"Wie kann man sich so viel ausdenken?"

Mareke Elonardi (von links), Isabel Abedi und Ingrid Klug freuen sich über eine gelungene Autorenlesung in der Stadtbibliothek. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Isabel Abedi gibt bei Autorenlesung Motivation

LEHRTE (gg). Lesungen werden in der Stadtbibliothek an der Burgdorfer Straße ständig geboten, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Bibliotheksleiterin Ingrid Klug ist überzeugt von der Wirkung: „Das Interesse am Lesen wird geweckt.“ So geschehen auch bei der Autorenlesung kurz vor den Schulferien für Realschüler des fünften Jahrgangs. Unter Begleitung der Lehrerinnen Janine Weidmüller und Mareke Elonardi hörten alle aufmerksam zu, als Buchautorin Isabel Abedi aus den Büchern mit den Titeln „Verbotene Welt“ und „Unter der Geisterbahn“ vorlas, jeweils eine Stunde für zwei Gruppen, insgesamt 50 Schüler. Es sind die Wendungen in den Geschichten von Isabel Abedi, die für Spannung sorgen. So geht es „Unter der Geisterbahn“ um Lorenzo und Dina, die die Schrecken der Geisterbahn erleben, dann zudem aber noch einem echten Geist begegnen und gleichzeitig einem unheimlichen Teufel, der mit Eimer und Schwamm alles auslöscht, was ihm begegnet: ein echter Putzteufel. In letzter Sekunde zieht der Geist die Kinder zu einer verborgenen Luke, durch die silbriges Licht dringt. Es ist der Eingang zu Gravalon, dem geheimnisvollen Land unter der Geisterbahn. Und für Lorenzo und Dina beginnt die abenteuerlichste Reise ihres Lebens. In „Verbotene Welt“ sucht ein weit gereister Fremder eine magische Lampe und eine unheilvolle Geschichte nimmt ihren Lauf. Berühmte Bauwerke verschwinden. Paläste, Tempel, Brücken und Gotteshäuser lösen sich in Luft auf. Die Welt beginnt zu schrumpfen, und um sie zu retten, müssen die Hauptfiguren über sich selbst hinauswachsen.
Nach der Lesung beantwortete Isabel Abedi gerne die Fragen der Jugendlichen. Wie man sich so viel ausdenken kann, wollten sie wissen. „Wenn ich nicht einschlafen konnte, habe ich mir selbst Geschichten ausgedacht. Ihr könnt es auch mal ausprobieren“, sagte die Autorin. Lange Briefe habe sie auch immer gern geschrieben und ihren ersten Roman, als sie sieben Jahre alt war. Nach ihrem Lieblingsbuch gefragt, zeigte Isabel Abedi ihre Passion auf: „Meine Bücher sind wie meine Kinder, ich mag sie alle gleich gern.“ Isabel Abedi wurde 1967 in München geboren und wuchs in Düsseldorf auf. Sie war AuPair und Filmpraktikantin in Los Angeles. Danach arbeitete sie 13 Jahre als Werbetexterin und abends am Schreibtisch, schrieb sie Kinder- und Bilderbuchgeschichten und träumte davon, eines Tages davon leben zu können. Ihr Traum hat sich erfüllt. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Isabel Abedi hat zwei Töchter und lebt heute mit ihrer Familie in Hamburg.