Was ist das Beste für die Stadt?

Bürgermeister Frank Prüße beantwortet die in der Gemeinde gesammelten Fragen, die Pastorin Beate Gärtner vorträgt. (Foto: Wiebke Molsen)
 
„Was ist das Beste für die Stadt und wie finde ich es?“ Diese Frage stellt Bürgermeister Frank Prüße in den Mittelpunkt seiner Kanzelrede. (Foto: Wiebke Molsen)

Bürgermeister Frank Prüße hält Kanzelrede in der Matthäuskirche und beantwortet zahlreiche Fragen

LEHRTE (wim). In zehn Jahren werden in Lehrte mit dem Gymnasium und dem Schulkomplex Süd zwei große neue Schulen stehen, es wird mehr Gewerbe geben, neue Kindergärten und eine schönere Umwelt. Es werden mehr umweltfreundliche Fahrzeuge fahren und der Radschnellweg nach Hannover ermöglicht eine schnelle Verbindung in die Landeshauptstadt. Mit dieser Zukunftsvision eröffnet Bürgermeister Frank Prüße den bunten Strauß an Fragen, die in der Matthäusgemeinde nach seiner Kanzelrede zum Thema „Suchet der Stadt Bestes!“ gesammelt und von Pastorin Beate Gärtner gestellt werden. Dabei wird schnell klar, dass die Frage, was der Stadt Bestes sei, je nach Blickwinkel sehr unterschiedlich beantwortet wird. Beim Gymnasium ist Frank Prüße zum Beispiel froh, dass es nun mit dem Abriss der Turnhalle an der Friedrichstraße einen guten Plan gebe. „Es war aber auch sehr wichtig, dass alle an der Suche nach der besten Lösung beteiligt waren und diese nun auch mittragen“, hebt er hervor. Es sei gut, dass Gott sich mit seiner Aufforderung „Suchet der Stadt Bestes!“, an alle Menschen richte.
„Anderen zuhören und miteinander reden, ist mir sehr wichtig“, sagt Frank Prüße. Der Aufforderung von Pastorin Gärtner: „Such die Menschen auf!“, kommt der Bürgermeister deshalb sehr gerne nach. Zukünftig werde er neben der Bürgersprechstunde auch öffentliche Spaziergänge anbieten. Denn manchmal sei es schwer alleine zu entscheiden, was das Beste ist. „Genau das ist aber auch das geniale und das unglaublich demokratische an diesem Satz“, hebt Frank Prüße hervor. Es heiße eben nicht: „Mach das Beste“ oder „Finde das Beste“, sondern „Sucht gemeinsam nach der besten Lösung!“ Und der Weisheit letzter Schluss liege nun mal nicht immer bei einem selbst.
Neben allen Wünschen, die an ihn herangetragen werden, gehöre die Suche nach einem tragfähigen Haushalt jedoch auch zu seinen Aufgaben. „Ich hätte die Straßenbaubeiträge gerne abgeschafft, sie sind unsozial“, nennt Frank Prüße ein Beispiel. Der Haushalt gebe eine Abschaffung allerdings nicht her. „Aldi wird das letzte Logistikzentrum, das in Lehrte gebaut wird“, beantwortete Frank Prüße eine weitere Frage nach der Gewerbeentwicklung in Lehrte. In Zukunft soll der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung von Gewerbeflächen für mittelständische Unternehmen liegen. In Bezug auf Aldi sei er jedoch verpflichtet, den Ratsbeschluss umzusetzen und werde das auch tun.
Weitere Fragen drehten sich um die Betreuung in den Kindergärten. „Die Stadt ist ein guter Arbeitgeber“, wirbt Frank Prüße für eine Ausbildung in einer Kindertagestätte. Die Ausbildung ersetze die bisher übliche schulische Ausbildung der Erzieherinnen und verbessere die Attraktivität des Berufes. Die Stadt hofft, damit den momentanen Engpass bei den Erzieherinnen zu überwinden. Von den Jugendlichen kommt dann eine Frage zum Bau einer Halfpipe und einem Fußballplatz an der Realschule. „Beim Skatepark werde ich mal vorbeischauen, da scheint ja viel los zu sein“, verspricht Frank Prüße. Vorerst stünde jedoch die Sanierung der Toiletten in den Schulen ganz oben auf der Prioritätenliste. Das Thema Klimaschutz rundet die Flut an Fragen ab. „Es gibt ein Klimaschutzpaket für Lehrte“, hebt Frank Prüße hervor. Der Klimaschutzmanager, den die Stadt einstellen will, soll zudem eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeiten. In dieses Bild passt auch die Planung für den schnellen Radweg nach Hannover, dessen Kosten die Region übernehme. Ein Planungsbüro sei im Moment damit beauftragt, die Routen auszuarbeiten. Zudem wird es im April und Mai Workshops zu dem Thema geben. „Da hoffe und erwarte ich ihre Mithilfe“, fordert er die Zuhörer auf. Entweder im direkten Gespräch oder über die Kommunikationsmöglichkeiten, die die neue Internetseite noch vor Ostern bereithalten wird. Denn der Stadt Bestes zu suchen, sei schließlich die Aufgabe aller Bürger.
„Geht es der Stadt gut, geht es den Menschen gut“, fasst Frank Prüße die lange Zuwanderungsgeschichte Lehrtes zusammen. Angefangen mit den Bergleuten und den Eisenbahnern, den Flüchtlingen im Zweiten Weltkrieg, den Gastarbeitern, vielen jungen Familien, denen Lehrte eine gute Infrastruktur bietet und zuletzt den Flüchtlingen, die insbesondere im Jahr 2015 nach Lehrte gekommen sind, seien die Menschen heute gut integriert und brächten sich ein. „Die Menschen wollen das Beste für Lehrte“, sagt er. Für die aktuellen Probleme in Griechenland müsse es jedoch eine europäische Lösung geben. Da könne keine Kommune vorpreschen, auch wenn die Situation dort menschlich nur schwer zu ertragen zu sei.