"Wird aus mir ein Glückspilz?"

Mit Banjo und Gitarre, Trompete und Horn, Kazoo und Zieh-Haar-Monika begleitete Florian Fleißig sich und die Kinder beim heiteren Berufe-Singen. (Foto: Susanna Veenhuis)

Kinderliedermacher Florian Fleißig in der Bibliothek

HÄMELERWALD (sv). „Wir können alles werden, wenn wir es nur wollen!“ Diese gesungene Botschaft war für die meisten Fünftklässler in der Oberschule Hämelerwald nicht neu: Pilotin, Erzieherin, Friseurin Krankenschwester, Anwältin und Programmiererin – vor allem die Mädchen nannten schon sehr konkrete Vorstellungen von den Berufen, die sie später einmal ausüben wollen und auf die sie schon jetzt hinarbeiten. Dennoch machten sie wie auch ihre Klassenkameraden fröhlich mit bei dem heiteren musikalischen Programm über Berufe von Florian Fleißig.
Die Lehrter Stadt- und Schulbibliothek hatte den Berufe-Barden nicht nur in die Hauptstelle in Lehrte und die Drittklässler aus der Grundschule Lehrte-Süd eingeladen, wo Florian Fleißig unter anderem musikalisches Beruferaten mit der Drittklässlern betrieb. Zum ersten Mal hatte Bibliotheksleiterin Ingrid Klug im Rahmen der Leseförderung auch in ihre Zweigstelle im Schulzentrum in Hämelerwald gebeten, um die jungen Schüler gleichzeitig für die helle und ansprechend eingerichtete sowie umfangreich ausgestattete Bibliothek zu begeistern.
Mit Horn, Harmonika und Handtrommel begleitete der Rostocker Multiinstrumentalist, der eigentlich Wolfgang Rieck heißt, seine Lieder zu den verschiedensten Berufen. Sein Credo traf den Nerv der Kinder: Die richtige Berufswahl ist wichtig fürs Leben, aber man kann das Ganze auch sehr lustig gestalten. Warum also nicht auch Berufe wie Clown, Zauberer oder Weihnachtsmann mal in Erwägung ziehen? „Als ich so jung war wie Ihr, wusste ich gar nicht, was ich mal werden soll“, sagte Florian Fleißig. Die authentischen Erzählungen des Manns in der roten Latzhose kamen bei den 57 Schülern sehr gut an, sogar deren Lehrerinnen ließen sich teilweise zum Mitsingen und Mitmachen animieren.
Denn was kann man nicht alles werden: Glückspilz, Strohkopf, Sportskanone, Pfiffikus, Tiefflieger, trübe Tasse, Witzfigur, Scherzkeks, Jammerlappen, Nervensäge, Angsthase, Überflieger und vieles mehr – eine spezielle Ausbildung ist oft gar nicht nötig. Auch Banjo, Gitarre und Trompete beherrscht der am Rostocker Konservatorium ausgebildete und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Lyriker, Sänger und Liedermacher und setzt sie bei seinen selbst erdachten, äußerst flotten und kindgerechten Songs ein. Auch der Bewegungsdrang kam nicht zu kurz: Bei dem über einstündigen Programm waren die Mädchen und Jungen voll dabei, sangen und klatschten mit und führten voller Eifer die sehr frei erfundenen Bewegungen für ein ganz trauriges Seemannslied in der Gebärdensprache aus.
Mit dem „Lied der Bücherwürmer“, gespielt auf der Zieh-Haar-Monika, wie Rieck betonte, tat er nicht nur den jungen Leseratten einen großen Gefallen, sondern auch Bibliotheksleiterin Ingrig Klug. Denn darin heißt es: „Was man alles finden kann in der Bücherei – große Schätze, kleine Wunder, ich bin mit dabei!“