Thema "Menschenrechte auf Mindanao"

Bischof Ablon ist Gastredner im Antikriegshaus. (Foto: Privat)

Vortrag im Antikriegshaus am 23. Februar

SIEVERSHAUSEN (r/gg). Zum Thema "Kampf um Menschenrechte auf Mindanao" gibt es am Sonntag, 23. Februar, um 16 Uhr im Antikriegshaus, Kirchweg 4A, einen Vortrag von Bischof Antonio Ablon, Unabhängige Philippinischen Kirche. Er ist Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte. Zum Hintergrund: Vor zehn Jahren wurde Antonio Ablon als Bischof der „Iglesia Filipino Independiente“ auf der Insel Mindanao inthronisiert. Getreu des sozialkritischen Ansatzes der Unabhängigen philippinischen Kirche hat sich der Würdenträger seitdem unablässig für die Belange der indigenen Bevölkerung seiner Diözese Pagadian eingesetzt. In letzter Zeit engagierte sich Bischof Ablon vor allem gegen den Plan der Regierung von Präsident Rodrigo Duterte, das Volk der Lumad auf Mindanao aus ihren traditionellen Lebensräumen zu vertreiben. Immer wieder müssen Lumad um das Land, das sie von ihren Vorfahren geerbt haben, fürchten. Das Land, auf dem die Indigenen leben, ist reich an Bodenschätzen. Es gibt große Vorkommen an Gold, Kupfer, Aluminium und vielen anderen wertvollen Rohstoffen. Die Menschen sind gegen den Landraub und die Vertreibung nahezu machtlos.
Mindanao gilt seit vielen Jahren als sozialer Brennpunkt und gefährliche Unruheprovinz. Offiziell soll das Militär mit der Umsiedlung der Indigenen die Kontrolle über potentielle Rückzugsgebiete islamistischer und anderer Guerillagruppen erhalten. Es geht aber auch um die lukrative Vergabe von Schürfrechten in der ressourcenreichen Region an philippinische und internationale Bergbaukonzerne.
Bischof Ablon hat sich immer wieder öffentlich gegen solche Pläne engagiert. Deswegen wurde er schon seit Längerem in der Öffentlichkeit verleumdet. Anfang dieses Jahres aber tauchte sein Name auf den Mordlisten lokaler Todesschwadronen auf, die dem Regime von Präsident Rodrigo Duterte zugerechnet werden.
Aus diesem Grund hat die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte beschlossen, Antonio Ablon für ein Jahr an die Elbe einzuladen. Diese Zeit will der Bischof nutzen, die deutsche Öffentlichkeit ebenso über die Verhältnisse in seiner Heimat aufzuklären wie die Mitglieder der hier ansässigen philippinischen Community.