Weitere "Herzblut"-Spenden für das "Andere Kino" Lehrte

Freude bei (hinten, v.l.) Christian Wilhelm und Mario Knoche vom "Anderen Kino" (Vereinsvorsitzender Lorenz Wenzel hält den von Rotary-Präsident Dr. Gerd Meier - vorn, re. - übergebenen Scheck) über die stolze 17.000 Euro-Spende des Rotary-Clubs Lehrte, dessen Vorstand (hinten rechts Harald Freystein; vorn, von links Andreas Frisch und Thomas Czeszak) die Kino-Rettung zum "Leuchtturmprojekt" mit Vorrang-Schwerpunktsetzung ihrer Förderaktivitäten erklärte. (Foto: Walter Klinger)
 
Da mochten kurzfristig die Aktien purzeln, Geschäftsführer Ulrich Pausch (re.) von der K+S am Standort Lehrte setzte mit einem Scheck für das "Andere Kino" an den Sammlungs-Schirmherrn Bürgermeister Klaus Sidortschuk ein Zeichen für Nachhaltigkeit - und ein Signal für andere Firmen und Institutionen, sich ebenfalls bei der Kino-Rettung zu engagieren. (Foto: Walter Klinger)

Rotarier sichern Projektorkauf - Jede Neu-Blutspende bringt fünf Euro

LEHRTE (kl/eh). Die Rettung des letzten Lehrter Lichtspielhauses vor dem wegen der Umstellung der Filmverleiher auf digitale Technik drohenden Aus ist eine wirkliche Gemeinschaftsinitiative. Die Hilfe kommt aus allen Bevölkerungsschichten, im Sinne des Wortes von "oben und unten". Noch 15.000 Euro fehlten bei unserem letzten Bericht an den 90.000 Euro für die digitale Vorführtechnik - jetzt ist ihre Anschaffung bereits gesichert, wenn es auch noch eines finanziellen "Puffers" für die Serviceverträge der neuen Technik bedarf.
Mit 1.000 Euro setzte zunächst (nach bereits den Stadtwerken Lehrte) die K+S am Standort Lehrte ein weiteres Zeichen für Sponsoren, sich zu beteiligen. Eine Botschaft, die auch Bürgermeister Klaus Sidortschuk als Schirmherr der Sammlung eifrig verbreitete.
Und die gehört wurde: Der Rotary Club Lehrte, beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement der Kino-Mitarbeiter, erklärte die Kino-Rettung zu seinem aktuellen "Leuchtturmprojekt" mit 17.000 (!) Euro Spende. Seit der Gründung des Clubs im Jahre 1962 ist dies erst das dritte Projekt, dass die Rotarier, deren Förderung vor allem Initiativen in der Jugendarbeit und der Diakonie zu Gute kommt, in einer solchen Größenordnung unterstützen.
Der Rotary Club Lehrte (48 beruflich erfolgreiche Mitglieder aus zumeist führenden Positionen im gesamten Altkreis Burgdorf und aus Bemerode) hatte sich bereits in den letzten Jahren von der Nachhaltigkeit und des hohen Niveaus der im "Anderen Kino" (Sedanplatz 27) geleisteten Arbeit überzeugt, das regelmäßig mit Preisen für die Qualität seines Kinoprogramms ausgezeichnet wird.
So gab es Präsentationen des Kinos bei Clubmeetings und gemeinsame Veranstaltungen, wie zuletzt bei der Podiumsdiskussion zum Film "Violinissimo", wie Rotary-Präsident Dr. Gerd Meier berichtet. Und beeindruckt hat die Rotarier auch der Zeitraum über vier Jahrzehnte ehrenamtlicher Arbeit, die junge Menschen in Verantwortung bringt, wie Clubvorstand Harald Freystein ergänzt. Er muss es wissen, seine Söhne gehören zu den unbezahlt tätigen Kino-Mitarbeitern.
Noch nie selbst im "Kino", aber von seinen Töchtern gut darüber informiert, hatte zuvor - zur Zeit von bei gestiegener Nachfrage gerade unerklärlich purzelnden Aktienkursen - Geschäftsführer Ulrich Pausch von K+S in Lehrte mit einer Spende über 1.000 Euro seines Unternehmens (noch 100 Beschäftigte zur Verabeitung von Kali-Spezialitäten für den Weltmarkt) ebenfalls ein besonderes Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit gesetzt - vor allem auch, um weitere Spender zu ermutigen, was nun ja auch gelungen ist.
