Wichtige Entscheidung getroffen

Pastor Henning Runne und Restauratorin Thekla Hübner-Ohsiek bei der Wahl der Farbe für die Holzelemente in der Martinskirche (Foto: Nick Duschek)

Ahltener wählen die Farben für die Martinskirche

AHLTEN (nd). Lange wird die Entscheidung das Leben der Kirchengänger beeinflussen. In Ahlten wurde am Sonntag, nach dem Gottesdienst, gewählt, mit welcher Farbkombination der Empore und der Bänke die Besucher der evangelischen Kirche in Zukunft empfangen werden. Völlig frei war die Entscheidung allerdings nicht, da es nur Farben der vorhandenen übereinander liegenden Farbschichten sein durften, und somit war es auch eine Reise in die Vergangenheit des Gebäudes. Aus rein theologischer Sicht wäre es überhaupt kein Problem die Kirche in komplett neue Farbkombinationen einzukleiden. Martin Luther hielt den Kirchenraum nicht für heilig, und die Gestaltung des Raumes habe dadurch keine Grenzen. "Luther verkündete, ein Gottesdienst könne auch in einem Kuhstall stattfinden", erklärte Pastor Henning Runne. Doch da gibt es eben noch den Denkmalschutz, der von der Idee des Bewahrens getragen ist und somit bei der Umgestaltung von Denkmälern Richtlinien vorgibt. Die Restauratorin Thekla Hübner-Ohsiek erklärte die Verfahrensweisen des Denkmalschutzes und die Vorgehensweise bei der Restauration der Holzelemente. Neben der heute sichtbaren Farbschicht wurde eine aus dem frühen 18. Jahrhundert und dem späten 19. Jahrhundert gefunden. Vorteilhaft war es, dass alle Farbgestaltungen schon an der Empore begutachtet werden konnten und die Wähler ihre Wahlmöglichkeiten direkt vor Augen hatten. Schon während des Gottesdienstes ging Henning Runne auf die Bedeutung der Farben ein. Es war zu spüren, dass die Entscheidung für viele von Bedeutung war. Eine Dame erhob sich und gab zu bedenken, dass das Grau, welches zur Auswahl stand, keine belebende Farbe sei, sondern einfach nur depressiv mache. Das Votum wurde nach dem Gottesdienst per Balleinwurf in die vorgesehenen Wahlurnen abgegeben und auf das Ergebnis durfte dann beim Frühshoppen gewartet werden, begleitet von einer offenen Probe der Kirchenband „Die Martinis“. Um 14 Uhr stand das Ergebnis fest. Gewonnen hat die rechte Variante mit den Farben Gold und Weiß. Die endgültige Entscheidung liegt zwar bei dem Kirchenvorstand, der aber versicherte, er nehme das Votum der Gemeinde ernst.