3. Liga Nord. Kann HHB seine Form in dieser Partie vor heimischem Publikum steigern, dann könnten sie Rostock bezwingen. Dazu gehört aber eine kluge taktische Ausrichtung, eine kompakte Defensive und eine exzellente Torquote.