Welche Sprache ist zu sprechen?

Frank Prüße sprach in der Matthäuskirche zum Thema "Sport und Religion". (Foto: Gabriele Gosewisch)

Kanzelrede von Frank Prüße in der Matthäuskirche

LEHRTE (gg). „Alle suchen nach Halt“, so der Hinweis von Pastorin Beate Gärtner zur Einleitung der Kanzelrede, die der gewählte Bürgermeister Frank Prüße am Sonntagabend in der Matthäuskirche hielt. Ausgehend von einem Teil eines Paulus-Brief, 1. Korinther 9, 25-27, in dem „der Prediger von der üblichen Sprache entrückt und dazu aufruft, im Glauben zu Laufen“, so die Pastorin, dränge sich die Frage auf, welche Sprache heute zu sprechen ist, um alle Menschen zu erreichen. Frank Prüße ist bei seiner Recherche zum Thema „Sport und Religion“ insbesondere bei der Borussia Dortmund Fan-Hymne fündig geworden, wo pathetische Textpassgagen auffallen: „Und seh’ ich hinauf zum Firmament auf den Stern, den jeder kennt. Spür ich seinen Glanz, dann sag ich mir, er ist auch ein Teil von dir.“ Klar sei, so Frank Prüße, dass viele der Fangesänge einen christlichen Ursprung haben. Beeindruckt habe ihn ein Zitat des Fußball-Trainers Jürgen Klopp. In einem Film von David Kadel mit dem Titel „Und vorne hilft der liebe Gott“ sagt er auf die Frage nach seinem Glauben: „Ich fühle mich in sensationell guten Händen.“ Als demütiger, gläubiger und selbstbewusster Mensch erreichte Jürgen Klopp die Menschen, so die Überzeugung von Frank Prüße, und er betont: „Es reicht nicht aus, die Sprache zu lernen, sondern es ist erforderlich zu reden.“ Sport und Religion könnten sich nach seiner Meinung durchaus überschneiden. Im Korinther-Brief stelle Paulus klar heraus, dass der sportliche Sieg vergänglich ist. Hingegen der Lohn für den Glauben ein unvergänglicher ist. Auf die Frage aus den Reihen der Zuhörer, ob sich im Umgang mmit den Verlierern etwas ändern müsse, gab Frank Prüße, bisher Vorsitzender des Lehrter Sport-Vereins, eine Antwort aus Sportlersicht: "Wer im Wettkampf oder im Punktspiel verloren hat, möchte nicht mit Trost beschüttet werden. Es liegt in jedem selbst, sich mit der Konkurrenz zu messen." Das Abschluss-Lied „Vertraut den neuen Wegen“ rundete den kurzweiligen Gottesdienst sehr passend ab.