Ungewöhnliche Gäste beim Gottesdienst in Ahlten

In besonderer Weise der Schöpfung verbunden: Der Gottesdienst zum Erntedank bei den Tieren auf Prüßes Hof in Ahlten. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Erntedankfeier bei den Vierbeinern in Prüßes Pferdestall

LEHRTE (dno). Schnaufen, bellen, miauen – Geräusche, die man einem Bauernhof zuordnet, aber nicht einem Gottesdienst. Doch am vergangenen Sonntag fand in Ahlten eine Andacht mit Tieren statt.
An Prüßes Pferdestall lud die evangelisch-lutherische Martinskirchengemeinde Ahlten ab 17 Uhr zu einem Gottesdienst besonderer Art ein. Alle Besucher durften ihre Haustiere mitbringen! Das ließ ein wenig die Geschichte der Arche Noah lebendig werden. Ein ungewöhnlicher Anblick, wie die Stuhlreihen bunt gemischt aus Katzen, Hunden und Pferden waren, die den Worten von Pastor Henning Runne lauschten.
Die Grundlage zu diesem außergewöhnlichen Gottesdienst basiert auf der Franziskusvesper, die in manchen Gemeinden schon eine lange Tradition hat. Dabei steht die Würdigung von Mensch und Tier und die damit verbundene Erinnerung an die Geschöpflichkeit aller Lebewesen im Vordergrund. Der heilige Franziskus hatte eine besondere Beziehung zu den Tieren und gilt als deren Schutzpatron. Er sah die ganze Welt um sich herum als Schöpfung Gottes an.
Zum Erntedankfest wurden hier nach einer kurzen Begrüßung Gebete und Glaubensbekenntnisse gesprochen und gesungen.
Seit Februar 2001 findet immer im ersten Sonntag im Monat, meist ab 17.00 Uhr, ein "anderer gottesdienst" statt. Die traditionelle Andacht empfinden viele Menschen zunehmend als starr. Der Wunsch nach stärkerem Bezug auf Probleme und Fragen unserer Zeit und andere Formen der Kommunikation im Gottesdienst wird immer lauter. Neue Zielgruppen, vor allem jüngere Leute werden angesprochen und fühlen sich willkommen.
Im Anschluss gab es bei Tee, Kaffee und Schmalzbroten Gelegenheit zum Austausch und zum Gespräch.