Zäune sollen Wölfe aufhalten

Forderung nach Schutz vor Wölfen: Jan-Niklas Grobe aus Immensen übergibt den offenen Brief an Umweltminister Olaf Lies in Hannover vor dem Landtag. (Foto: Privat)

Immenser Weidetierhalter übergeben offenen Brief

Lehrte (gg). Eine Demonstration vor dem Landtag in Hannover organisierten hiesige Bürger, die in den vorigen Wochen ihre von Wölfen angefressenen und getöteten Weidetiere aufgefunden haben. Verbündet in der Interessengemeinschft Weidetierhalter Immensen (IWI), unterstützt von der Bürgeriniative wolfsfreie Dörfer und allen privaten Pferdehaltern kamen am Dienstag rund 300 Teilnehmer zusammen, um Umweltminister Olaf Lies einen offenen Brief zu überreichen, indem die Forderung nach Baugenehmigung für wolfsabweisende Zäune formuliert ist. Melanie Schaper ist eine der Initiatorinnen. Sie erklärt: „Uns geht es schon nicht mehr darum, die von Wölfen zerfetzten Tiere aufzulisten, denn das ist Normalität im Altkreis. Wir wollen so schnell wie möglich Schutzzäune errichten, doch das ist für Nicht-Landwirte bisher nicht möglich.“ Für den Bau eines Schutzzaunes ist eine Baugenehmigung nach Baugesetzbuch erforderlich. Außerhalb der Ortschaften, zudem womöglich mit Landschaftsschutzstatus, wird diese nach Einzelfallentscheidung der zuständigen Behörde erteilt, aber nicht an private Weidebesitzer. Melanie Schaper erklärt die Problematik: „Nur Landwirten oder gewerblichen Pferdebesitzern ist es gestattet, diese Zäune zu errichten. Die meisten Pferdebesitzer in Niedersachsen sind aber Privatpersonen. Sie wollen ihre Pferde und Ponys schützen. Viele verbringen inzwischen die Nächte auf den Weiden, schlafen bei Wind und Wetter in Zelten, um für das Überleben ihrer Tiere zu sorgen.“ Eine weitere Problematik ergebe sich in Bezug auf die Bezahlbarkeit des Zaunbaus, so der Hinweis von Melanie Schaper. So gebe es zwar eine gedeckelte finanziellen Förderung seitens der Landeskasse, die könne jedoch nur beantragt werden, wenn eine Baugenehmigung vorliege.
Im offenen Brief an Olaf Lies ist formuliert: „Ohne Baugenehmigung keine Förderung, ohne Förderung keine wolfsabweisenden Zäune, ohne besseren Schutz noch mehr Blut auf unseren Wiesen.“ Daher soll es mit Erlass des Umweltministers umgehend eine Vereinfachung geben. Olaf Lies nahm die Forderungen auf, drückte sein Verständnis aus und bestätigte das Problem. Derzeit arbeite das Umweltministerium an einer Klärung. Die rechtliche Begründung für Änderungen im Baugesetzbuch sei problematisch und müsse gut vorbereitet werden.