Altkreisteams hoffen auf einen Saisonstart im September

Der engagierte Coach des Lehrter SV, Lutz Ewert verlängert beim Oberligisten um ein weiteres Jahr. (Foto: Holger Staab)
 
Linkshänder Artjom Antonevitch, hier im März bei einem seiner letzten Partien für Handball Hannover Burgwedel, verlässt den Drittligisten in Richtung Braunschweig. (Foto: Holger Staab)

Trainer Lutz Ewert verlängert in Lehrte und will den LSV entwickeln

ALTKREIS (st). Der Abbruch der Saison kam für die Handballer, wie in anderen Sportarten, sehr überraschend und die Spielzeit 2019/2020 wurde bekanntlich nicht wieder aufgenommen. Für die Teams aus dem Altkreis Burgdorf sportlich eine Katastrophe. Menschlich haben die Trainer der Drittligisten Kay Behnke von Handball Hannover Burgwedel, Heidmar Felixson von der TSV Burgdorf II, Lutz Ewert vom Oberligisten Lehrter SV und Sven Gennburg von der TSV Burgdorf III aber volles Verständnis.
Ihnen geht die Gesundheit der Spieler und Angehörigen natürlich vor. Die Zustimmung für die getroffenen Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie sind überall zu hören. Allerdings würde sich sowohl Spieler, wie auch die Trainer freuen, ihre Mannschaften wieder auf die nächste Saison vorbereiten zu können. In der kommenden Woche sollen die ersten Lockerungen im Hallensport wieder spürbar sein, obwohl noch viele Einschränkungen zu beachten sind. Erste Trainingseinheiten mit Ball könnten mit den entsprechenden Regeln aber durchgeführt werden und langsam Normalität eintreten.
Ob die Saison 2020/2021 aber im September wie geplant beginnen kann, steht noch nicht fest. Hier werden die Handballer aus der 3. und 4. Liga auf eine endgültige Terminierung der ersten Begegnungen wohl noch Geduld haben müssen. Fest steht, dass es in der nächsten Serie kein Pokalwettbewerb geben wird. Da es aufgrund des Abbruchs des Spielbetriebes in den Ligen keinen Absteiger gibt, aber Aufsteiger, wird die Zahl der Teams in den Spielklassen aufgestockt. Die erhöhte Anzahl der Spiele lässt den Terminplan eng werden und deshalb gibt es keine Pokalspiele. Das schafft Luft für weitere Spieltage. Das bestätigte der HVN-Vizepräsident Jens Schoof schon vor einigen Wochen. Ein Start am ersten Wochenende im September ist geplant, aber über den Modus und eine eventuelle Verlegung auf einen späteren Termin muss der Handballverband Niedersachsen (HVN), der für die Oberliga zuständig ist und der Deutsche Handballbund (DHB) für die 3. Liga in den nächsten Wochen entscheiden.
Für die Mannschaften aus dem Altkreis Burgdorf ist dies nicht zufriedenstellend, aber nicht zu ändern. In den Vereinen gibt es aber in der Zwangspause einige Entwicklungen. Der Lehrter SV vermeldete die Verlängerung des Kontraktes mit seinem langjährigen Trainer Lutz Ewert. Das Urgestein aus Lehrte ist mit kurzen Unterbrechungen bereits seit 15 Jahren im Traineramt und hat trotz einiger Angebote von anderen Vereinen nochmal in Lehrte zugesagt. Der A-Lizenzinhaber will irgendwann nochmal ein höherklassiges Team coachen, aber jetzt den LSV nach wirklich erfolgreicher Saison noch ein wenig weiterentwickeln.
Beim Drittligisten Handball Hannover Burgwedel musste mit Artjom Antonevitch ein Abgang vermeldet werden. Der Linkshänder, der in Burgwedel wichtige Treffer erzielte und auf den Rechtsaußen- und Halbrechtspositionen immer ein Unruheherd für den Gegner darstellte, verlässt HHB in Richtung des ambitionierten Aufsteigers in die 3. Liga, MTV Braunschweig.
Neuzugänge konnte dagegen die TSV Burgdorf II vermelden. Die Ausbildungsmannschaft des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf bekommt mit dem 20-jährigen Rückraumspieler Matteo Ehlers ein echtes Nachwuchstalent. Der Rückraumspieler wechselt von Eintracht Hildesheim nach Burgdorf und kann sowohl in der Defensive, wie auch in der Offensive für Furore sorgen. Burgdorfs Trainer Heidmar Felixson ist überzeugt von seinem Potenzial und gespannt auf seine Entwicklung, die Ehlers durchaus bis ins Bundesligateam führen könnte.
Mit Lukas Reichenbach und Luc Depping schließen sich zudem zwei weitere Talente von Eintracht Hildesheim dem Drittligisten an. Beide sind erst 17 Jahre und können noch in der A-Jugend spielen. Die Burgdorfer A-Jugend erreichte nach DHB-Entscheidung kampflos aufgrund des Spielabbruchs die Qualifikation zur nächsten Bundesligaspielzeit.
Torwart Reichenbach wird, wie Rechtsaußen Depping voraussichtlich Einsätze in der 3. Liga bekommen und sich stetig weiterentwickeln können. „Ich traue beiden eine Menge zu“, ist Felixson überzeugt von der Spielstärke der Youngster, „und glaube, dass sie sehr viel Potenzial besitzen.“ Damit setzt die TSV II ihren Ruf der Ausbildungsmannschaft weiter fort und wie alle anderen Handballer hoffen sie, bald wieder voll trainieren, ihre Kontaktsportart uneingeschränkt fortsetzen und im September dann endlich wieder im Kampf um Punkte und Meisterschaft auf andere Teams treffen zu können.