Über den langen Weg zur Überwindung der Apartheid in Südafrika

Wann? 08.06.2011 19:30 Uhr

Wo? Antikriegshaus Sievershausen, Zum Krähenfeld, 31275 Lehrte DEauf Karte anzeigen
Von den Folgen der Apartheid selbst gezeichnet: Der südafrikanische Priester und Friedensaktivist Michael Lapsley. (Foto: AKH Svhsn/Kaihsu Tai)
Lehrte: Antikriegshaus Sievershausen |

Michael Lapsley berichtet im Antikriegshaus – Ein Leben für die Versöhnung

Father Michael Lapsley, der am Mittwoch, 8. Juni, ab 19.30 Uhr im Antikriegshaus Sievershausen. Kirchweg 4, über den langen Weg zur Überwindung der Apartheid iberichtet, ist eine zentrale Persönlichkeit der Anti-Apartheidsbewegung in Südafrika, ein überzeugter Ökumeniker und ein Mensch und Christ, der sich trotz widrigster Umstände und eines schweren persönlichen Schicksals unbeirrt für Gerechtigkeit und Versöhnung eingesetzt hat.
Michael Lapsley wurde 1949 in Neuseeland geboren, in den 70er Jahren in Australien zum anglikanischen Priester ausgebildet und ging 1973 nach Südafrika. Dort engagierte er sich gegen die Apartheidspolitik, trat dem damals verbotenen ANC (African National Congress) bei und wurde 1976 schließlich des Landes verwiesen. In der Folgezeit engagierte er sich aus dem ‚Exil‘ heraus für die Überwindung des rassistischen Apartheidssystems.
Für dieses Engagement hat er persönlich bitter bezahlen müssen: 1990, schon nach der Haftentlassung Mandelas, kostete ihn ein Briefbombenattentat beide Hände, ein Auge und verursachte schwere Verbrennungen. Auch Father Michael Lapsley fiel es nicht leicht, ob des Hasses, dessen Opfer er geworden war, nicht selbst zum Hassenden zu werden. Um so eindrucksvoller sein Eintreten für Versöhnung in der Folge.
Nach insgesamt 16 Jahren kehrte Lapsley in seine Wahlheimat Südafrika zurück und fand eine zerrissene und traumatisierte Nation vor. Er wurde Berater der Wahrheits- und Versöhnungskommission unter der Leitung von Erzbischof Desmond Tutu. Als Konsequenz aus den spürbaren Grenzen politischer Vergangenheitsbewältigung gründete Lapsley das ‚Institute for Healing of Memories‘. Hier stehen die einzelnen Menschen mit ihren Schicksalen und Erfahrungen im Mittelpunkt, die Arbeit mit Traumatisierten nimmt großen Raum ein.
Das „Institute for Healing of Memories (IHOM)“ ist in Cape Town angesiedelt, doch die Aktivitäten des Instituts und diejenigen Michael Lapsleys gehen mittlerweile weit über die Grenzen Südafrikas hinaus: In Afrika und weltweit arbeitet das IHOM mit Opfern politischer Gewalt, mit AIDS-Kranken, Flüchtlingen und Asylsuchenden, Gefangenen und ehemaligen Soldaten.
Father Michael Lapsley ist in diesem Jahr zu Gast auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag, der bis morgigen 5. Juni in Dresden stattfindet und an dem auch das Antikriegshaus mit einem Stand auf dem „Markt der Möglichkeiten“ teilnimmt.
Bereits am Vormittag des 8. Juni wird Michael Lapsley im Gymnasium Lehrte zu Gast sein und dort über sein Engagement für die gesellschaftliche Versöhnung berichten.
Sein Vortrag am Mittwoch in Sievershausen ist eine Veranstaltung der Arbeitsstelle Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen und des Kirchenkreises Burgdorf.