Zwei BH´s fehlten dem Sievershäuser Süden zum Sieg

Das Tau durch die Hose war eine von vielen lustigen Aufgaben beim "Spiel ohne Grenzen" im Zuge der Sievershäuser Dorffehde. (Foto: TSV '03 Svhsn./Uwe Anders)
 
Auch ein knapper Sieg ist ein Sieg: Das Team des Sievershäuser Norddorfs freute sich, mit 4 : 4 bei den jährlichen Dorffehden wieder gleichauf mit dem Süden zu sein. (Foto: TSV '03 Svhsn./Uwe Anders)

Traditionelle Dorffehde wurde diesmal denkbar "knapp" entschieden

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (r/kl). Was war denn da los? Es stand 6 : 6 bei der Dorffehde zwischen dem Sievershäuser Norddorf und dem Süddorf. Man konnte die Spannung förmlich spüren. Das letzte, entscheidende Spiel wurde erklärt und plötzlich flogen BH's über die Sportanlage am Schmiedeweg und gestandene Männer standen in Unterhosen auf dem gepflegten Grün, wo sich ansonsten die Fußballer des TSV 03 Sievershausen mit ihren Gegnern messen. Aber der Reihe nach.
Wie jedes Jahr versuchte Lektorin Maren Kühn beim Himmelfahrtsgottesdienst im 16-Meter-Raum des Sportplatzes beide Dorfhälften friedlich aufeinander einzustimmen. Und wie jedes Jahr scheiterte sie. Zwar betete und sang man noch gemeinsam, doch als die Punktvergabe anstand, war es vorbei mit der Gemeinsamkeit.
Den ersten Punkt erhält nämlich traditionell das Team, welches mit den meisten Besuchern am Gottesdienst teilgenommen hatte. Das Norddorf, in dem die Kirche angesiedelt ist, hatte sich vorgenommen, diesen Punkt, der im letzten Jahr erstmalig in den Süden ging, zurück zu holen. Und es gelang: Mit 60 zu 57 Gottesdienstbesuchern war man knapp erfolgreich. Jetzt war jedem klar, dass es ein spannender Tag werden würde.
Es schlossen sich zunächst Fußballspiele an. Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus beiden Dorfhälften duellierten sich mit dem runden Leder. Auch hier war es immer sehr eng und schließlich konnte das Süddorf den Ausgleich zum 2 zu 2 erzielen. Von nun an sollte die Führung über den ganzen Tag wechseln.
Zur Freude der vielen Zuschauer begann dann das „Spiel ohne Grenzen“. Die Organisatoren hatten sich lustige Spiele ausgedacht, die mit viel Gelächter und Beifall bedacht wurden. Die Kinder mussten bei der Luftballonschlange in einer Reihe einen Parcours absolvieren, wobei sie Luftballons zwischen ihren Bäuchen pressen mussten und die Hände nicht zur Hilfe nehmen durften.
Anstrengender war für die Erwachsene das Spiel „Fliegender Teppich“. Spieler mussten auf einer Decke sitzend durch einen Slalom gezogen werden. Bei einem anderen Spiel war mit einer übergroßen Hose ein Kurs zu überwinden. Die Schwierigkeit bestand darin, dass in jedem Hosenbein ein Teammitglied steckte.
Anschließend musste mit Wäscheklammern im Mund Bierdeckel weitergeben werden oder mit Flaschen zwischen den Beinen waren Gläser einzuschenken, die im Schoß von Mitspielern abgestellt waren. Eine feuchte Angelegenheit!
Viel Lacherfolg brachte auch das Spiel „Bissige Schlange“. Zwei Damen waren gefordert, ein Tau durch die Hosenbeine von fünf Männern hoch und runter zu ziehen. Sie mussten sich dabei noch mit Hinweisen wie „Jennifer, Du ziehst gerade am falschen Tau“ auseinandersetzen.
Und dann war es soweit. Es stand 6 : 6 und das Schlussspiel musste die Entscheidung über den Sieg bei der diesjährigen Dorffehde bringen. Was dann kam, werden die Sievershäuser und die vielen auswärtigen Gäste so schnell nicht vergessen. Jeweils drei Mitspieler aus dem Norden und Süden hatten die Aufgabe, innerhalb von fünf Minuten so viel wie möglich Kleidungsstücke aus dem Publikum zu beschaffen und anzuziehen.
Schlüpfer und BH's zählten dreifach. Der Startschuss fiel und auf dem Sievershäuser Sportplatz war plötzlich „der Teufel los“. BH's flogen und Männer standen in Unterhosen auf dem Platz. Nach fünf Minuten waren die Spieler nicht mehr zu erkennen. Sie sahen aus, als wenn Aliens auf dem Sportplatz am Schmiedeweg gelandet wären. Das Publikum tobte.
Dann wurden die Kleidungsstücke gezählt und der Entstand von 140 : 136 für das Norddorf wurde festgestellt. Der Norden hatte tatsächlich elf Büstenhalter organisieren können. Im Süden hatten sich lediglich drei Damen entledigt. Zwei fehlende BH's entschieden somit die Dorffehde 2012 für den Norden. Insgesamt steht es damit 4 : 4.
Noch lange wurde auf dem Sievershäuser Sportplatz der Sieg gefeiert und die Niederlage betrauert. Und plötzlich stellt sich ein, was am Morgen Lektorin Maren Kühn nicht gelang: Der Dorffrieden war wieder hergestellt (zumindest für ein Jahr!).