Wo ist mein Herrchen?

Wer nimmt mich auf? Das Tierheim sucht für Hogan ein neues Frauchen oder ein neues Herrchen.

Das Burgdorfer Tierheim nimmt herrenlosen Tiere auf /

Von Thomas Oberdorfer
LEHRTE/BURGDORF. Mit große bernsteinfarbene Augen schaut sich Hogan neugierig um und dann tollt der rund sechs Monate alte Labrador ausgelassen auf der Wiese vor dem Tierheim in Burgdorf herum. Seit zwei Wochen ist der Rassehund hier einquartiert, die Polizei hatte ihn herrenlos in Lehrte aufgegriffen und nach Burgdorf gebracht. Die Mitarbeiter des dortigen Tierheims sind nicht nur für Fundtiere aus ihrer Gemeinde zuständig, sondern nehmen auch Findlinge aus Lehrte, Sehnde und Uetze auf. Und davon gibt es zur Zeit viele.
"Natürlich wissen wir nicht ob die Tire ausgesetzt wurden, weil Herrchen oder Frauchen in den Urlaub gefahren sind", sagt Ulrich Wallner, Leiter des Tierheims. Und weiter: "Das steht den Tieren ja nicht auf die Stirn geschrieben." Aber es fällt schon auf, dass das Haus an der Friederikenstraße 46 in Burgdorf derzeit richtig voll ist. Dabei sind es weniger herrenlose Hunde wie Hogan, die aufgegriffen werden, sondern eher Katzen und vor allem viele Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen oder Vögel, die im Tierheim abgegeben werden.
Vor allem kurz nach den Burgdorfer Pferdemärkten kommt es zu einer auffälligen Häufung von Kleintieren wie Meerschweinchen oder Vögeln.
Einmal aufgenommen, kommen die Neuankömmlinge im Tierheim erst einmal in Quarantäne. 14 Tage werden sie isoliert gehalten, um zu verhindern, dass sie andere Tiere mit eventuellen Krankheiten anstecken. Zudem werden sie tierärztlich untersucht. In dieser Zeit versuchen die Mitarbeiter des Tierheims die Besitzer ausfindig zu machen. Doch das gelingt nur in den wenigsten Fällen und es beginnt die Suche nach einem neuen Herrchen oder Frauchen für das Tier, berichtet Tierheimmitarbeiterin Milena Martyn. Dabei dauert es oft sehr lange, bis eine Vermittlung gelingt. So lebt im Burgdorfer Tierheim seit fünf Jahren eine Hündin, die ein neues Zuhause sucht. Solche Langzeitaufenthalte, aber auch die Versorgung der anderen Fundtiere sind teuer. Aufgebracht wurd das Geld durch Spenden und Zuschüsse aus den Stadtkassen von Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze.
Auch für Hogan konnte bislang kein neues Zuhause gefunden werden. Zwar hatten nach einem Post auf der Facebook-Seite viele Interessenten geschrieben, dass sie den Labrador haben möchten, aber "wirklich vorbei geschaut hat bislang niemand", sagt Martyn. Also muss Hogan weiter auf ein neues Herrchen oder Frauchen warten.