Zwergfledermaus in guten Händen

Füttern des Findlings: Die junge Zwergfledermaus soll überleben. (Foto: Bernd Rose)

Einblick in die Arbeit des Regionalbeauftragten

Altkreis (gg). Nicht nur Fledermäuse erkennen und beobachten, sondern auch die Arten zu unterscheiden und zu zählen gehört zur ständigen ehrenamtlichen Arbeit von Bernd Rose aus dem hiesigen Nabu-Vorstand. Im Auftrag der Regionsverwaltung ist er „Fledermaus-Regionalbeauftragter“. „Das läuft über das ganze Jahr, aber jetzt komme ich an meine Belastungsgrenze“, sagt Bernd Rose zu seiner zusätzlichen Aufgabe, der Aufzucht einer zwölf Tage alten und drei Gramm schweren Zwergfledermaus, der er im Zwei-Stunden-Takt Ersatzmilch verabreicht, weil das Muttertier abhanden gekommen ist. Es fing am 18. Juni an. Bernd Rose berichtet: Ich wurde zur Norderneystraße in eine Privatwohnung gerufen. Dort fand man drei Babies, die geschätzt vier Tage alt waren. Sie lagen im Hausflur.“ Um dem Muttertier die Chance auf ein Wiederfinden zu geben, wurden die Jungtiere in einen Karton gelegt. Auf einer warmen Wasserflasche mit Wollsocke sollte das Auskühlen verhindert werden. Tatsächlich seien in der Nacht Fledermäuse in der Nähe gewesen. „Leider wurden die Jungen nicht von dem Muttertier abgeholt“, so die Nachricht von Bernd Rose, der fortan die Ernährung übernahm. „Nach vier Tagen starben die zwei Schwächsten. Das dritte Junge überlebte bis heute und entwickelt sich gut“, notiert er am Dienstag. Der Arbeitsplan für die nächsten Tage: alle zwei Stunden Milch, ein kleiner Tropfen Olivenöl, Bauchmassage. Verdauen und schlafen, wenn der Winzling dies schafft, sei er auf einem guten Weg. Die Gewöhnung auf festere Nahrung, wie Innereien einer Bienenmade oder Mehlwürmer, müsse dann bald folgen. Die Auswilderung steht nach 20 Tagen auf der Aufgabenliste. Davor soll es aber noch Flugübungen für die Muskelatur geben. Sicher sei in diesen Tagen nur, dass nicht sicher ist. Bernd Rose schreibt: „Hoffentlich bekommen meine Frau und ich den kleinen Zwerg durch.“