Treckerfreunde kommen zum Tag der offenen Tür

Die Gründungsmitglieder Frank Buchholz und Dirk Zok wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Jan Zok (rechts) hat die Plakette in Vertretung für seinen erkrankten Vater entgegen genommen. (Foto: Wiebke Molsen)

„Freunde historischer Fahrzeuge" in Immensen feiern ihr 25-jähriges Bestehen

IMMENSEN (wim). „Sowas haben wir noch nie gesehen.“ Adolf und Heidi Krebs aus Burgdorf bestaunen einen Rübenköpfer, der früher das Blatt der Zuckerrüben abgeschlagen hat, bevor sie gerodet und mit der Hand aufgeladen wurden. Sie sind begeistert von den zahlreichen historischen Maschinen und Geräten, die die „Freunde historischer Fahrzeuge“ am Sonntag zum 25-jährigen Jubiläum auf ihrem Vereinsgelände ausgestellt haben. „Das sind Maschinen aus meiner Zeit", erinnert sich Adolf Krebs an seine Jugend auf einem Bauernhof. Neben jenen, die noch mit den alten Maschinen gearbeitet haben, sind auch viele Mitglieder befreundeter Treckervereine und Familien mit Kindern zum Jubiläum gekommen. Am Vormittag hatten schon Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße und Immensens Ortsbürgermeister Falk Kothe anerkennende Worte für die Arbeit des Vereins und den Erhalt der großen und kleinen Dinge aus vergangenen Zeiten gefunden. Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft ehrten sie zudem die beiden Gründungsmitglieder Frank Buchholz und Dirk Zok mit einer Plakette und bedankten sich für ihren unermüdlichen Einsatz.
Der Höhepunkt der Veranstaltung am Nachmittag war das Dreschen von Getreide mit der historischen Dreschmaschine, eine typische Winterarbeit in früheren Zeiten. „Dafür haben wir extra Garben aus dem Sommer aufgehoben“, sagt Vereinschef Ulrich Schulz. Ein ganz besonderes Ausstellungsstück ist auch der große Industriemotor von Horst Bolte. „Der lag 30 Jahre im Schuppen und alles war ziemlich festgegammelt“, erzählt der Rentner. Seit sechs Jahren beschäftigt er sich mit dem Projekt und hofft die Maschine in diesem Jahr wieder zum Laufen zu bringen. Horst Bolte ist begeistert von dem 1934 in Hannover von der Firma Körting gebauten Motor, der nur einen Zylinder, dafür aber 16 Liter Hubraum hat. „Das ist ein Phänomen“, ist er erstaunt über die alte Industrietechnik. Trotz der Größe möchte der Verein den Motor zukünftig gerne öffentlich auf Veranstaltungen ausstellen. „Daran lässt sich gut zeigen, wie ein Motor funktioniert“, sagt Horst Bolte.
Einmal wöchentlich treffen sich die Vereinsmitglieder zum Klönen, die großen Arbeitseinsätze sind aber das Andampfen der 1904 gebauten Dampfimme im April und deren Abdampfen im Herbst. Zudem bietet der Verein Führungen zum Beispiel für Schulklassen an. Neben den vom alljährlichen Dreschefest bekannten Fahrzeugen werden dann auch die kleineren Ausstellungsstücke im sogenannten Museumskeller gezeigt. Dort verbergen sich viele alte Haushaltsgeräte, aber auch Melkgeschirre und andere kleinere Exponate. „Beim Anblick der alten Gerätschaften werden Erinnerungen wach“, sagt Manfred Korn aus Immensen. Er ist aus alter Verbundenheit zum Tag der offenen Tür gekommen und denkt gerne an die Landwirtschaft als sein größtes Hobby zurück.