Mit den nun verfügbaren 90.000 Euro kann das "Andere Kino" die digitale Vorführtechnik nun anschaffen, denn diese "Vollfinanzierung" ist Voraussetzung für den Fördervertrag, mit dem die Stadt und die Kino-Länderförderung NordMedia ihre schon eingerechneten 35.000 Euro auch freigeben. Weitere haushaltsrechtliche Bedingung dabei ist, dass die Filme noch in diesem Jahr digital "flimmern" (das "Flimmern" gibt es bei der neuen Vorführtechnik aber natürlich nicht mehr).
Nachhaltig ist die Arbeit des "Anderen Kinos" damit aber noch nicht gesichert. Der notwendige Umbau des Projektorraumes und Serviceverträge für die komplizierte Technik erfordern noch einen finanziellen "Puffer". "Deshalb zählt weiterhin jede kleine Spende", weis (wie ebenfalls um das "Herzblut", welches das "Kino" für viele Lehrter denn auch bedeutet) als Schirmherr des Projektes Bürgermeister Klaus Sidortschuk.
Deshalb sind er und das "Kino"-Mitarbeiterteam des Trägers "Verein für offene Jugendarbeit Lehrte" um seinen Vorsitzenden Lorenz Wenzel ganz besonders erfreut auch über ein "Joint Venture" mit dem DRK Lehrte und seinem Blutspendeteam, denn das Deutsche Rote Kreuz Lehrte unterstützt die Digitalisierungsaktion des "Anderen Kinos" mit einer besonderen Aktion: Die Kinomacher bekommen für jeden Bürger der Blut spendet eine Unterstützung, für Erstspender fünf Euro und für jeden Wiederholer 50 Cent.
"Auf diesem Weg retten die Lehrter Blutspender quasi doppelt Leben", sagt Gabriela Bolte, die beim DRK in Lehrte die Blutspendetermine organisiert. Das Geld wird nicht aus zweckgebundenen Spendenmitteln entnommen, es stammt aus einer Kostenerstattung der Blutspende, wie das DRK mitteilt.
Die nächste Möglichkeit zur Blutspende besteht in Lehrte übrigens bereits am Montag, 2. September, in der Altenbegegnungsstätte Goethestraße 12 und am Dienstag, 17. September, im Feuerwehrhaus Lehrte, Schützenstraße 49 (jeweils von 14.30 bis 19.30 Uhr).
"Seit Jahren gibt es einen schleichenden Rückgang der Blutspenderzahlen und das Rote Kreuz in Lehrte will nun mit besonderen Aktionen gegensteuern", sagt DRK-Pressesprecher Achim Rüter. Diese Aktion ist zunächst auf die bevorstehenden Blutspendetermine im September begrenzt. "Wenn danach für die Digitalisierung noch Mittel benötigt werden, können wir uns eine Ausweitung auf den Herbst vorstellen", ergänzt Gabriela Bolte.
Eine direkte Gegenleistung vom "Anderen Kino" erwartet das Rote Kreuz nicht, es wäre allerdings schön, wenn in den Kinoräumen auf die Aktion hingewiesen würde und zum Beispiel ein Ankündigungsplakat für die Bluspendetermine ausgehängt werden könnte.
Grundsätzlich kann jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren Blut spenden. Blutspenden ab einem Alter von 69 Jahren sind nach individueller Entscheidung der Ärzte des DRK-Blutspendedienst NSTOB auch möglich. Frauen können 4-mal, Männer sogar 6-mal innerhalb von 12 Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Abstand von mindestens acht Wochen liegen. Mitbringen sollten die Blutspender/innen ihren Unfallhilfe- und Blutspenderpass, bei Erstspendern reicht ein amtlicher Lichtbildausweis.
Detaillierte Informationen zur Blutspende sowie zu den aktuellen Blutspendeterminen sind unter der kostenlosen (aus dem deutschem Festnetz) Spender-Hotline (0800) 11 949 11 oder im Internet unter der Adresse www.blutspende-nstob.de abrufbar.