„Verkleinerte“ Gartenkolonie „Rosenhain“ Lehrte feiert ganz groß

Dosenwerfen (li.), leckere Bratwürstchen (re.), und die Wiederverwendung des Maibaumkranzes beim Baumklettern nach attraktiven Preisen (Mi.): Nachmittags hatten die Kinder Spaß in „Rosenhain“. (Foto: Walter Klinger)

Sugar Town-Jazz, Bauchtanz, Parodie und munteres Kinderfest

LEHRTE. Natürlich ist die Lebensqualität in den Lehrter Kleingartengartenanlagen eine ganz andere als im Rest des Eisenbahner- und Logistikzentrums Lehrte. Was aber der Kleingärtnerverein „Rosenhain“ am vergangenen Samstag bei seinem Sommerfest an Programmvielfalt (allein drei Show- und Musik-Gigs) bot, etabliert ihn endgültig bei den ganz großen Lehrter Vereinen. Obwohl der Hochwasserschutz die Gartenkolonie eigentlich gerade um ein Zehntel ihrer Gärten beraubt …
„Rosenhain“ ist bei seinen Sommerfesten schon häufig andere Wege gegangen, hatte wiederholt renommierte regionale Bands wie die Rock'n'Roller der Lehrter „Sidekicks“ zu Gast (die übrigens, auch das nahezu sensationell für Lehrte, am Schützenfest-Freitag, 29.Juli, ab 22.45 Uhr nach dem Feuerwerk Party im Festzelt machen). Auch der Cocktail-Stand hat, neben dem gewohnten Getränkewagen, bei „Rosenhain“ schon Tradition.
In diesem Jahr brachte die Bauchtanzgruppe „Pearls of Orient“ anmutiges exotisches Flair in den mit Sonne belohnten Sommerfestabend, sorgte die „Sugar Town Steam Band“ mit ihrem neuen Schlagzeuger Heiner Witte und auch neu präsentierten Chris-Barber-Songs für gepflegten, aber schwungvollen Oldtime-Jazz und nahm bei mehreren Auftritten das Comedy-Duo „Parodisto“ die Kleingärtner gehörig auf die Schippe. Die Stimmungswellen gingen so hoch, dass sie die später drohenden Regenwolken fast völlig abhielten.
Bereits nachmittags konnten beim Fadenziehen, Dosenwerfen und Baumklettern die kleinsten BesucherInnen attraktive Preise ergattern, für die Großen gab es diese beim Preis-Knobeln.
Dass an mehr als einem Dutzend der Gartenparzellen „Betreten verboten“ stand, hat mit der Umwidmung zu Hochwasserschutzbauwerken zu tun. Viele der KleingärtnerInnen bezweifeln den Sinn dieser teuren Maßnahme, hatten sie doch schon seit Jahren gefordert, die Stadt Lehrte solle doch einfach erst einmal die vorhandenen Gräben sämtlich und gründlich räumen, damit das Regenwasser auch abfließen könne (interessant ist dazu auch, dass aus Arpke, Lehrtes zweitem Hochwasser gefährdeten Gebiet, ganz ähnliche Beschwerden zu vernehmen sind, Anm.d.Red.).
Für Lehrte aber ist der Hochwasserbau entschieden. Die Kleingärtner auf den wegfallenden Gärten, so berichtet „Rosenhain“-Vorsitzender Dieter Hammer, konnten auf durch altersbedingtes Ausscheiden frei werdende Parzellen umgesetzt werden. Mit immer noch 167 Kleingärten aber bleibt „Rosenhain“ eine starke Gemeinschaft – mit hoffentlich noch vielen eben solchen Sommerfesten …