Vier Einsätze am Samstag

Ausgebanntes E-Auto hängt am Feuerwehr-Kran. (Foto: Freiwillige Feuerwehr Lehrte)
 
Ausgebranntes E-Auto in Abrollbehälter-Wassermulde (Foto: Freiwillige Feuerwehr Lehrte)

Vielfältige Hilfestellung nötig, E-Auto-Brand mit Folgen

Lehrte (r/gg). Vier Einsätze gab es für die hiesige Feuerwehr am Samstag. Vormittags um 10.43 Uhr erfolgte die erste Alarmierung der ehrenamtlichen Helfer zur Blumenstraße. Dort konnte eine Patientin nach einem medizinischen Notfall die Tür nicht selbst öffnen. Feuerwehrmänner öffneten die Tür gewalt- und zerstörungsfrei und verschafften dem Rettungsdienst den Zugriff auf die Patentin.
Eine weitere Alarmierung schloss sich unmittelbar an: Ein Rauchwarnmelder im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses am Herzogweg hatte ausgelöst. Die Zusatzinformation lautete "es riecht verbrannt im Treppenraum". Sofort nach dem Eintreffen sorgten die Feuerwehrmänner für die Räumung des Hauses. Ein Trupp unter Atemschutz erkundete die Lage und gab Entwarnung: In einer Wohnung hatte Essen in einem Topf auf dem Herd gebrannt. Das Feuer wurde im Waschbecken abgelöscht und die Wohnung anschließend mittel Druckbelüfter belüftet. Im Einsatz war hier die Ortsfeuerwehr mit fünf Fahrzeugen und 31 Einsatzkräften.
Direkt im Anschluss fuhren zwei Einsatzkräfte mit dem Wechselladerfahrzeug mit Kran nach Sehnde-Müllingen, um den in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eingesetzten Abrollbehälter-Wassermulde abzuholen. Dieser war an die Sehnder Feuerwehr ausgeliehen worden, um einen Spezialfall abzuarbeiten. Vor Ort lernten die Feuerwehrmänner erstmals das aktuelle Prozedere nach dem Brand eines E-Autos. Nach dem Ablöschen war das Fahrzeug in den Abrollbehälter-Wassermulde gebracht und 35 Stunden unter Wasser aufbewahrt worden. Dies erfolgt, da die Akkus auch nach dem Löschen immer wieder aufflammen könnten. Nun war diese Gefahr gebannt und der Abrollbehälter-Wassermulde sollte wieder abgeholt werden. Dies ist allerdings mit einem größeren Aufwand verbunden als zunächst gedacht. Das Wasser aus der Mulde muss beprobt werden, um auszuschließen, dass sich in diesem Schadstoffe befinden die nicht in die Umwelt gelangen dürfen. Daher hat eine Spezialfirma mehrere Proben entnommen und das Wasser in einen Tankwagen abgesaugt. Erst wenn die Laborergebnisse vorliegen, wird entschieden, ob und wie das Wasser entsorgt werden muss.
Im Anschluss wurde das Wrack mit dem Lehrter Kran aus der Mulde gehoben, bevor dieser aufgesattelt wurde und nun wieder einsatzbereit ist.
Um 20.33 Uhr erfolgte eine weitere Alarmierung, diesmal in die Notaufnahme des Klinikums. Die Meldung lautete "Ring auf Mittelfinger lässt sich nicht lösen". Feuerwehrmänner mussten den Ring vom stark angeschwollenen Finger mittels Druckluftfräse und Trennscheibe schneiden. Hierfür waren zwei Schnitte erforderlich, da sich der Ring nach dem ersten Schnitt nicht lösen ließ. Erst ein weiterer Schnitt auf der gegenüberliegenden Seite schwächte die Struktur so, dass sich der Ring aufbiegen ließ. Das Material wurde beim Trennen mit Kochsalzinfusion gekühlt. Der aus Internetvideos bekannte Trick mit einem Bindfaden konnte hier nicht zum Einsatz kommen, da der Finger so stark angeschwollen war, dass an ein Durchfedeln nicht möglichn war. Da die Ortsfeuerwehr in diesem Jahr bereits einen ähnlichen Einsatz in der Notaufnahme der Regionskrankenhauses hatte, gab es hier schon eine gewisse Routine - so der Bericht von Feuerwehr-Sprecher Stephan Keil.