Trotz umfassender Informationen bleiben die Sorgen in Ahlten

Mit hohem personellen und technischen Aufwand versuchten die Vertreter der Bahn, die Sorgen insbesondere der Ahltener Bewohner zu zerstreuen. (Foto: Horst-Dieter Brand)

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Deutsche Bahn wartet mit viel Zahlen- und Bildmaterial zur MegaHub-Anlage auf

LEHRTE (hdb). Ahltens Ortsbürgermeister Jürgen Kelich und Rathaus-Chef Klaus Sidortschuk sind sich einig: Die Bahn zeigte sich diesmal bei einer Informationsveranstaltung zur MegaHub-Anlage deutlich besser vorbereitet als bei früheren Anlässen. „Aber die großen Sorgen vieler Ahltener bleiben“, fasste Sidortschuk seine Eindrücke nach der fast dreistündigen Bahn-Präsentation zusammen.
Viel weitestgehende bekanntes Zahlen-, Bild- und Filmmaterial mussten die etwa 160 Besucher der Info-Veranstaltung im Kurt-Hirschfeld-Forum über sich ergehen lassen, ehe sie die unter ihren Nägeln brennenden Fragen an die DB-Experten stellen konnten. Diese hatten zu möglichen Befürchtungen über mehr Lärm, zunehmenden Lastwagenverkehr und Beeinträchtigungen durch nächtliche Beleuchtung beschwichtigende Nachrichten. Als „verschwindend gering“ stufte der Bahn-Vertreter die Lärmemission durch den Containerumschlag im 24-Stunden-Betrieb.
Während die Bahn für die Ortschaft Aligse keinen Anspruch auf passiven Lärmschutz zugestand, sind in Ahltens „Sternenviertel“ immerhin 55 Anwohner betroffen, weil die geltenden Dezibel-Werte überschritten werden. Die Hauseigentümer haben Anspruch auf passiven Schallschutz. Das trifft ganz besonders auf ein Wohnhaus am Eisenbahnlängsweg zu, das nach Bahn-Angaben bereits in den Genuss von Sanierungsmaßnahmen gekommen sein soll. Nach Recherchen des MARKTSPIEGEL trifft das aber nicht zu.
Das längst planfestgestellte Vorhaben hat bereits die ersten Spuren hinterlassen. Die Flächenrodung sei abgeschlossen, erfuhren die Zuhörer. Der eigentliche Baubeginn steht in den kommenden Wochen bevor, 2012 soll der Probebetrieb aufgenommen werden. 2017 soll die MegaHub-Anlage dann im Vollbetrieb laufen – mit maximal acht Güterzügen mehr tagsüber und 24 in der Nacht.
Sidortschuk sagte auf Anfrage, das Eisenbahnbundesamt habe bisher auf die Stellungnahme der Stadt zu dem vereinfachten Verfahren noch nicht reagiert. Kürzlich hatten der Bauausschuss und der Ortsrat Ahlten gemeinsam ein zusätzliches Schallgutachten gefordert. „Es gibt noch keine Entscheidung“, sagte der Bürgermeister. Der Ortsrat Ahlten, der nach der Informationsveranstaltung turnusmäßig tagte, sagte laut Ortsbürgermeister Jürgen Kelich besorgten Einwohnern in der Fragestunde zu, das Projekt „sorgfältig zu begleiten“.