Ursula Engelen-Kefer Hauptrednerin am 1. Mai in Lehrte

Ursula Engelen-Kefer, einstige stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende, ist die Hauptrednerin bei der Maikundgebung vor dem Lehrter Rathaus. (Foto: DGB)
 

Auf dem Rathausplatz auch Interview mit Schlecker-Frauen

LEHRTE (r/kl). Der 1. Mai, „Tag der Arbeit“, wird von den Gewerkschaften und den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch in diesem Jahr wieder ab 10.00 Uhr mit einer Kundgebung und einem Maifest auf dem Rathausplatz in Lehrte gefeiert. Hauptrednerin ist Ursula Engelen-Kefer, einstige stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende.
Dem DGB Lehrte ist es im Rahmen dieser Veranstaltung wichtig, dass möglichst viele verschiedene gesellschaftliche Gruppen an dem bunten Maifest teilnehmen um so ein Zeichen der Solidarität für verbindliche Mindeststandards, faire Löhne und ein menschenwürdiges Einkommen in Europa zu setzen.
Die Kundgebung beginnt um 10.00 Uhr - wie im vergangenen Jahr - mit einer ökumenischen Andacht, die auf dem Rathausplatz stattfindet. Der Pfarrer der katholischen Gemeinde, Roman Blasikiewicz, wird zusammen mit dem evangelischen Pastor Andreas Anke die Andacht halten.
Die eigentliche Kundgebung wird um 10.15 Uhr durch den Vorsitzenden des DGB-Ortskartells Lehrte, Reinhard Nold, eröffnet. Nach den anschließenden Grußworten des Bürgermeisters Klaus Sidortschuk spricht der Betriebsratsvorsitzende Frank Pern der Firma Miele über die aktuelle Tarifrunde und den Themen, die den Mitarbeitern auf den Nägeln brennen.
Hauptrednerin ist Dr. Ursula Engelen-Kefer, ehemalige stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende. Als eine der ersten Frauen hatte sie eine Spitzenposition im Wirtschaftsleben errungen und wird zum diesjährigen DGB-Mai-Motto „Gute Arbeit für Europa! Gerechte Löhne! Soziale Sicherheit!“ sprechen.
Darüber hinaus wird am 1. Mai mit einem Interview von Schlecker-Frauen aus Lehrte auch auf die Insolvenz der Drogeriekette Schlecker eingegangen. „Das Nein zur Finanzierung der Transfergesellschaft ist für die Schlecker-Frauen eine Katastrophe“, weiß die Lehrter Schlecker-Betriebsratsvorsitzende Heike Beger.
Zu einem erfolgreichen Fortbestand zähle auch, den Imagewandel positiv zu gestalten um die Schließung weiterer Standorte zu verhindern. „Dazu braucht es eine konsequente Abkehr von der Familie Schlecker und deren Praxis des Missmanagements sowie eine klare Abgrenzung von den alten Führungskräften, die das Schleckersystem implementiert haben“, forderte die Betriebsrätin.
Zwischen den Reden werden die "Wildcards" aus Langenhagen Musik machen und die DGB-Jugend einen Sketch aufführen und eine kurdische Folkloretanzgruppe aus Lehrte für Abwechslung sorgen.
Auch in diesem Jahr gibt es für die „Kleinen“ eine Hüpfburg und für die „Großen“ Kaffee und Kuchen, sowie die obligatorischen Bratwürstchen zu erschwinglichen Preisen. Darüber hinaus wird es für Kinder einen Kinderparcours mit kleinen Gewinnen, Torwandschießen, eine Schokokusswurfmaschine und einen Luftballonwettbewerb geben. Auch werden jugendliche Fußballer des SV 06 Lehrte aus ihrem Trainingsprogramm „Gehirnjogging mit Bewegung“ präsentieren und die Kundgebungsteilnehmer zum Mitmachen auffordern.
"Die Gewerkschafter und die Menschen in Lehrte und Europa werden sich nicht durch die Finanz- und Eurokrise einschüchtern lassen", versichert der örtliche DGB-Vorsitzende Reinhard Nold zur aktuellen politischen Situation.
Europa sei auf einem falschen Kurs. Der EU-Fiskalpakt ist aus Sicht der Gewerkschaften nicht geeignet, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Europa wiederherzustellen.
„Es sind vor allem die Beschäftigten und die sozial Benachteiligten, die den Preis für die Krise zahlen, die sie nicht verursacht haben“, stellt Reinhard Nold fest. Ein Kurswechsel in Europa gehöre deshalb zu den wichtigsten Forderungen der Gewerkschaften am 1. Mai.
Auch im fünften Jahr nach Ausbruch der Krise gelte: Sie dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten und sozial Schwachen ausgetragen werden. „Wir brauchen gute Arbeit, gerechte Löhne und soziale Sicherheit. Eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt ist überfällig“, betont Nold.