Weniger Straftaten und weniger Unfälle in Lehrte und Sehnde

Verkehrs- und Kriminalstatistik des PK Lehrte, v.l. Mario Mantei, Ina Nentwig und Bernd Steindam.

Polizeikommissariat Lehrte gibt Verkehrs- und Kriminalstatistik bekannt

VON DANA NOLL

LEHRTE/SEHNDE. Weniger Verkehrsunfälle in Lehrte und Sehnde im letzten Jahr – die Statistik zeigt, dass sich die Verkehrsunfallzahlen im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariates Lehrte (inklusive Sehnde) im Vergleich zum Vorjahr von 1.507 auf 1.494 leicht verringert haben. Darunter 244 Unfälle mit Personenschaden, bei denen 37 Personen schwer (eine Steigerung von 60 Prozent zum Vorjahr!) und 263 leicht verletzt wurden. Wie bereits 2017, gab es erneut keine Verkehrsunfälle mit getöteten Personen.
Nach wie vor, ist die Risikogruppe der jungen Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren besonders stark betroffen. Allein 100 Verletzte gab es bei den ungeschützten Verkehrsteilnehmern, darunter 76 Radfahrer, 24 Fußgänger und 33 Kradfahrer. „Die erneute Zunahme - um 3 Prozent - bei den Verkehrsunfallfluchten hat sich leider als Trend weiter fortgesetzt“, berichtet Polizeihauptkommissar Bernd Steindam, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. 24 Personen standen bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss, bei drei Personen wurde Drogeneinfluss festgestellt.
Die Witterung im letzten Jahr wurde als eine wesentliche Verkehrsunfallursache ermittelt. Eine Untersuchung der ADAC-Unfallforschung belegte, dass sich jeder siebte Verkehrsunfall mit Verletzten an heißen Sommertagen mit Temperaturen von 25 Grad und mehr ereignete. „Das heiße Wetter brachte besondere Risiken für Verkehrsteilnehmer mit sich“, so Bernd Steindam, „Das führte zu Fahrfehlern aufgrund mangelnder Konzentration. Eine besondere Gefahr ergibt sich für Verkehrsteilnehmer durch Dehydrierung: wird nicht genug getrunken und zu wenig Pause gemacht, kann das zu extremen Konzentrationsschwächen und erhöhten Gefahren im Straßenverkehr führen.“
In Lehrte und Sehnde wurde 2018 eine intensive Verkehrsüberwachung betrieben. Dabei wurden vor allem Verstöße gegen die Gurtanlegepflicht (607), Verstöße gegenüber Radfahrern (122) und von Radfahrern (372), gegenüber Fußgängern (342), Geschwindigkeitsverstöße (301) sowie 557 Verstöße durch unerlaubte Handynutzung geahndet.
„Das Auto wird heute als rollendes Büro genutzt. Termine vereinbaren, Telefonieren, Musik hören ist an der Tagesordnung und lenkt ab. Das gefährdet zunehmend den Verkehr“, so Bernd Steindam. So wird auch in diesem Jahr die Überwachung von verbotener Handynutzung im Fokus der Lehrter Polizei stehen. Dazu wird das Fahrschulprojekt fortgeführt, das junge Fahrer sensibilisieren soll, das „Handy im Kofferraum zu lassen!“ Diese Vortragsreihe wird durch Lehrter Polizeibeamtinnen und -beamte durchgeführt und nun auch auf Sehnder Fahrschulen ausgeweitet.

Weniger Straftaten in Lehrte und Sehnde in 2018

In den Zuständigkeitsbereich des PK Lehrte fielen im letzten Jahr 4307 Straftaten. (minus 6,88 % zum Vorjahr). Davon in Lehrte: 3165 Taten, eine leichte Steigerung um 2,96 Prozent zum Vorjahr. In Sehnde wurden 1142 Taten registriert – das entspricht einer deutlichen Verringerung von 26,37 Prozent zum Vorjahr. Die Gesamtaufklärungsquote lag bei fast 64 Prozent – „ein guter Wert und eine weitere Verbesserung zum Vorjahr“, erklärt Kriminalhauptkommissar Mario Mantei.
767 Rohheitsdelikte (minus 6,8 % zum Vorjahr) vor allem Körperverletzungen (allein 546 Taten) wurden verzeichnet. Dabei kam es in Lehrte zu 508 Taten, 7,71 Prozent mehr als 2017 und in Sehnde zu 259 Taten. Damit fiel die Anzahl der Taten hier um 25,79 Prozent.
Bei den Taten mit häuslicher Gewalt konnten insgesamt 132 in Lehrte und 30 in Sehnde registriert werden – etwa 1 Prozent weniger als im Vorjahr. „Das Thema ist sehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt“, erklärt Mario Mantei den Rückgang.
Bei den Sachbeschädigungen, überwiegend an PKW`s und in Lehrte, stiegen die Taten auf 397 und damit um 10,58 Prozent. Leider konnten hier insgesamt auch weniger Fälle aufgeklärt werden (Aufklärungsquote sank auf 24,18 %). In Sehnde hingegen gingen die Sachbeschädigungen um 12,59 Prozent, auf 125 Taten, zurück.
Um über 19 Prozent sanken die Diebstahlsdelikte im Zuständigkeitsbereich des PK Lehrte. 1301 Taten – darunter 656 einfacher und 645 schwerer Diebstahl – wurden aufgenommen. Insbesondere in Sehnde war ein deutlicher Rückgang im Bereich des schweren Diebstahls erkennbar. „Die Präventionsmaßnahmen haben gegriffen. Den Tätern wird das Leben oft schwer gemacht, dass erklärt auch die vielen Versuchstaten, die zu keinem Einbruch führen“, so Kommissariatsleiterin Ina Nentwig.
Auch beim KFZ-Diebstahl konnte ein Rückgang von 18,18 Prozent auf 36 Totalentwendungen verzeichnet werden. In Lehrte kam es zu 29 und in Sehnde zu 7 Straftaten.
Eine deutliche Zunahme gab es bei den Betäubungsmitteldelikten – um 18,42 Prozent auf 360 Taten. Allein in Lehrte stiegen die Straftaten um über 31 Prozent, die Anzahl der Handels- und Schmuggeldelikte verdoppelte sich. In Sehnde dagegen sank die Anzahl um 38,1 Prozent, die Delikte blieben mit 120 Fällen annähernd identisch zum Vorjahr.
728 Betrugsdelikte, darunter viele Onlinebetrügereien, wurden gezählt – eine Verringerung um gut 15 Prozent, das entspricht 728 Fällen.
Straftaten im Flüchtlingskontext „spielen keine so wesentliche Rolle mehr in der Statistik“, so Mario Mantei. Hier gab es sowohl einen Rückgang bei den Straftaten insgesamt, insbesondere im Bereich der Rohheitsdelikte. Bei Kinder und Jugendlichen hat sich die Anzahl der Tatverdächtigen leider erhöht. „Oft ist es Körperverletzung, auch bedingt durch Mobbing oder Diebstähle“, erklärt Mario Mantei.