Nasse Jahreszeit birgt Gefahr

Die Witterung im Herbst erfordert eine korrekte Fahrzeugbelechtung. (Foto: TÜV Nord Lehrte-Hämelerwald)

TÜV-Tipps für den Straßenverkehr

Hämelerwald (r/gg). Angesichts der ohnehin erhöhten Unfallgefahr im Herbst ist es besonders wichtig, sich vor Fahrtantritt zu vergewissern, dass die Beleuchtung am Fahrzeug einwandfrei funktioniert. Was man hierbei zu beachten hat und unter welchen Voraussetzungen welche Leuchten Verwendung finden, erklärt Frank Bialkowski, Leiter der TÜV-Station Lehrte-Hämelerwald: „Zuverlässig funktionierende Beleuchtung ist jetzt besonders von Bedeutung – nicht nur, um selbst eine bessere Sicht zu erlangen, sondern auch um von anderen Verkehrsteilnehmern frühzeitig gesehen zu werden.“ Hierbei sei vor allem zu bedenken, dass die besten Scheinwerfer niemandem etwas nutzen, wenn sie nicht in Betrieb genommen werden. Also: Licht an! Das gilt für alle Verkehrsteilnehmer. „Nicht beleuchtete Fahrräder sind vor allem in der dunklen Jahreszeit ein enormer Risikofaktor im Straßenverkehr. Jeder, der auf den Straßen unterwegs ist, muss von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden können“, sagt der TÜV-Experte. In Deutschland ist es jedoch nicht verpflichtend, ganztags mit Licht zu fahren, so wie es in vielen anderen Ländern der Fall ist. Vor allem im Herbst und Winter, wenn die Dämmerung früh einsetzt und die Sicht durch Nebel oder Regen verschlechtert wird, ist es jedoch ratsam, das Licht frühzeitig einzuschalten. Frank Bialkowski empfiehlt, die Beleuchtung vor Fahrtantritt immer zu prüfen, außerdem fügt er hinzu: „Bei modernen Fahrzeugen mit automatischen Lichtsensoren ist zu bedenken, dass die Sensoren keine witterungsbedingten Sichtbehinderungen erkennen und manuell eingeschaltet werden müssen, sofern schlechte Sicht das Fahren beeinträchtigt.“
Tagfahrlicht ist eine praktische Sache, denn die zusätzlichen schwächeren Frontleuchten sorgen für mehr Sichtbarkeit, ohne zu blenden. „Bei schlechten Wetterverhältnissen reichen diese jedoch nicht aus, denn das Tagfahrlicht der modernen Autos kommt bei Dämmerung und schlechter Sicht schnell an seine Grenzen“, sagt der Stationsleiter. „In diesem Fall sollte auch tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden.“ Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte richtig einsetzen Nebelscheinwerfer sind eine zusätzliche Beleuchtungseinrichtung und somit nicht obligatorisch. Verfügt das Fahrzeug über Nebelscheinwerfer, ist es wichtig, diese richtig zu verwenden. „Bei starkem Nebel, Regen oder bei Schneefall dienen Nebelscheinwerfer dazu, die Fahrbahn auszuleuchten – aber auch wirklich nur dann“, sagt Frank Bialkowski. Beträgt die Sichtweite auf der Autobahn weniger als 150 Meter, außerorts weniger als 120 Meter oder innerorts weniger als 70 Meter, dürfen die Nebelscheinwerfer eingeschaltet werden. Bei der Benutzung bei guter Sicht, droht ein Bußgeld. Die sich am Heck befindliche stark blendende Nebelschlussleuchte dient wiederum dazu, den nachfolgenden Verkehr zu warnen. „Die Nebelschlussleuchte darf nur eingeschaltet werden, wenn die Sicht aufgrund von Nebel weniger als 50 Meter beträgt. Man kann sich an der Entfernung zwischen zwei Leitpfosten orientieren. Von einem zum nächsten Pfosten sind es 50 Meter“, erklärt Frank Bialkowski. Aber es gilt auch: "Finger weg vom Fernlicht bei Nebel und Schnee." Durch die Feuchtigkeit in der Luft bei Nebel oder Schnee, wird das helle, durch das Fernlicht ausgestrahlte Licht, zurückgeworfen und blendet den Fahrer. Der TÜV-Experte rät: „Bei erheblichen Sichtbehinderungen sollten lieber die Nebelscheinwerfer eingesetzt werden anstelle des Fernlichtes.“ Zu hoch eingestellte Scheinwerfer werden häufig unterschätzt, dabei blenden sie nicht nur den Gegenverkehr, sondern zudem die vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer. Wer geblendet wir, legt eine beträchtliche Strecke quasi im Blindflug zurück. Zu tief eingestellte Scheinwerfer hingegen schränken das Sichtfeld enorm ein und verhindern einen umfassenden Überblick. „Oftmals machen entgegenkommende Fahrzeuge mit Lichthupe darauf aufmerksam, dass die  Einstellung der Scheinwerfer nicht optimal ist“, so der Stationsleiter. „Auch beim Fahren mit voll beladenem Kofferraum oder beim Fahren mit Anhänger, muss die Scheinwerfereinstellung entsprechend angepasst werden.“ Ein Fachmann braucht für die Kontrolle der Scheinwerfer mit Hilfe eines speziellen Scheinwerfereinstellgerätes nur ein paar Minuten. Müssen sie jedoch neu justiert oder gänzlich repariert werden, dauert es länger. „Zudem erhöhen einseitig defekte Scheinwerfer das Risiko eines Unfalls. Im Dunkeln kann ein einseitig beleuchtetes Auto für ein Motorrad gehalten werden. Das kann zu Fehleinschätzungen und damit zu Fehlverhalten der anderen Verkehrsteilnehmer führen und schlimmstenfalls in einem Unfall enden“, erklärt Frank Bialkowski. Übrigens: Oft ist die Ursache für einen Wechsel der Scheinwerfer gar kein defektes Leuchtmittel, sondern die Tatsache, dass sie blind, also matt sind. Scheinwerfer sind permanent Wind, Sonne, Regen, Eis und Schnee ausgesetzt. Blinde Scheinwerfer können die Folge sein. Aber auch falsches Reinigungsmittel kann dafür sorgen, dass der transparente Kunststoff allmählich milchig und matt wird, sodass die Scheinwerfer nicht mehr genügend Leuchtkraft haben. „Mit einem blinden Scheinwerfer besteht das Auto die Hauptuntersuchung nicht“, so der TÜV-Experte.
Frank Bialkowski rät dazu, immer Ersatzlampen im Auto zu haben: „In Deutschland besteht keine Pflicht, Ersatzglühlampen im Auto mit sich zu führen. Schaden kann es jedoch nicht.“ Welche Glühlampe für welchen Pkw benötigt wird und wie sie im Fall eines Defektes ausgetauscht werden, steht in der Bedienungsanleitung des Fahrzeuges. Bei LED- oder Xenon-Scheinwerfern ist das Austauschen erheblich komplizierter und mit mehr Aufwand verbunden. „Bei defekten LED- oder Xenon-Scheinwerfern, führt die nächste Fahrt meistens in die Werkstatt, denn bei modernen Fahrzeugen sind die Bauteile fest miteinander verklebt. Ein problemloser Austausch einzelner Komponenten ist in diesem Fall für einen Laien fast unmöglich“, erklärt der TÜV-Experte.