"Trennende Linien überwinden"

Aus Sicht des Forums Radverkehr ist die Verkehrsführung an der B443, Ecke Richtersdorf, für Radfahrer nicht ausreichend. (Foto: Armin Albat)

Forum Radverkehr klärt zu Schutzstreifen auf

Lehrte (r/gg). Weiterhin hohen Handlungsbedarf beschreibt das Forum Radverkehr in einer aktuellen Mitteilung, denn viele straßenbegleitende Radwege seien mit dem Schild “Radweg-Schäden” markiert und zahlreiche Wirtschaftswege seien in schlechtem Zustand. Eine Weiterentwicklung des Radwegenetzes sei bisher nicht zu erkennen gewesen, und in aktuellen Straßenbau-Plänen gehe es bestenfalls um Instandhaltung. Das Forum hält "eine umfassende radverkehrsgerechte Instandsetzung insbesondere der als Radrouten und Verbindungswege beschilderten Wirtschaftswege für vordringlich." Zahlreiche Hinweise habe das Forum in den derzeit in den politischen Gremien diskutierten Verkehrsentsicklungsplan eingebracht. Grundsätzlich sei zu beachten, dass Radschutzstreifen nur dann hilfreich seien, wenn die Fahrbahn-Breite dies ermögliche. "Kontraproduktiv für die Sicherheit" sei eine Streifenbreite von 1,20 Meter. Das Forum Radverkehr teilt mit: "Mindestabstände beim Überholen oder zu den parkenden Autos werden (vom Kraftverkehr) nicht eingehalten."  Der Verband der Deutschen Versicherungswirtschaft empfehle eine sogenannte Dooring-Zone von 0,5 Meter und einen Schutzstreifen von 1,8 Meter. Das Forum Radverkehr schreibt dazu: "Da dies auf der Ahltener Straße zueng wird, könnte man im ersten Schritt Fahrzeuge mit einer Breite von mehr als zwei Meter (Schwerlaster und SUV) stadteinwärts verbieten und über die Iltener Straße leiten. Dadurch bekommt man Platz für einen stadtauswärts führenden Radweg und kann den Verkehr deutlich entzerren. Für den stadteinwärtsfahrenden Radverkehr wäre es dann aufgrund von Tempo 30 und ohne Schwerlaster sicher, die nur mit Piktogrammen markierte Fahrbahn (ohne Schutzstreifen) zu nutzen. Unsichere Radfahrer können, wie bislang, den freigegebenen Fußweg nutzen. Im zweiten Schritt kann die von uns vorgeschlagene Einbahnstraßenregelung komplett umgesetzt werden, so dass davon der Radverkehr in Richtung Innenstadt noch stärker profitiert. Davon abgesehen sollten Lieferzonen eingeplant werden."
Noch viel Diskussionsbedarf sieht das Forum Radverkehr und ruft Politik und Verwaltung dazu auf, Ideen einzubringen, denn "Die Trennung der Stadt in zwei Hälften hat ihre Ursache nicht nur in der Bahnstrecke. Die B443 ist eine weitere Ursache für diese Trennung." Beiträg zur Überwindung der Trennlinien seien wünschenswert.