Zeremonie am Volkstrauertag

Ortsbürgermeister Frank Seger (vorne links) und der Posaunenchor Sankt Pankratius Burgdorf unter der Leitung Martin Burzeya in Aligse. (Foto: Detlef Oppermann)

60 Teilnehmer auf dem Dorfanger

Aligse (r/gg). "Wer heute durch Deutschland reist, der erlebt lebendige Dörfer, schöne Städte und idyllische Landschaften. Es fällt schwer, in diesen Orten blutige Schauplätze von Krieg und Unterdrückung, Diktatur und Gewalt zu sehen", so begann Ortsbürgermeister Frank Seger bei der Kranzniederlegung am Volkstrauertag. Am Ehrenmal auf dem Dorfanger hatten sich rund 60 Teilnehmer zur Gedenkstunde versammelt. "So viele, wie selten in den vergangenen Jahren", betonte Frank Seger. Darunter ältere Mitbürger, die die Schrecken von Krieg, Flucht und Vertreibung am eigenen Leib erfahren mussten und in Aligse eine neue Heimat gefunden haben, aber auch auffallend viele junge Menschen.
Ortsbürgermeister Frank Seger, der auch das Totengedenken sprach, erinnerte bei allem Respekt vor dem Sterben und Leiden an die Schuld, die gerade Deutschland auf sich geladen habe, besonders angesichts der entrechteten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft auf deutschen Höfen. Und er mahnte an die heutige Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit. Dies bedeute auch, den Anderen nicht auszugrenzen: "Den Andersdenkenden, die Andersglaubende, den Andersfühlenden, die Andersaussehenden".
Im Anschluss an die Kranzniederlegung, die von Ortsbrandmeister Alf-Eric Wischnat und Mitgliedern der Aligser Ortsfeuerwehr vollzogen wurde, folgte das Lied "Ich hatt einen Kameraden", gespielt vom Posaunenchor Sankt Pankratius Burgdorf (Leitung Martin Burzeya), welcher die Gedenkstunde in Aligse musikalisch begleitete und mit der Nationalhymne abschloss.