Würzen statt Salzen

Plädieren für weniger Salz in unserer Nahrung und für mehr Geschmack durch Gewürze: Nicole Heller (von links), Dr. Inge Mander, Margaretha Ehlvers, Karin Meisiger, Anke Ehrhardt, Elke Schröder. Foto: KRH

Team der Dialyse am KRH Klinikum Lehrte baut eigene Kräuter an

Lehrte. Es war die Idee von Dr. Inge Mander, der Leiterin der Dialyse am KRH Klinikum Lehrte, ein Hochbeet mit Kräuter- und Heilpflanzen anzulegen, die neben ihrer positiven Wirkung auch einfach gut schmecken. „Freunde hatten das passende Holz übrig und eine Kollegin aus der Pflege noch den richtigen Dünger von ihrem Pferd“, erzählt Mander. Da wurde nicht mehr lange überlegt, sind doch die Gefahren von salzreichem Essen für Bluthochdruck und mehr Durst gerade den Experten der Dialyse bekannt. Schließlich werden viele Patienten zur Abklärung von seltenen Ursachen eines Bluthochdrucks von ihren Hausärzten zur Aufarbeitung in die Spezialambulanz für Nieren- und
Hochdruckkrankheiten des KRH Klinikum Lehrte überwiesen.
In deutschen Küchen gilt immer noch: Wenn es nicht schmeckt, dann Salz und Pfeffer drauf. Gerade in Bezug auf den zunehmenden Verbrauch von Fertiggerichten mit hohem Salzgehalt ist dies ein großes Problem. „Wir wollen Patienten und Angehörige mit unserem Hochbeet darauf aufmerksam machen, dass es viele verschiedene sehr leckere Gewürze gibt, die eben nicht den Effekt von Salz haben und trotzdem das Essen schmackhaft machen“, sagt Mander. In dem Hochbeet hat das Dialyseteam
Basilikum, Rosmarin, Koriander, Salbei, Ysop, Bohnenkraut, Gewürztagetes und Zitronenverbene angebaut. „Ob Nudeln mit mediterranen Kräutern, Kartoffeln mit Rosmarin oder nur ein Zitronenverbene Wasser statt eines Softgetränkes“, erklären Margharetha Ehlvers und Karin Meisinger vom Stadtmarketing Lehrte, die den Heilkräutergarten in der Parkanlage des KRH Klinikum Lehrte betreuen, „diese Kräutervielfalt nutzen wir in Deutschland leider viel zu selten.“
„Wir freuen uns, wenn wir mit unserem Wissen unterstützen und möglichst schon vorbeugend helfen können“, sagt Mander, die mit ihrem Team sowohl ambulante als auch stationäre Patienten mit Nieren- und Hochdruckproblemen betreut. Am KRH Klinikum Lehrte stehen 26 ambulante Dialyseplätze zur Verfügung, die mit den modernsten Dialysegeräten ausgerüstet sind. Die Plätze werden an drei Schichten (Montag, Mittwoch, Freitag: Früh- und Spätschicht beziehungsweise Dienstag, Donnerstag und
Samstag: Frühschicht) bereitgehalten. Dr. Mander sowie zwei weitere Nephrologinnen und ein erfahrenes Pflegeteam sind in dieser Zeit vor Ort. Durch die direkte Anbindung an das KRH Klinikum Lehrte ist es ebenfalls möglich, schwerkranke Dialysepatienten stationär zu versorgen; wenn nötig steht auch eine Intensivstation bereit. Des Weiteren ist die Dialyseeinheit eng mit der geriatrischen Versorgung des KRH Klinikums Lehrte gekoppelt und ermöglicht eine Versorgung während des Krankenhausaufenthaltes. „Gerade für Dialysepatientenen ist es toll, dass wir jetzt die umfangreichen Therapiemöglichkeiten der
Geriatrie nutzen können, um möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.“ Dieser Aspekt wird von Patienten aus Lehrte und der Region gerne genutzt.
Nicht nur Patienten der Dialyse, sondern auch der Nierenambulanz (nephrologische
Ambulanz) sowie alle weiteren Interessierten sind eingeladen, Ideen für schmackhafte Gerichte zu finden. Auch ein Gang in den Heilkräutergarten ist lohnenswert. Regelmäßige öffentliche Führungen finden am letzten Sonntag im Monat statt. Das Team der Dialyse/ Nephrologie erreichen Interessierte unter der Telefonnummer (0 51 32) 50 33 90 oder per
E-Mail unter dialyse@krh.de.