Wandeln auf dem Denkpfad macht schlau

Es wird nicht nur laut gedacht, sondern auch viel gelacht: Mit Spaß beim ersten, von Christiane Warnecke angebotenen Lehrter Denkpfad dabei waren Renate Kracke und eine Besucherin aus Ilten – am 12. Mai gibt es wieder einen Denkpfad durch Lehrte. (Foto: Susanna Veenhuis)

Spaziergang durch Lehrte mit Profitipps und viel Rätselspaß

LEHRTE (sv). „Was schätzen Sie: Wie schwer ist dieses Denkmal?“ Die so Befragten grübeln. Mutig wirft eine ältere Dame eine Zahl in den Kreis und erfährt zu ihrem großen Erstaunen, dass ihre geschätzte hohe Zahl nur ein kleiner Bruchteil des tatsächlichen Gesamtgewichts ist. Die Frage ist Teil des „Lehrter Denkpfads“, zu dem Christiane Warnecke eingeladen hat. Zum ersten Mal führt die Heilpraktikerin für Psychotherapie und ganzheitliches Denken ein Trüppchen auf dem so genannten Denkpfad durch Lehrte. Christiane Warnecke ist Mitglied im Bundesverband Gedächtnistraining und hat in ihrer Eigenschaft als zertifizierte Gedächtnistrainerin diesen Denkpfad speziell für Lehrte ausgearbeitet.
Treffpunkt ist bei schönstem Frühlingswetter am Brunnen vor dem Rathaus, wo das Training auch gleich los geht. Die Fragen muten bisweilen etwas außergewöhnlich an, und das ist auch der Sinn des Konzepts: die Denkpfad-Teilnehmer auch in ihren Köpfen auf neue Wege zu bringen. Ziel der Aktion ist es, die Denkflexibilität, das Urteilsvermögen, die Assoziationsfähigkeit, die Wahrnehmung, die Konzentrationsfähigkeit, das Formulierungs- und Wortfindungsvermögen, die räumliche Orientierungsfähigkeit und das Einschätzen von Maßen und Entfernungen sowie Fantasie und Kreativität zu fördern – in Verbindung mit frischer Luft und Bewegung. Die wiederum fördern die Durchblutung und die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff, gleichzeitig wird Stress abgebaut. Die Gedächtnistrainerin hat Fragen und Geschichten speziell zu Lehrte, teilweise in Verbindung mit einfachen Bewegungsübungen, für einen etwa anderthalbstündigen Parcours durch die Stadt zusammengestellt.
Dass dabei der Spaß nicht zu kurz kommt, ist garantiert. Haben die Teilnehmer erst einmal ihre Scheu vor falschen Antworten überwunden und versuchen sich in kreativen Lösungsvorschlägen, ist der Bann gebrochen und Fantasie und Kreativität haben freie Bahn in fröhlicher Atmosphäre. Ganz verschiedene Hirnbereiche werden angesprochen. In einer Art bewegtem Quiz schulen so die Teilnehmer spielerisch nicht nur ihre Sinne, sondern erweitern ganz nebenbei auch ihr Wissen über ihre Heimatstadt. Dazu verrät Warnecke auch so manchen Trick aus den Memotechniken der Gedächtniskünstler, die sich endlose Mengen an Daten zu bestimmten Themen merken können. „Das ist sicher ein Talent, aber vor allem Handwerkszeug und viel Training“, erklärt sie.
Renate Kracke, 80 Jahre alt, hatte im Marktspiegel von dem Angebot gelesen: „Man muss ja was tun für die grauen Zellen, und es macht riesig Spaß“, stellt sie fest. Eine gleichaltrige Dame ist extra aus Ilten gekommen. „Ich will ja munter bleiben, und ich werde das unbedingt meinen Freundinnen weiter empfehlen“, sagt sie.
Um keine Antworten vorweg zu nehmen und so den Denk-Spaß zu mindern, wird in diesem Artikel auch kein konkretes Beispiel erwähnt. Allerdings werden die Teilnehmer des nächsten Denkpfads schnell erraten, welches Denkmal hier gemeint ist. Christiane Warnecke, die auch regelmäßige Gruppen für Gedächtnistraining anbietet, lädt für Sonntag, 12. Mai, wieder zu einem Denkpfad ein und bittet um Anmeldung unter Telefon 05132 50 45 09. Die Teilnahme kostet zehn Euro,Treffpunkt und Start ist um 14 Uhr am Brunnen vor dem Rathaus.