Wolfsgefahr neu eingeordnet

Der Abgeordnete Oliver Brandt (rechts) bei einem Vor-Ort-Gespräch in Obershagen mit dem Schäfer Michael Kage (links) zum Thema Schutz vor Wölfen. Mit dabei Hartmut Schulz (Mitte), Vorsitzender Hegering „Das Große Freie“ in Burgdorf. (Foto: Privat)

CDU-Regionsfraktion will Abschuss ermöglichen

REGION (r/gg). Nach dem Wolfsangriff im Landkreis Nienburg Mitte Juni, bei dem zwei Pferde qualvoll verendet sind und weitere verletzt wurden, bemüht sich Oliver Brandt, CDU-Regionsabgeordneter im hiesigen Wahlkreis, um Strategien zur Wolfsabwehr. Nach Einschätzung der CDU-Fraktion in der Regionsversammlung gebe es nach dem Nienburger Angriff eine neue Wolfsgefahr für Pferde. Diese seien im Wolfsmanagement des Umweltministeriums bisher untergeordnet behandelt worden, weil Pferde nicht zum vorrangigen Sprektrum des Wolfs gehörten. Bei Beute mit rund 500 Kilo Gewicht und zu schneller Flucht fähig habe der Wolf keine Chance - so die Einschätzung bisher.
„Die Gefahr durch den Wolf ist massiv gestiegen. Ein Weiter-so darf es nicht geben. Der Wolf muss schnell ins Jagdrecht aufgenommen werden", sagt Oliver Brandt, der den Abschuss damit legitimieren will.
Bekannt ist das Scheitern der bisherigen Jagderlaubnis, die auf einzelne Wölfe zielte. So hätte der Rüde des vom Ministerium definierten Rudels „GW717m“ über einige Monate hinweg abgeschossen werden dürfen, weil er viele Nutztiere gerissen hat. Der Abschuss des Wolfsrüden scheiterte jedoch, was der landläufigen Meinung nach nicht verwundert, denn völlig absurd ist die Annahme, Jäger könnten auf Schussdistanz Wölfe in dieser Weise unterscheiden. Vor wenigen Wochen hat Umweltminister Olaf Lies die Abschussgenehmigung zurückgenommen, weil es in der Region seit Juli 2019 keine Wolfsrisse mehr gegeben habe. 
Oliver Brandt sagt: „Nach diesem schrecklichen Vorfall zeigt sich, dass eseine schwerwiegende Fehlentscheidung von Olaf Lies gewesen ist, die Jagd auf den Rüden einzustellen. Es ist nur schwer nachvollziehbar, dass erst Schlimmes passieren muss, bis die richtigen Schlüsse gezogen werden. Einen solchen Fall wie in Nienburg möchte ich nie wieder erleben. Die Region Hannover ist Pferderegion, das muss auch so bleiben. Es kann nicht sein, dass die Angst bei Reitern immer mehr zunimmt und die Politik schaut tatenlos zu.“
In der Region Hannover seien bisher rund 80 Nutztiere gerissen worden, so die Mitteilung der CDU-Regionsfraktion, die sich für die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht einsetzen will. Es sollen Maximalzahlen von Wölfen für bestimmte Bereiche festgelegt werden und möglicherweise Kostenerstattung für ausgebildete Herdenschutzhunde erhöht werden.
Oliver Brandt erklärt: „Die Kosten für einen ausgebildeten Herdenschutzhund liegen bei knapp 5.000 Euro. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten-und Naturschutz (NLWKN) unterstützt die Anschaffung eines solchen zertifizierten Hundes miteinem 80-prozentigen Zuschuss. Die Erhöhung dieses Zuschusses kann dabei helfen, dass der Schutz vor dem Wolf steigt.“