"Wenn der Wettergott den Hagel beschert"

Obstbauer Harm Nöhre prüft die Qualität der Freiland-Erdbeeren. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Erdbeeren von der Nöhre-Plantage dennoch lecker

Lehrte (gg). Das Wetterphänomen der vorigen Wochen, der kurze heftige Hagelschauer, hat zwar keine Dächer abgedeckt und keine Bäume umgeweht, aber dennoch großen Schaden angerichtet und zwar auf der Erdbeer-Plantage von Obstbauer Harm Nöhre. Am Wirtschaftsweg südlich der Everner Straße zeigt er die Schäden im Freiland. Die bisher im Folientunnel geschützten Erdbeeren blieben unversehrt. Gut zu erkennen ist der üppige Wuchs beiderlei Stauden, aber bei näherer Betrachtung sind die zerfetzten Blätter und die regelrechten Einschuss-Löcher auf Blüten und Früchten der Freilandstauden zu erkennen. „Dicht an dicht lagen die Hagelkörner, daumendick“, berichtet Harm Nöhre. Die schon reifen Freiland-Erdbeeren sind herrlich saftig-süß im Fruchtfleisch, perfekt rot und duftend. Aber Harm Nöhre sagt: „Wie gemalt sehen sie jetzt nicht mehr aus. Höchste Qualität ist unser Anspruch.“ Was angesichts der fabelhaften Ware wie Nörgeln auf hohem Niveau wirkt, hat einen wirtschaftlichen Hintergrund. „Der Arbeitsaufwand für das Sortieren der Ware, in die zwei Sorten mit Hagelschäden und ohne, ist jetzt enorm und ist bei den empfindlichen Früchten kaum sinnvoll zu leisten“, erklärt der Obstbauer. Bis zum Verkauf sollten die Erdbeeren so wenig wie möglich angefasst werden, eigentlich nur einmal und sehr sorgsam mit Arbeitshandschuhen beim Pflücken. Uneingeschränkt soll der Genuss der Erdbeeren sein. „Da haben wir zu erklären, was der Wettergott uns hier beschert hat. Denn auf den Früchten sind die Hagelschäden zu sehen“, sagt Harm Nöhre und hofft auf das Verständnis der Kunden. Im eigenen Dorfladen, Im Jägerwinkel 2, soll es in den nächsten Wochen daher gern zum Gespräch kommen. Dann können sich Kunden auch zum Selbst-Pflücken anmelden.