Umjubelter Starauftritt in der vollbesetzten St. Martin-Kirche Sievershausen

Kathy Kelly riss ihr Publikum zu Beifallsstürmen hin. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Gospel-Konzert mit Überraschung: Kathy Kelly kann auch „klassisch“

LEHRTE/SIEVERSHAUSEN (hdb). Bombenstimmung im Bethaus: Fast 500 Zuhörer haben in der Sievershausener St. Martinkirche die Sängering Kathy Kelly wie einen Pop-Star frenetisch gefeiert. Ein bisschen Glanz fiel dabei auch für den Arpker Gospelchor „Zum Heiligen Kreuz“ ab.
Singend, tanzend, pfeifend und klatschend haben 490 eingefleischte Kelly-Fans den Auftritt der langjährigen Frontfrau der „Kelly Family“ begleitet. Bevor sie den Altarraum betrat, heizte der vor einem Jahr gegründete Gospelchor aus Arpke die Stimmung an. Unter Leitung von Imke Marks interpretierten die 30 Sängerinnen und Sänger Titel wie „No reason to cry anymore“, „Heaven is in my heart oder – mit Stefan Wittke als Solist – „Knockin’ on heaven’s door“.
Dann kam sie: Die „Grande Dame of Gospel and Folk“ begrüßte ihr Publikum mit gewinnenden Lachen und mit den Worten: „Guten Abend, Sievershausen, ich freue mich sehr hier zu sein“. Und das merke man Kathy Kelly auch an. Ohne Starallüren, in einem roten Kleid mit schwarzer Spitze und einer roten Rose am Jacket spulte sie mitreißend ihr Programm ab, ließ ihre mal samtweiche, meistens aber kraftvolle Stimme ertönen und plauderte zwischendurch charmantdie eine oder andere Tourneeerfahrung aus.
Gute-Laune-Lieder wie „Sally Gardens“ und „The wearing of the green“ animierten die Zuhörer zum Mitsingen und rhythmischen Klatschen. Kelly erwies sich dabei auch als Allround-Talent, als sie gleich noch mehrere Instrumente anstimmt, stets effektvoll begleitet von Peter Schnuar am E-Piano. Die leisen Töne sind ihre Sache allerdings nicht, wie beispielhaft ihre Interpretation des „Ave Maria“ von Franz Schubert bewies.
Zu einem laut Chorleiterin Imke Marks „großen tanzenden Gospelchor“ vereinigten sich Publikum und Chorsänger nach der Pause bei gemeinsamem Musizieren und körperlichen Bewegungen. Inzwischen hatte sich Kathy Kelly umgezogen: In festlicher Abendgarderobe überraschte sie nach einem spanischen, selbst übersetzten Song („I wished I were an angel“) mit klassicher Musik. Aus Puccinis Oper „Tosca“ sang sie - immerhin ausgebildete Opernsängerin – stil- und gefühlvoll die Arie „Vissi d’arte, vissi d’amore“ und eine Arie der Sieglinde aus Richard Wagners „Walküre“.
Geliebt von ihren Fans wird sie allerdings eher durch ihre Gospel- und Folksongs, so dass sich mittlerweile viele Besucher überhaupt nicht mehr hinsetzten, sondern den Rest des Konzertes nur noch vor Begeisterung stehend verbrachten. Das große Finale vereinigte den Gospelchor und die Solokünslerin zu einem opulenten „Glory Halleluja“ und - als Weltpremiere“ - die gemeinsame Reprise von „Knockin’ on heaven’s door“. Die letzten Töne gingen im anhaltenden und stürmischen Jubel der Fans unter.