"Unbequem, wie Don Camillo"

Pfarrer Roman Blasikiewicz verlässt die katholische Gemeinde Lehrte. (Foto: Gemeinde St. Bernward)

Pfarrer Roman Blasikiewicz verlässt Pfarrgemeinde St. Bernhard

Lehrte (gg). 15 Jahre lang hat Pfarrer Roman Blasikiewicz in der Pfarrgemeinde St. Bernhard gewirkt. Am Sonntag ist er im Gottesdienst von der Diözese Hildesheim von seinen Aufgaben entpflichtet worden, denn er ist zum Stiftskanoniker des Kollegiastifts St. Rupertus in Altöttingen in Oberbayern, dem größten Marienwallfahrtsort Deutschlands berufen worden. „Eine besondere Ehre“, sagt Pfarrer Roman Blasikiewicz, der statt des schwarzen Amtskleidung mit Birett und Talar zukünftig ein rotes Gewand tragen wird. Seinem persönlichen Wahlspruch „Für die Menschen bestellt“ will er bis zu seinem Lebensende folgen, Ruhestand komme für ihn nicht in Frage. Als Vollblutseelsorger hat ihn seine Gemeinde sehr geschätzt. Wer auch immer seine Hilfe brauchte, hat sie auch bekommen. „Aber ich bin ein Auslaufmodell“, sagt Pfarrer Roman Blasikiewicz selbst, denn weit über das normale Maß habe er seine Aufgaben ausgeführt. Bis zu sieben Gottesdienste am Wochenende, persönliche Seelsorge, Taufen, Beerdigungen – sozusagen von der Wiege bis zur Bahre hat er die Menschen in Freud und Leid begleitet. „Deshalb fühle ich eine enge Verbundenheit. Ich gehe mit einem weinenden Auge, aber auch mit einem lachenden, denn die neuen Aufgaben werden mir Erfüllung geben“, sagt er. Das ihn die Lehrter wegen seines Engagements und wegen seines Eintretens für die Grundrechte und die Demokratie den Spitznamen Don Camillo, wie die bekannte Filmfigur, gegeben haben, nimmt der 68-jährige Pfarrer mit Humor. Schließlich werde er nicht nachlassen, auch unbequeme Wege zu gehen.
Die Seelsorge in der Pfarrgemeinde St. Bernward wird künftig ein Team leisten: die Priester Pater Cherian, Pastor Klemens Teichert und Pfarrer Franz Kurth. Die feierliche Einweihung ist für den 21. Oktober geplant.